Günter Benser/Michael Schneider (Hg.), Bewahren – Verbreiten – Aufklären
Archivare, Bibliothekare und Sammler der Quellen der deutschsprachigen Arbeiterbewegung.
Bonn/Bad Godesberg: Friedrich-Ebert-Stiftung, 2009
376 Seiten, kostenlos
von Gisela Notz
Über die Geschichte der Archive und Bibliotheken der Arbeiterbewegung im deutschsprachigen Raum gibt es bereits zahlreiche wissenschaftliche Veröffentlichungen. Über die Menschen, die sie gegründet oder unterstützt haben oder in ihnen maßgeblich tätig gewesen sind, wissen wir wenig.
Serie zur Krisentheorie: III.Unterkonsumtion
Von der Konsumankurbelung zum Börsenkrach und zur ökologischen Krise
von Ingo Schmidt
In der SoZ vom September 2010 haben wir eine Serie zur Krisentheorie und Krisenpolitik begonnen. Alle Beiträge der Serie gehen jeweils einem Strang der marxistischen Theorie nach und klopfen ihn auf seine historische und aktuelle Relevanz ab.
Iris Gusner/Helke Sander, Fantasie und Arbeit
Biografische Zwiesprache, Marburg: Schüren, 2009
291 Seiten, 19,90 Euro.
von Gisela Notz
20 Jahre nach dem Mauerfall haben die beiden Filmemacherinnen Iris Gusner (DDR) und Helke Sander (BRD), in 30 Kapiteln eine deutsch-deutsche Doppelbiografie geschrieben.
Abdullah Öcalan: Jenseits von Staat, Macht und Gewalt
Köln: Mesopotamien Verlag, 2010
573 Seiten, 15 Euro
von Ulf Petersen
In den letzten 10 bis 15 Jahren findet ein Prozess der Umwandlung der PKK zu einer antinational, antistaatlich, feministisch und ökologisch orientierten Bewegung statt. Treibende Kraft ist dabei der politische Führer Abdullah Öcalan, der seit seiner Entführung durch den türkischen Geheimdienst 1999 in Einzelhaft auf der Gefängnisinsel Imrali lebt.
Sarrazin, Grotjahn, Olberg…
Die Rede vom Volkstod. Über sozialdemokratische Volksverbesserung und eugenischen Sozialismus
von Wolfgang Ratzel
Sarrazins Weckruf «Deutschland schafft sich ab!» gebührt das Verdienst, die sorgsam verdrängte eugenische und rassenhygienische Dimension des Sozialdemokratismus ins Bewusstsein gezerrt zu haben. «Deutschland schafft sich ab», samt Intelligenzvererbung, Geburtensteuerungs-, Unterschichts- und Zuwandererdebatte, aktualisiert nämlich die Rede vom «Volkstod», vom «Volk, das von innen stirbt» – so nannten das seine sozialdemokratischen Vordenker (und nicht nur die).
Mario Vargas Llosa
Literaturnobelpreis 2010: Von der nueva novela zum Kandidaten der Konservativen
von Paul Kleiser
Nachdem er seit bald vierzig Jahren als Anwärter gehandelt wurde, hat der 1936 im peruanischen Arequipa geborene Mario Vargas Llosa in diesem Herbst nun endlich den Nobelpreis für Literatur erhalten. Er folgt damit auf seinen früheren Freund und heutigen Gegenspieler Gabriel García Márquez, der 1982 ausgezeichnet wurde, sowie auf den Mexikaner Octavio Paz, der 1990 an der Reihe war.
Verordnetes Schweigen
«Auf Leichen im Keller kann keine neue Gesellschaft aufgebaut werden» (Stanislaw Jerzy Lec). Die Verfolgung deutscher Antifaschisten in der Sowjetunion
von Jochen Gester
Unter dem Motto «Das verordnete Schweigen» fand im Vorsommer im Berliner Haus der Demokratie ein Seminar zum Schicksal deutscher Antifaschisten statt, die in der Sowjetunion Opfer politischer Verfolgung durch das NKWD (Volkskommissariat für innere Angelegenheiten, das Innenministerium) wurden. Veranstalter waren die Helle Panke, die Berliner VVN (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes) und die Stiftung des Hauses der Demokratie.
Halbzeit für Obama
Tariq Ali
The Obama Syndrome – Surrender at Home, War Abroad
London: Verso, 2010
von Hermann Dierkes
Was hat sich im Weißen Haus seit dem Wechsel von Bush zu Obama tatsächlich geändert? Bis auf die stimmungsvolle Musik sehr wenig, so der pakistanisch-britische Autor, Aktivist und Filmemacher Tariq Ali in seinem neuesten, bisher nur auf Englisch vorliegenden Buch The Obama Syndrome.
Versailles
Frankreich 2008, 113 Minuten
Regie: Pierre Schoeller. Kairos-Filmverleih
von Gaston Kirsche
Versailles ist das Symbol für verschwenderischen barocken Reichtum schlechthin. Rund um das französische Königschloss erstreckt sich eine akkurat angelegte, gepflegte Parkanlage. Die junge Obdachlose Nina (Judith Chemla) und ihr fünfjähriger Sohn Enzo (Max Baissette de Malglaive) verbringen hier den Tag.
Don Winslow: Tage der Toten
Frankfurt: Suhrkamp, 2010, 689 S., 14,95 Euro
von Udo Bonn
In den letzten Monaten werden vermehrt Meldungen veröffentlicht, nach denen das mexikanische Militär schwere Schläge gegen die einheimischen Drogenkartelle führt und der Staat erstmalig seit dem Beginn des von Präsident Calderón 2006 ausgerufenen Drogenkrieges in der Offensive ist.
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Walter Benjamin (1892–1940)
«Über den Begriff der Geschichte»
Band 19 der Kritischen Gesamtausgabe* erschienen
von Helmut Dahmer
Zum 70.Todestag von Walter Benjamin hat der Suhrkamp Verlag eine kritische Edition der Thesen Über den Begriff der Geschichte herausgegeben. Sie umfasst die sechs verschiedenen Versionen der Thesen samt Faksimiles, Entwürfen und Briefen sowie einen 200 Seiten starken Kommentar.
Auf der Suche nach einem zeitgemäßen Rassismus
von Angela Klein
Sarrazin? Igitt. «Das Buch habe ich nicht gelesen und werde es auch nicht lesen.» «Man wertet ihn nur auf, wenn man sich mit ihm beschäftigt.» Solche Reaktionen gab es unter Linken viele in den Tagen, als die Debatte hochkochte. Mit Verlaub, das ist betriebsblind: