Iván Tovar: Kunst aus der Karibik
von Kai Böhne
Seine erste diesjährige Briefmarkenausgabe vom März 2026 widmete das Instituto Postal Dominicano, der Postdienstleister der Dominikanischen Republik, dem hundertjährigen Bestehen des Surrealismus. 1924 veröffentlichte der französische Schriftsteller André Breton (1896–1966) – er gilt als wichtigster Theoretiker des Surrealismus – das erste Manifest der neuen Kunstrichtung, die sich provokant von der damals etablierten Kunst absetzte.
Die junge geistige Bewegung bezog sich auf den österreichischen Arzt und Psychologen Sigmund Freud und verarbeitete vor allem psychoanalytische Ansätze. Auf diese Weise sollten neue Erfahrungen gemacht und neue Erkenntnisse gewonnen werden. Unterbewusstes, Absurdes, Träume und Irrationalität sind Merkmale dieser Kunstauffassung, die sich in der Literatur, Malerei, Fotografie und in Filmen ausbreitete.
Die Schriftsteller Louis Aragon und Philippe Soupault beförderten die surrealistische Bewegung in Frankreich. Weitere bekannte Vertreter waren die Maler Salvador Dalí, René Magritte, Joan Miró und Max Ernst sowie der Fotograf Man Ray. Durch Ausstellungen von Dalí, Ernst und Miró Anfang der 1930er Jahre in New York überquerte der Surrealismus den Atlantik.
Weniger bekannt dürfte der dominikanische Surrealist Iván Tovar (1942–2020) sein. Er war als Maler, Bildhauer und Dichter aktiv. Seine Malerei kennzeichnen tiefe, fast schwarze Hintergründe, verflochtene geometrische und organische Motive erzeugen eine poetische Mehrdeutigkeit. So wurde er zum gefragtesten dominikanischen Künstler auf dem internationalen Kunstmarkt. Die aktuelle Briefmarkenausgabe wird Tovar auch außerhalb der Kunstwelt bekannter machen.
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