Wer kann schon von sich sagen, ein Gedankengang gehöre ihm?

Bert Brecht hielt nicht viel vom Recht auf geistiges Eigentum. Wir auch nicht. Wir stellen die SoZ kostenlos ins Netz, damit möglichst viele Menschen das darin enthaltene Wissen nutzen und weiterverbreiten. Das heißt jedoch nicht, dass dies nicht Arbeit sei, die honoriert werden muss, weil Menschen davon leben.

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Buch 1. September 2011

«… wird mit Brachialgewalt durchgefochten»

Bewaffnete Konflikte mit Todesfolge vor Gericht. Berlin 1929 bis 1932/33

Köln: PapyRossa, 2011, 154 S., 14 Euro
von  Johannes Fülberth
Schon lange gilt es unter linken und bürgerlichen Antifaschistinnen und Antifaschisten als ausgemacht, dass die Justiz der Weimarer Republik in krasser Weise auf dem rechten Auge blind war. Tatsächlich hatte es die Republik versäumt, Richter- und Staatsanwaltschaft nach dem Novemberumsturz 1918 zu erneuern. Es gab zwar einen Republikanischen Richterbund, dem aber nur wenige Richterinnen und Richter angehörten. Die meisten gehörten zum Deutschen Richterbund, der offiziell als politisch neutral galt, inoffiziell aber monarchistisch und deutschnational ausgerichtet war.

Buch 28. Juli 2011

Chinas Aufstieg zur Weltmacht

Zwei Zeitschriften zum Thema
Fred Schmid, «China – Krise als Chance?» Aufstieg zur ökonomischen Weltmacht. isw-report (München), Nr.83/84, Dezember 2010«China im globalen Kapitalismus»
Prokla (Münster), Nr.161, Dezember 2010
von Paul Kleiser

Seit dem Ende der 70er Jahre und im Gefolge der Wirtschaftsreformen von Deng Xiaoping hat die chinesische Wirtschaft ein unglaubliches Wachstumstempo hingelegt. Ein agrarisch strukturiertes Land hat sich zu einer modernen Industriegesellschaft entwickelt.

Buch 28. Juli 2011

Ulrich Grober, Die Entdeckung der Nachhaltigkeit

Kulturgeschichte eines Begriffs
München: Kunstmann, 2010, 299 Seiten, 22,50 Euro
von Hermann Dworczak
Die atomare Katastrophe in Japan zeigt drastisch, was es mit der Mär vom «billigen, sauberen und sicheren Atomstrom» auf sich hat. Wer tiefer schürfen will und für einen nachhaltigen Umgang mit der Natur optiert, für die ist das Buch von Ulrich Grober die ideale Lektüre.

Buch 10. Juli 2011

Leonardo Padura, Der Mann, der Hunde liebte

Zürich: Unionsverlag, 2011, 730 Seiten, 28,90 Euro
von Jürgen Meier
Dem Kubaner Leonardo Padura ist es gelungen, einen Roman zu schreiben, der auf drei Ebenen schildert, wie Stalins Terrorherrschaft Millionen Menschen liquidierte, aber auch viele Kommunisten in ihren Bann zog, und wie Trotzki noch sechzig Jahre nach seiner Ermordung für junge Kubaner eine Unperson geblieben ist, dessen tatsächliche Geschichte und Ideen niemand wirklich interessierten.

Buch 10. Juli 2011

Jakob Rosenberg/Georg Spitale, «Grün-weiss unterm Hakenkreuz»

Der Sportklub Rapid im Nationalsozialismus
Hg. DÖW und SK Rapid. Wien 2011, 303 Seiten, 18,99 Euro
von Dieter Braeg

Von Stefan Goch und Norbert Silberbach erschien 2005 das Buch Zwischen Blau und Weiß liegt Grau, es dokumentiert die Geschichte des FC Schalke 04 in der Zeit des Nationalsozialismus.

Buch 27. Mai 2011

Was sollen wir essen?

Leitfaden für kritische Verbraucher
von Larissa Peiffer-Rüssmann

Thilo Bode, Die Essensfälscher. Was uns die Lebensmittelkonzerne auf die Teller lügen. Frankfurt 2011: S.Fischer, 14,90 Euro

Die Lebensmittel- und Getränkeindustrie gibt jährlich 2,8 Milliarden Euro für Werbung aus, mehr als die Autoindustrie. Vor allem die großen Lebensmittelkonzerne sind zum Wachstum verdammt, denn ihr Erfolg misst sich an der Rendite.

Buch 27. Mai 2011

Anita Idel, Die Kuh ist kein Klima-Killer

Marburg 2010: Metropolis, 210 S., 18 Euro
von Boris Schultz
Anita Idel leistet mit diesem Buch einen sehr wichtigen Beitrag zur aktuellen Klimaschutzdebatte. Sie betont die Bedeutung der ökologisch vertretbaren Weidehaltung für den Klimaschutz.

Buch 27. Mai 2011

Klassenanalyse@BRD

Arbeitende Klasse in Deutschland –
Macht und Ohnmacht der Lohnarbeiter

E.Lieberam/J.Miehe (Hg.), Bonn 2011: Pahl-Rugenstein, 210 S., 19,90 Euro
von Jochen Gester

Lieberam/Miehe legen eine Aufsatzsammlung vor, deren Hauptteil sich mit der strukturellen Entwicklung der Arbeiterklasse in den letzten Jahrzehnten befasst und darüber hinaus versucht, die Faktoren zu beschreiben, die verhindern, dass sich die abhängig Beschäftigten als selbstbewusste und handlungsfähige Klasse konstituieren.

Buch 27. Mai 2011

Der Afghanistankrieg ist aussichtslos

Warum wird er dann geführt?
Umgangssprachlich: Krieg – Testfall. Afghanistan und deutsche Politik (Hg.Mario Tal) Köln: 2010, PapyRossa, 275 S., 14,90 Euro
von Anton Holberg

Als einer der führenden Rüstungsexporteure ist die Bundesrepublik Deutschland schon lange indirekt in viele, wenn nicht alle Kriege oder bewaffnete Konflikte der Welt verwickelt; am unmittelbarsten bislang allerdings in den Afghanistankrieg.Der vorliegende Sammelband zeigt in 14 Beiträgen elf verschiedener Autoren faktenreich auf, dass die ursprüngliche Rechtfertigung für diesen Krieg, ebenso wie für den unmittelbar vorhergegangenen Irakkrieg, nichts mit der Wirklichkeit zu tun hat.

Buch 27. Mai 2011

Kochbuch für die harten Zeiten

Reinhard P. Gruber, «Einfach Essen!». Graz/Wien: 2010, Literaturverlag Droschl, 120 Seiten, 18 Euro
von Dieter  Braeg

Über den Autor Reinhard P. Gruber muss man mehr als nur einige lobende Worte erwähnen. Er hat viele gute Texte geschrieben, und er wäre es wert, im deutschsprachigen Raum mehr gelesen zu werden. Da wäre zum Beispiel sein Buch Nie wieder Arbeit, da kann man ein Manifest lesen, hieraus eine kurze Kostprobe:

Buch 27. April 2011

Hermann Scheer, Der energethische Imperativ

München: Kunstmann, 2010
Hundert Prozent jetzt!
von Rolf Euler
Hermann Scheer, langjähriger Streiter für solare Wirtschaft und Energiegewinnung, Träger des Alternativen Nobelpreises, starb im Oktober vergangenen Jahres. Kurz darauf erschien sein Buch Der energethische Imperativ, sein Erbe sozusagen, das auf erhöhte Aufmerksamkeit stieß, als durch das Atomunglück in Japan alle Welt plötzlich von alternativen Energien redete.

Buch 20. April 2011

Das demokratische Weinbuch

Wein soll das Volk trinken!

Rainer Balcerowiak
Das demokratische Weinbuch
Augsburg: Mondo Communications, 2010
128 S., 14,95 Euro
von Dieter Braeg

Es gibt so Diskussionen in jenen Kreisen, Indiesemihremland, die sich große Sorgen machen, wie man nun den Spargel essen solle – mit Messer und Gabel, mit Spezialbesteck oder gar, ohpfui, mit den Händen. Menschen, die über solche und ähnliche Probleme schreiben, erzeugen dann Sätze wie: «Die Feinschmeckerei als Ausdruck einer hedonistischen Lebensweise gehört mittlerweile zum gängigen Lebensstil.» Ähh, geht‘s denn noch?