Wer kann schon von sich sagen, ein Gedankengang gehöre ihm?

Bert Brecht hielt nicht viel vom Recht auf geistiges Eigentum. Wir auch nicht. Wir stellen die SoZ kostenlos ins Netz, damit möglichst viele Menschen das darin enthaltene Wissen nutzen und weiterverbreiten. Das heißt jedoch nicht, dass dies nicht Arbeit sei, die honoriert werden muss, weil Menschen davon leben.

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Arbeitswelt 14. März 2018

Wenn die Erfahrung der Klassenzugehörigkeit fehlt

Ein Beitrag zur Klassentheorie
von Angela Klein

Werner Seppmann: Kapital und Arbeit. Klassenanalysen I. Kassel: Mangroven-Verlag, 2017. 162 S., 17 Euro

Die Wahlerfolge der AfD, insbesondere ihre Einbrüche in gestandene sozialdemokratische Milieus wie auch der Erwerbslosen und Prekären, haben auf der Linken zu neuen Debatten darüber geführt, ob die alten Klassentheorien noch zur Fundierung gesellschaftsverändernder Strategien taugen und welche politischen Schlussfolgerungen unter Umständen aus einer aktuellen Klassenanalyse zu ziehen wären.

Buch 7. März 2018

Warum flog die Tomate?

Die 68er und die Neuen Frauenbewegungen
von Angela Klein

 

Gisela Notz: Warum flog die Tomate? Die autonomen Frauenbewegung der Siebzigerjahre. 2., komplett überarb. Aufl.

Buch 1. März 2018

Krimi: Mike Nicol: Korrupt

Übers. Mechthild Barth. München: btb, 2018. 509 S., 10 Euro
von Udo Bonn

Jacob Zuma muss gehen. Das Führungsgremium des ANC hat beschlossen, dass der korrupte Präsident Südafrikas zurückzutreten hat.

In Mike Nicols Thriller Korrupt ist der Präsident allerdings auf Lebenszeit gewählt, das verleiht ihm einen noch größeren Spielraum für seine Geschäfte, seine sexuellen Ausschweifungen, seine Intrigen.

Buch 1. März 2018

Der grüne Marx

Kohei Saitos Natur gegen Kapital rekonstruiert Marx’ ökologische Kritik des Kapitalismus
von hgm

Kohei Saito: Natur gegen Kapital. Marx’ Ökologie in seiner unvollendeten Kritik des Kapitalismus. Frankfurt a.M., New York: Campus, 2016. 328 S., 39,95 Euro

Buch 18. Februar 2018

Bruno Kern: Es rettet uns kein höh’res Wesen? Zur Religionskritik von Karl Marx – ein solidarisches Streitgespräch

Ostfildern: Matthias Grünewald Verlag, 2017. 141 S., 19 Euro
von Manuel Kellner

Wer den Autor dieses Büchleins aus ökosozialistischen Zusammenhängen der politischen Bildungsarbeit kennt, weiß, wie wenig dieser linke Theologe dazu neigt, mit seinen religiösen Überzeugungen hausieren zu gehen. Desto willkommener ist nun sein vorliegendes Angebot zum «solidarischen Streit» mit seinen nichtgläubigen Kampfgefährten für eine menschenwürdige Welt.

Buch 1. Februar 2018

Krimitipp: Gudrun Lerchbaum: Lügenland

Bielefeld: Pendragon, 2016, 424 S., 17 Euro
von Udo Bonn

Als hätte Gudrun Lerchbaum geahnt, wie sich die politischen Verhältnisse in Österreich entwickeln werden, als hätte sie so einen Typen wie Kurz im Kanzleramt mit Rechtspopulisten als Koalitionspartner für möglich gehalten. Nur so kann eine Geschichte wie in ihrem Roman Lügenland nicht nur geschrieben, sondern auch für möglich gehalten werden.

Buch 1. Februar 2018

200 Jahre Karl Marx, Teil 1

Eine neue Biografie
von Manuel Kellner

Karl Marx war dafür, «alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist». Aktuell bleibt auch seine Kritik der kapitalistischen Produktionsweise, die «die Erde und den Arbeiter untergräbt». Immer bereit an allem zu zweifeln, verdient er nicht, zum Säulenheiligen gemacht zu werden. Sein Konzept der Selbstbefreiung der Arbeiterklasse als Mittel universaler Emanzipation bleibt allerdings entscheidender Bestandteil des revolutionären Kampfs für eine weltweite sozialistische Gesellschaft.

Buch 31. Januar 2018

Transformatives Organizing

Ein Handbuch, die Welt zu verändern
von Manuel Kellner

Eric Mann: Handbuch Transformatives Organizing. (Übers. Violetta Bock, Michael Heldt.) Köln: Neuer ISP Verlag, 2017. 236 S., € 19,80

Der Titel verrät es: Diese Schrift kommt aus dem angelsächsischen Raum, genauer aus den USA. Ihre Botschaft ist aber global. Der Autor hat eigens zum Erscheinen in deutscher Sprache ein Vorwort geschrieben, das sich an europäische und deutsche Aktive wendet. Darin setzt er sich leidenschaftlich für eine konsequent antirassistische Haltung sowie

Arbeitswelt 1. Januar 2018

Jan C. Zoellick: Postwachstum. Unser Leben nach dem Wachstumswahn.

isw-Report 110, September 2017. 28 S., € 2,50
von Angela Klein

Mit dem prophezeiten Ende des Verbrennungsmotors ist in der Öffentlichkeit auch ein Diskurs angekommen, der es wagt, das bisherige Mobilitätskonzept, das auf dem privaten Pkw basiert, in Frage zu stellen. Er greift Vorstellungen von einer Lebensweise auf, in deren Mittelpunkt nicht der maximale Produktionsausstoß steht, sondern die beste und ressourcenschonendste Dienstleistung.

Buch 1. Januar 2018

Krimi Tipp: Ahmet Ümit: Die Gärten von Istanbul

Übers. Sabine Adatepe. München: btb, 2017. 734 S., € 12
von Udo Bonn

Sie liegen da, ein Schnitt durch die Kehle, blutleer. Die Beine gespreizt, in den gefesselten Händen eine Münze. Sieben Tote an sieben Tagen. Fundorte sind die großen historischen Gebäude von Byzanz, Konstantinopel, Istanbul. Die Stadt mit den vielen Namen und der großen Geschichte. Die Münzen sind historisch mit den Prägungen von Byzas, Konstantin, Theodosius, Justinian, Sultan Mehmed II., Sultan Süleyman I. Was verbindet die  Toten und wer hat ein Interesse an ihrem Tod?

Buch 1. Januar 2018

Mein Buch des Jahres: Hanya Yanagihara: Ein wenig Leben (Originaltitel: A Little Life)

Aus dem Englischen von Stephan Kleiner. Berlin: Hanser Berlin, 2017. 957 S., 28 Euro
von Petra Hartlieb*

Entwicklungsroman, Männergeschichte, aber…

Manchmal habe ich das Gefühl, ich habe schon alles gelesen. Immerhin lese ich seit fünfundvierzig Jahren und seit ungefähr zwanzig Jahren professionell, zuerst als Literaturkritikerin, jetzt als Buchhändlerin. Das ist das Schöne an meinem Beruf – die Fülle an Themen, die unfassbare Auswahl, die ich zur Verfügung habe.

Buch 16. Dezember 2017

Harald Rein: Wenn arme Leute sich nicht mehr fügen…! Bemerkungen über den Zusammenhang von Alltag und Protest.

Wasserburg: AG SPAK, 2017. 184 S., 14,80 Euro
von Peter Nowak

Wenn von armen Leuten die Rede ist, schwingt schnell ein Klang von Bedauern und Mitleid mit. Doch wenn der Sozialwissenschaftler und Erwerbslosenaktivist Harald Rein seinem neuesten Buch den Titel Wenn arme Leute sich nicht mehr fügen gibt, knüpft er an eine Debatte über die Poor Peoples Movements an. Es sind soziale Bewegungen von Menschen, die weitgehend außerhalb der Lohnarbeitsprozesse stehen.