Wer kann schon von sich sagen, ein Gedankengang gehöre ihm?

Bert Brecht hielt nicht viel vom Recht auf geistiges Eigentum. Wir auch nicht. Wir stellen die SoZ kostenlos ins Netz, damit möglichst viele Menschen das darin enthaltene Wissen nutzen und weiterverbreiten. Das heißt jedoch nicht, dass dies nicht Arbeit sei, die honoriert werden muss, weil Menschen davon leben.

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1. Mai 2025

Solidarität statt Konkurrenz

Die große Standortlüge
von Thorsten Donnermeier

Zölle in den USA. Niedrige Industriestrompreise in Deutschland. Sogenannte Systemkonkurrenz mit China Die Krankenstände müssen sinken. Der Achtstundentag wird in Frage gestellt. Ein Feiertag muss weg.

Ein regelrechtes Trommelfeuer prasselt auf uns nieder. Wofür? Alles für den Standort. Mal sollen wir Opfer bringen für den Standort Europa, um im Konkurrenzkampf der Wirtschaftsblöcke zu bestehen, mal für Deutschland, um in Europa konkurrenzfähig zu sein.

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1. Mai 2025

Konversion pervers

Unter dem Druck von Arbeitsplatzverlust und Kriegshetze werfen Gewerkschaften alle Grundsätze über den Haufen
von Andreas Buderus

Kirchen und Gewerkschaften gehören trotz des Mitgliederschwunds immer noch zu den größten Organisationen in Deutschland. Aus Kirchenkreisen kommt vielstimmige Kritik an Aufrüstung und Ausrichtung auf die Kriegstauglichkeit. Anders die Gewerkschaften. Vor allem die IG Metall kuschelt mit den Rüstungskonzernen und will mit der Waffenproduktion Arbeitsplätze nicht nur in der krisengeschüttelten Autoindustrie sichern. Das bleibt nicht ohne Widerspruch.

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1. Mai 2025

Der Drohnenwall – eine neue Wunderwaffe?

Kriegshysterie, Aufrüstung und das Dogma der Beschleunigung
von Christoph Marischka

Die Rüstungsindustrie wird mit Geld überschüttet. Das verschafft dubiosen Unternehmern sagenhafte Geschäftsmöglichkeiten. Aber entscheiden sich Kriege wirklich an der technologischen Überlegenheit?

Im März wurden in der EU und in Deutschland Rüstungsausgaben von der Schuldenbremse ausgenommen. Sagenhafte 800 Milliarden Euro will die EU mobilisieren. Die vom bereits abgewählten deutschen Bundestag beschlossene Grundgesetzänderung ermöglicht letztlich unbegrenzte Kriegskredite.
Von der Öffentlichkeit kaum bemerkt wurde dagegen ein Weißbuch, das die EU unmittelbar nach dieser Entscheidung veröffentlichte. Nach Stil und Inhalt könnte dieses angebliche Strategiepapier von einer europäischen Lobbyorganisation der Rüstungsindustrie stammen. Deren Interessen treten an die Stelle einer militärischen Strategie. Die Hersteller wittern Morgenluft – nicht nur, weil ihre Aktienkurse und Profite steigen, sondern auch weil sie ein neues Image und mehr politischen Einfluss bekommen.

Der »Drohnenwall«
Dies gilt nicht nur für alte Granden wie den Rheinmetall-Vorstandsvorsitzenden Armin Papperger. Ein neuer Managertypus tritt betont »disruptiv« auf, als »CEO eines Rüstungs-Startups«. Repräsentiert wird er von Grundbert Scherf, einem ehemaligen Mitarbeiter von McKinsey. Katrin Suder, im selben Unternehmen eine Kollegin von Scherf und die zentrale Figur in der »Berateraffäre«, holte ihn 2014 ins Bundesministerium der Verteidigung (BMVg), wo er für den Aufbau des neuen Organisationsbereichs »Cyber- und Informationsraum« zuständig war. 2021 gründete er das Startup Helsing. Bereits Mitte 2023 erhielt die Firma den Auftrag, die KI für den »elektronischen Kampf« im Eurofighter zu liefern.
Nach eigenen Angaben hat Helsing bis 2025 4000 Kampfdrohnen für die Ukraine produziert. In Süddeutschland wurde eine erste »Resilience Factory« mit einer Kapazität von 1000 Drohnen pro Monat in Betrieb genommen. Dort wird wohl die Kampfdrohne HX-2 hergestellt, eine Kamikazedrohne mit bis zu 100 Kilometern Reichweite. Angeblich kann sie in Schwärmen operieren und durch KI weitgehend unabhängig von menschlicher Steuerung agieren.
Unmittelbar nach der Zustimmung des Bundesrats zur Aufhebung der Schuldengrenze für Rüstungsausgaben wandte sich Scherf mit dem Vorschlag an die Presse, an der »NATO-Ostflanke« einen »Drohnenwall« aufzubauen, der aus »zehntausende[n] Kampfdrohnen« bestehen solle. In einem Interview mit N-TV behauptete er, dieser Drohnenwall ließe sich innerhalb eines Jahres errichten.
Wenig später sprang Florian Seibel, der CEO von Quantum Systems, auf den Zug auf. Das Startup hatte zunächst zivile Drohnen entwickelt, dann das Pentagon als Kunden gewonnen und sehr schnell nach dem russischen Einmarsch Drohnen ans ukrainische Militär geliefert. »Es ist ein Auftrag, eingefädelt über den ukrainischen Konsul in München, bestellt und bezahlt von ukrainischen Oligarchen, genehmigt von deutschen Behörden«, berichtete das ZDF Anfang Mai 2022.
Im April 2023 porträtierte Wirtschaftsmagazin Forbes Seibel als »Mann für die Zeitenwende« und berichtet vom »Pitch seines Lebens«. Es fand kurz vor Weihnachten statt, »in einem Luxusanwesen in Beverly Hills«, nämlich bei Peter Thiel, dem ultrarechten Risikoinvestor und Gründer von Palantir: »[Seibel] beschreibt seine Vision von autonomen Flugrobotern, die Kriegsgebiete, Grenzen und Metropolen observieren und überwachen, natürlich vollautomatisch, verschlüsselt und in HD. Seibels Gastgeber hört gespannt zu, macht Notizen – und scheint hochzufrieden.«

Kurze Beschaffungswege
Der Begriff »Drohnenwall« etablierte sich schnell. Das Handelsblatt zitierte am 31. März Martin Karkour, den Vertriebschef von Quantum Systems: »Ich halte es für möglich, dass ein Drohnenwall innerhalb eines Jahres steht, wenn alle Seiten an einem Strang ziehen und es eine Koordinationsstelle in der EU gibt.« Die Firma sei in der Lage, die Produktion »innerhalb kürzester Zeit zu verdoppeln und binnen zwölf Monaten zu vervierfachen.« Neben Quantum und Helsing wird auch Airbus als zentraler Zulieferer des Drohnenwalls genannt.
Vier Tage später machte die Meldung von einem »Kurswechsel« im Verteidigungsministerium die Runde. »Endlich bewaffnete Drohnen für die Bundeswehr«, titelten FAZ und andere deutsche Leitmedien. Nahezu durchgehend wurde in den Beiträgen ein »Rückstand« der Bundeswehr konstatiert – und die Frage ignoriert, wie nach vermeintlich »endlosen Diskussionen« (Focus online) eine solche Entscheidung ohne parlamentarische Beteiligung während laufender Koalitionsverhandlungen durch das Ministerium in Eigenregie getroffen werden konnte, sodass »Verträge … in den nächsten Tagen unterzeichnet« werden könnten (Tagesschau).
Eine Art Antwort darauf lieferte wenige Tage später – die Koalitionsverhandlungen waren immer noch nicht beendet – der Generalinspekteur der Bundeswehr, Carsten Breuer, in einem Gespräch mit dpa: »Wir wollen noch in diesem Jahr mit Loitering Munition [Militärsprech für Kamikazedrohnen] in der Truppe schießen. Auch hier setzen wir auf maximale Beschleunigung, weil wir es ob der Bedrohungslage müssen.«

Maximale Beschleunigung
Die Diskussion über den Drohnenwall gibt einen Vorgeschmack darauf, wie sich das Verhältnis zwischen neuer und alter Rüstungsindustrie, Bundeswehr, Politik und Strategie zukünftig gestalten dürfte.
»Gemeinsam. Mutig. Schneller.«, so überschrieb Brigadegeneral Armin Fleischmann seinen Leitartikel für das Ausstellungsheft zur Messe des Rüstungsverbands AFCEA 2023 mit dem Motto »(Künstliche) Intelligenz & Innovationen – Konkrete Nutzungsmöglichkeiten«. Gundbert Scherf hielt dort einen Impulsvortrag »zur aktuellen Lage in der Ukraine«. Unter dem Schlagwort KI und vor dem Hintergrund der Hysterie um einen vermeintlich bevorstehenden russischen Angriff auf die NATO oder gar Berlin fusionieren die alte und die neue Rüstungsindustrie.
In einem Bericht von N-TV wird Scherf folgendermaßen zitiert: »Ich glaube nicht, dass unsere Demokratien einen Abnutzungskrieg, der viele Menschenleben kostet, führen können oder wollen … Wir sind wirklich darauf angewiesen, diese asymmetrischen, technologischen Fähigkeiten zu haben.«
Vor allem die außenpolitische Strategie der USA ist bereits seit Jahrzehnten von überzogenen Erwartungen an die technologische Überlegenheit der eigenen Streitkräfte geprägt (in der Strategiedebatte als Revolution in Military Affairs bezeichnet). Diese ermöglichte tatsächlich einen schnellen Sieg über den Irak im Jahr 2003, der sich jedoch später als strategische Niederlage entpuppte. Auch die zwei Jahrzehnte währende Intervention in Afghanistan war von der Vorstellung geprägt, mit begrenztem Kräfteeinsatz und entgrenzten Einsätzen bewaffneter Drohnen ein Land zu kontrollieren – aus dem man letztlich gedemütigt abziehen musste.
Autonome, »asymmetrische« Technologien gelten dieser Denkschule als der einzige Weg zur Aufrechterhaltung der westlichen Dominanz. In der Ukraine zeigt sich allerdings, dass trotz aller technologischen Hilfe aus dem Ausland und Innovationsfähigkeit vor Ort letztlich die Masse und die Rekrutierungspotentiale über Sieg und Niederlage entscheiden. Genau das ist die große Leerstelle, auch in dem neuen Weißbuch der EU. Es blendet völlig die Frage aus, wer diese Waffensysteme in welchen Kriegen bedienen und bei deren Bedienung sterben soll.

Im Krieg sterben Menschen
Obwohl empirisch widerlegt, hält diese Ideologie im Kontext von KI und autonomen Waffensystemen in Deutschland Einzug. 2021 begründete der damalige Generalinspekteur des Heeres, Alfons Mais, gegenüber dem Handelsblatt die Notwendigkeit, »auch bei klassischen militärischen Problemen jetzt mit Start-ups zusammen[zu]arbeiten und Industrie und Truppe frühzeitig zusammenzubringen« mit folgendem irrwitzigen Szenario: »Wollen Sie sich junge Menschen Europas vorstellen, die zum Beispiel gegen chinesische Roboter kämpfen müssen?«
Die Protagonisten der alten wie der neuen Rüstungsindustrie versprechen, die Erkenntnisse aus den aktuellen Kriegen umzusetzen. Sie blenden aber aus, dass der zunehmende Einsatz von KI und autonomen Waffensystemen weder den Anteil ziviler Opfer gesenkt hat, noch das letztlich entscheidende Verhältnis militärischer Opfer der Konfliktparteien grundlegend verändert hat.
Drohnen mögen Artilleriegranaten zunehmend ersetzen – tatsächlich kommen beide in der Ukraine in ähnlichen Größenordnungen zum Einsatz. Getötet werden aber weiterhin Menschen.
Das Dogma der Beschleunigung, verbunden mit der disruptiven Ideologie der Künstlichen Intelligenz, dient einem anderen Zweck: der hemmungslosen Bereicherung und der Aushebelung von Kontrolle. Allein der Umfang der Rüstungsprogramme und die Komplexität der Waffensysteme wird die parlamentarisch bestimmten Gremien schlicht überfordern.
Die von Helsing an die Ukraine gelieferten Drohnen sind dafür ein Beispiel. Bloomberg berichtete am 8. April 2025, sie seien überteuert und blieben weit hinter den Erwartungen zurück. Nebenbei erfahren wir, dass die anscheinend fehlerhafte Software etwa wöchentlich aktualisiert werde. Ob sich bei einer solchen Waffentechnik das Verhältnis zwischen menschlicher Kontrolle und technischer Autonomie verschiebt, wird überhaupt nicht mehr nachvollziehbar sein.
Zehntausende Kamikazedrohnen an der NATO-Ostflanke mit einem fehlerhaften Update? Diese Vorstellung sollte dazu beitragen, sich vom Dogma der Beschleunigung zu verabschieden, insbesondere wenn der Drohnenwall – wie von der Industrie gewünscht – noch in diesem Jahr errichtet werden soll.

Der Autor ist aktiv bei der Informationsstelle Militarisierung (IMI) und Autor von Cyber Valley – Unfall des Wissens. Künstliche Intelligenz und ihre Produktionsbedingungen. Köln: Papyrossa, 2019.

1. Mai 2025

Umbau der Autoindustrie

Mehr Mobilität mit weniger Autos
von Heiner Monheim

Die Initiative »Bürgerbahn – Denkfabrik für eine starke Schiene« schaut »über den Tellerrand« und macht sich Gedanken zur aktuellen Krise der deutschen Autoindustrie. Sie fragt sich, wie eine klima- und verkehrswendepolitisch motivierte Transformation der Autoindustrie möglich werden kann und ob dadurch eine bessere Verkehrsentwicklung und eine angemessene Beschäftigungssicherung in der Fahrzeugindustrie erreicht werden kann.

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1. Mai 2025

Alstom Görlitz: ÖPNV statt Panzer

Krieg zerstört Leben – schon in der Vorbereitung
von Jörg Bergstedt und Tobi Rosswog

»Keiner will sterben, das ist doch klar: Wozu sind denn dann Kriege da?«, sangen Pascal Kravetz und Udo Lindenberg im Jahr 1985. Das ist lange her, die Frage ist aber bis heute nicht beantwortet – jedenfalls nicht aus Sicht derer, die im Krieg getötet, vertrieben, zu Witwen oder Waisen werden. Nur eine kleine Minderheit weiß genau, was sie vom Krieg hat, denn die, die ihre Macht ausdehnen können, und die, die am Ganzen verdienen, profitieren vom Gemetzel und dessen Vorbereitung.

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1. Mai 2025

Grönland: Für das vollständige Recht auf Lostrennung …

… ohne Einmischung fremder Mächte
von Stefan Godau

Der kürzlich stattgefundene und von Protesten begleitete Besuch des US-Vizepräsidenten JD Vance machte erneut deutlich, dass Trump fest entschlossen ist, seine imperialistischen Gelüste zu verwirklichen – auch auf Kosten des Verhältnisses zum NATO-Mitglied Dänemark. Was bedeutet dies für die kommenden Jahre und für das Verhältnis zur dänischen Kolonialmacht?

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1. Mai 2025

Für ein paar Panzer mehr – Merz gibt Schuldenbremse auf

von Ingo Schmidt

Für ein paar Panzer mehr trägt CDU-Chef Friedrich Merz seine Prinzipien ins Pfandhaus. Vor den Wahlen hat er die Schuldenbremse noch mit Zähnen und Klauen verteidigt. Ebenso Christian Lindner, Merz’ Außenposten in der Ampelregierung. Kanzler Olaf Scholz und sein Kriegsertüchtigungsminister Boris Pistorius konnten deshalb nur im Rahmen eines Sondervermögens von 100 Mrd. Euro aufrüsten. Kaum als designierter Kanzler aus den Bundestagswahlen im Februar hervorgegangen, erklärte Merz die Schuldenbremse in Sachen Rüstung für obsolet.

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1. Mai 2025

Argentinien: Rentner:innen in der ersten Reihe

Tagebuch des Widerstands gegen Kahlschlagpolitik
von Alix Arnold

Seit Dezember 2023 regiert in Argentinien der rechtsextreme Präsident Milei, der auch hier von Politiker:innen hofiert wird. Seine Demontage von öffentlichen Dienstleistungen und Sozialprogrammen hat das Land in ein soziales Desaster gestürzt. Die Armutsquote in Argentinien ist auf über 52 Prozent gestiegen. Am 10. April organisierte der Gewerkschaftsdachverband CGT den dritten Generalstreik gegen Milei. Dass die trägen Gewerkschaftsapparate nun endlich in die Gänge kommen, ist vor allem den Rentner:innen und ihrem hartnäckigen Widerstand zu verdanken.

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1. Mai 2025

USA

Trump mit Plan – Widerstand ohne Ziel
von Stephan Kimmerle, Seattle

Angst, Erschöpfung und Wut sind weit verbreitet. Widerstand baut sich trotzdem nur langsam auf.

Am 5. April beteiligten sich rund drei Millionen Menschen an 1400 Kundgebungen in allen 50 Staaten der USA gegen Präsident Donald Trump und seinen Gehilfen Elon Musk.

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1. Mai 2025

Proteste in Gaza

Gegen Israels Völkermord und die Hamas
von Jared Abbott

Nach fast anderthalb Jahren, in denen die Palästinenser in Gaza massive Zerstörungen und kollektives Elend ertragen mussten, verschaffen sie sich nun Gehör. In den letzten Tagen haben Tausende an weit verbreiteten Protesten in der belagerten Enklave teilgenommen und das Recht auf ein Leben in Würde und Frieden in ihrem eigenen Heimatland gefordert.

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1. Mai 2025

›Teil einer autoritären Formierung‹

Der Abschlussbericht zum Antisemitismus bei der documenta 15
von Aram Ziai

Selten war eine Kunstausstellung so in der öffentlichen Kritik wie die documenta 15, die von Juni bis September 2022 in Kassel stattfand und aufgrund der starken Beteiligung von Kunstkollektiven aus dem globalen Süden als »postkolonial« galt. Die Auseinandersetzungen sind nicht isoliert zu betrachten, sondern bewegen sich zwischen dem »Nahostkonflikt« einerseits und der Anerkennung de- und postkolonialer Perspektiven andererseits.

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1. Mai 2025

Literatur im Zeichen des Klassenkampfs

Das dritte Working-Class-Literaturfestival – Campi Bisenzio, 4.–6.April 2025
von Eva Gaßen und Riccardo Schreck

Die Sonne scheint heiß auf die Via Fratelli Cervi, die zur Ex-GKN-Fabrik in Campi Bisenzio führt. Ebenso wie die namensgebenden Cervi-Brüder – allesamt Partisanen, die von den Faschisten getötet wurden – ist der Kampf des Fabrikkollektivs Ex-GKN gegen den Investmentfonds Mel­rose bereits heute in die Geschichte der italienischen Arbeiter:innenbewegung eingegangen.

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