Klassenanalyse@BRD
Arbeitende Klasse in Deutschland –
Macht und Ohnmacht der Lohnarbeiter
E.Lieberam/J.Miehe (Hg.), Bonn 2011: Pahl-Rugenstein, 210 S., 19,90 Euro
von Jochen Gester
Lieberam/Miehe legen eine Aufsatzsammlung vor, deren Hauptteil sich mit der strukturellen Entwicklung der Arbeiterklasse in den letzten Jahrzehnten befasst und darüber hinaus versucht, die Faktoren zu beschreiben, die verhindern, dass sich die abhängig Beschäftigten als selbstbewusste und handlungsfähige Klasse konstituieren.
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Der Afghanistankrieg ist aussichtslos
Warum wird er dann geführt?
Umgangssprachlich: Krieg – Testfall. Afghanistan und deutsche Politik (Hg.Mario Tal) Köln: 2010, PapyRossa, 275 S., 14,90 Euro
von Anton Holberg
Als einer der führenden Rüstungsexporteure ist die Bundesrepublik Deutschland schon lange indirekt in viele, wenn nicht alle Kriege oder bewaffnete Konflikte der Welt verwickelt; am unmittelbarsten bislang allerdings in den Afghanistankrieg.Der vorliegende Sammelband zeigt in 14 Beiträgen elf verschiedener Autoren faktenreich auf, dass die ursprüngliche Rechtfertigung für diesen Krieg, ebenso wie für den unmittelbar vorhergegangenen Irakkrieg, nichts mit der Wirklichkeit zu tun hat.
Kochbuch für die harten Zeiten
Reinhard P. Gruber, «Einfach Essen!». Graz/Wien: 2010, Literaturverlag Droschl, 120 Seiten, 18 Euro
von Dieter Braeg
Über den Autor Reinhard P. Gruber muss man mehr als nur einige lobende Worte erwähnen. Er hat viele gute Texte geschrieben, und er wäre es wert, im deutschsprachigen Raum mehr gelesen zu werden. Da wäre zum Beispiel sein Buch Nie wieder Arbeit, da kann man ein Manifest lesen, hieraus eine kurze Kostprobe:
Filme aus Nordafrika
Das Filminitiativ Köln e.V. reagierte auf die Revolutionen in Nordafrika mit einer höchst interessanten und informativen Filmschau.
von Angela Huemer
Die Leute von Filminitiativ erwerben sich seit Jahren große Verdienste für ihre unermüdliche Verbreitung des afrikanischen Kinos. Mitglieder des Kollektivs reisten im Oktober zu den 23.Kinotagen von Karthago, Tunesien, und im Dezember zum 34.Internationalen Filmfestival von Kairo – also jeweils unmittelbar vor den Revolutionen.
Dominique Manotti, Roter Glamour
Hamburg: Ariadne Argument, 2011, 246 S., 12,90 Euro
von Udo Bonn
In wohliger Erinnerung an den Beginn der ersten Präsidentschaft François Mitterrands 1981 wollte die Sozialistische Partei Frankreichs (PS) ihre Kandidatenkür für die Wahlen im nächsten Jahr gestalten. Doch ein geiler Mann in New York hat sich selbst (und die PS?) aus dem Rennen katapultiert und der Öffentlichkeit noch einmal demonstriert, um was es bei der großen Politik geht: Geld, Macht und Sex , dessen Zugang und Formen nicht unwesentlich von ersteren Faktoren bestimmt sind.
Südafrikareise
Wo der Orion auf dem Kopf steht
Reise in ein fernes, uns nahes Land
von Rolf Euler
Wir reisen nach Südafrika. Ein in vieler Hinsicht so nahes Land: europäisch in vielen Städten, touristisch in den Tierreservaten, an den Stränden und in den Bergen, verkehrsmäßig erschlossen fürs Auto.
Mit den Konzernen geht der Atomausstieg nicht
Energie, vor allem die Netze, gehören als Non-Profit-Unternehmen in öffentliches Eigentum.
von Angela Klein
Wenn Kanzlerin Merkel davon spricht, der Ausstieg aus der Atomenergie müsse und werde im gesellschaftlichen Konsens erfolgen, dann meint sie, dem Ausstieg müssten auch diejenigen zustimmen können, denen perspektivisch eine sehr lukrative Profitquelle genommen wird. So wird das aber nichts, da hat Guido Westerwelle Recht: Wenn man den Teich stilllegen will, darf man die Frösche nicht fragen.
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Der Ausstieg aus der Kernenergie
Des Kaisers neue grüne Kleider
«Grüner Kapitalismus» ist die Quadratur des Kreises
von Thadeus Pato
Mit einem Mal ist möglich, was jahrelang angeblich den Untergang der Industriegesellschaft bedeutete: Der Ausstieg aus der Kernenergie und der Abschied von den fossilen Energieträgern. Die Parteien und Umweltschutzorganisationen überbieten sich gegenseitig mit Ausstiegsszenarien. Haben die Grünen doch Recht? Ist ein «grüner Kapitalismus» möglich? Oder ist der Kaiser nackt?
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Smolensk: Ein Jahr nach dem Flugzeugunglück
von Norbert Kollenda
Viele Menschen in Polen sahen mit gemischten Gefühlen dem ersten Jahrestag der Flugzeugkatastrophe von Smolensk entgegen. Die meisten haben genug von den ständig wiederkehrenden Verschwörungstheorien der nationalkonservativen Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS), der der verstorbene Staatspräsident angehörte.
Notausgang Postwachstumsökonomie
Gleiche soziale und ökologische Rechte – eine Alternative zum Wachstumswahn
von Alexis Passadakis
Das Tempo der Geschichte hat an Geschwindigkeit zugelegt. Kurz vor der Weltwirtschaftskrise veröffentlichte der Stern einen Report über die Klimaerwärmung und läutete damit eine neue Phase der Auseinandersetzung um neue, «nachhaltige» Formen des Wirtschaftens ein.
Reisefreiheit auch für Tunesier
Omeyya Seddik über die Lage in Tunesien, die Flüchtlinge und die Beziehungen zu Europa
Interview mit Angela Huemer
Der Tunesier Omeyya Seddik ist Politologe und Teil der Fédération des Tunisiens pour une Citoyenneté des deux Rives (FTCR). Diese Nichtregierungsorganisation gibt es seit den 70er Jahren. Anfangs hieß sie «Vereinigung der tunesischen Arbeitsmigranten», zu Beginn der 90er Jahre änderten sie ihren Namen. Die FTCR bearbeitet Themen wie Diskriminierung, Immigration, Sozialforen, Gesundheit und die Lage in den Pariser Vorstädten. Ihr vorherrschendes Anliegen ist die Zusammenarbeit auf Augenhöhe zwischen dem nördlichen und dem südlichen Ufer des Mittelmeeres.
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Die Brücke heißt Kraft-Wärme-Kopplung
Für den Übergang zu den Erneuerbaren braucht es keine fossilen Großkraftwerke
von Mohssen Massarrat
Atomenergie taugt nicht als Brückentechnologie hin zur Versorgung mit erneuerbaren Energien. Das hat vor einem Jahr schon der Sachverständigenrat für Umweltfragen festgestellt. Doch es braucht eine Brücke, bis wir 2050 vollständig auf erneuerbare Energien umgestellt haben. Diese gibt es bereits seit langem, sie muss nicht erst erfunden werden: die Blockheizkrafttechnik.
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