Wer kann schon von sich sagen, ein Gedankengang gehöre ihm?

Bert Brecht hielt nicht viel vom Recht auf geistiges Eigentum. Wir auch nicht. Wir stellen die SoZ kostenlos ins Netz, damit möglichst viele Menschen das darin enthaltene Wissen nutzen und weiterverbreiten. Das heißt jedoch nicht, dass dies nicht Arbeit sei, die honoriert werden muss, weil Menschen davon leben.

Hier können Sie jetzt Spenden
Afrika 27. Februar 2014

Das Geschäft mit dem Boden

«Einer muss dabei verlieren»

von Gerhard Klas

Zum Thema Landgrabbing sind in den vergangenen Monaten zahlreiche neue Bücher erschienen.

Vor knapp vier Jahren nahm die Finanzkrise in den USA mit dem Platzen der Immobilienblase ihren Anfang, und bis heute bestimmt sie die Politik der G20-Staaten. In Vergessenheit geraten ist hingegen die damalige Nahrungsmittelkrise, die zu weltweiten Hungerprotesten führte.

Dabei verursachen die neuen Trends in der Finanzwelt – die Milliardeninvestitionen in landwirtschaftliche Anbauflächen – weiter steigende Preise für Grundnahrungsmittel. «Landgrabbing», Landraub, wird dieses Phänomen von Kritikern genannt.

Afrika 27. Februar 2014

Der neue Kolonialismus

Was unterscheidet Landgrabbing von früheren Landnahmen?

von Angela Klein

Sie geben sich gern als die Retter der Welt. Sie bekämpfen den Hunger, schaffen Arbeitsplätze und wehren dem Klimawandel: die großen Agrarunternehmen und ihre Finanziers, Kapitalsammelstellen wie Investmentfonds, Agrarfonds, Pensionsfonds, Großbanken und -versicherungen mit den Spekulanten im Schlepptau.

Auf ihren Webseiten machen sie sich Sorgen um das Wachstum der Bevölkerung (laut UNO auf 9,2 Milliarden bis 2020) bei gleichzeitiger Abnahme der Verfügbarkeit von Ackerland (laut Deutsche Stiftung Weltbevölkerung von 0,45 Hektar pro Kopf 1960 auf 0,21 Hektar 2020). Freilich gehen sie dabei davon aus, dass die zunehmende Knappheit billigen Öls (Peak Oil) durch Agrosprit ersetzt werden muss (das nennen sie «Bio-Energie»), und dass die vor allem in Asien und Afrika anwachsende Bevölkerung dem westlichen Konsum-, und vor allem Fleischkonsummodell nacheifern wird und soll.

Afrika 27. Februar 2014

Großer Raubzug in Afrika

Erst holten sich die Weißen die Sklaven, dann Genussmittel und Rohstoffe, jetzt das Land

von Angela Klein

Afrika ist der begehrteste Kontinent für Landräuber. Seine großen Flächen angeblich ungenutzten Landes, seine Aufspaltung in 54 oft schwache Staaten (zum Vergleich: Südamerika ist mit etwas mehr als halb soviel Fläche in elf größere Staaten aufgeteilt), von denen etliche von autoritären und korrupten Diktatoren geführt werden, machen es wieder einmal zur leichten Beute. Dabei kommt die Gefahr nicht nur von außen, das unselige Erbe des Kolonialismus setzt sich auch von innen in neuem Gewand fort.

Seit dem Ende der weißen Herrschaft über Südafrika brechen burische Farmer wieder nach Norden auf. Die meisten führte es bislang in Nachbarländer wie Mosambik, Botswana oder Zambia – als Verwalter von Plantagen, Leiter von Bergwerken oder touristischen Einrichtungen.

Landwirtschaft 25. April 2013

Der Dreieckshandel mit Fleisch

von Angela Klein

Deutschlands größter Fleischfabrikant ist Tönnies in Rheda-Wiedenbrück. Er zählt 13,2 Millionen Schweine und 300.000 Rinder: „Wir produzieren die Ferkel im Vier-Wochen-Rhythmus.“ Zweitgrößter Fabrikant ist die PHW-Gruppe (Wiesenhof, Geestland, Frischland): Sie „verarbeitet“ wöchentlich (!) viereinhalb Millionen Hähnchen.

Landwirtschaft 25. April 2013

Die Agrarreform 2013: ein Reförmchen

Anreize für eine soziale und ökologische Landwirtschaft fehlen
von Boris Schultz

Am 13.März stimmte das EU-Parlament über die zukünftige EU-Agrarpolitik (GAP) ab. Am Vortag fand in Brüssel unter dem Motto «Bauernhöfe statt Agrarindustrie» eine Aktion für eine gerechtere und ökologischere Agrarpolitik der EU statt.* An der Aktion nahmen mehrere hundert Bauern und Verbrauer aus zwölf EU-Staaten teil.

Landwirtschaft 25. April 2013

Vom Sterben der Bienen

Die industrialisierte Landwirtschaft ist der Tod der Biene
von Volker Petran

Vor ungefähr einem Jahr stand in mehreren großen überregionalen Zeitungen eine Meldung, in der sich die Redakteure wunderten, dass es den Berliner Bienen vergleichsweise sehr gut gehe. Scheinbar gab es einen Widerspruch zwischen der Tatsache, dass die Biene das noch am wenigsten domestizierte, ursprünglichste Nutztier ist, andererseits die Großstadt der am meisten den menschlichen Bedürfnissen angepasste Lebensraum ist.

Landwirtschaft 25. April 2013

Es grünt und blüht

Landwirtschaft in der Stadt

von Angela Huemer

Das sog. Urban gardening mit seiner Unterform des Guerilla gardening breitet sich immer mehr aus. Neben Selbstverwirklichung und Hobby dient es vermehrt auch zur Selbstversorgung. Ähnlich wie Socken und Pullover gern wieder selbst gestrickt werden, sprießt und gedeiht auch der eigene Anbau mitsamt Ernte und Einkochen für den Winter. Es ist ein Ansatz unter vielen, die der gängigen «Supermarkt»wirtschaft im Bereich der Lebensmittel etwas entgegensetzen wollen.

Landwirtschaft 1. April 2013

Öko wird sich nicht durchsetzen, wenn es eine Nische bleibt

Über die Schwierigkeiten, Tiere in Deutschland artgerecht zu halten

Interview mit Reinhild Benning (BUND)

Zu den Lebensmittelskandalen im Februar/März 2013 gehörte auch eine Enthüllung über Biohühner, die alles andere als artgerecht gehalten werden. Was treibt die Halter, die Vorschriften für Bioproduktion zu missachten? Angela Klein im Gespräch mit REINHILD BENNING vom Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND).

Landwirtschaft 1. September 2011

Vier Thesen zum Hunger

Zwei Milliarden Opfer auf der Erde

Eine menschliche Katastrophe, die vollständig vermeidbar wäre

Hunger gibt es nicht, weil es zu wenig zu essen gäbe oder die Erde nicht alle ernähren könnte. Nach Aussagen der FAO könnte die Erde auch 11 Milliarden Menschen ernähren.

Landwirtschaft 27. Mai 2011

Was ernährt die Welt?

von Angela Klein
Die Jahre 2007–2009 werden uns in Erinnerung bleiben, nicht allein wegen der Immobilienblase und des darauf folgenden Bankenkrachs, sondern auch wegen des scharfen Anstiegs der Nahrungsmittelpreise und den dadurch in zahlreichen Ländern des Südens ausgelösten Hungerrevolten.

Landwirtschaft 27. Mai 2011

Massentierhaltung und Kapitalkonzentration

Ein Beispiel aus dem Landkreis Celle
von Volker Petran
Wir essen Industrieabfälle, vernichten Ackerland, verseuchen das Wasser und produzieren Hunger: Ein Beispiel einer neu zu errichtenden Hähnchenmastanlage im Landkreis Celle schildert den verheerenden Kreislauf der industriellen Landwirtschaft.

Landwirtschaft 27. Mai 2011

Die Gemeinsame Agrarpolitik der EU

Teil der Lösung oder Teil des Problems?
von Boris Schultz
Der Dioxin-Skandal im letzten Winter hat die Bevölkerung aufgerüttelt. Es war nicht der erste Skandal dieser Art in der Landwirtschaft. Auf der Demonstration «Wir haben es satt» im Januar waren über 22000 Teilnehmenden. Sie wollen keine verseuchten Lebensmittel und keine umweltzerstörende Landwirtschaft mehr.
Die gemeinsame Agrarpolitik der EU soll nun reformiert werden. Was ist angedacht und werden die Reformen die notwendige Agrarwende herbeiführen?