Wer kann schon von sich sagen, ein Gedankengang gehöre ihm?

Bert Brecht hielt nicht viel vom Recht auf geistiges Eigentum. Wir auch nicht. Wir stellen die SoZ kostenlos ins Netz, damit möglichst viele Menschen das darin enthaltene Wissen nutzen und weiterverbreiten. Das heißt jedoch nicht, dass dies nicht Arbeit sei, die honoriert werden muss, weil Menschen davon leben.

Hier können Sie jetzt Spenden
Buch 2. März 2016

NGO statt Internationale

Axel Honneth: Die Idee des Sozialismus. Versuch einer Aktualisierung. Berlin: Suhrkamp, 2015. 168 S., 22,95 Euro
von Gerhard Klas

Der Sozialismus war eines der wichtigen politischen Leitbilder des 20.Jahrhunderts und inspirierte unzählige Menschen zum Handeln. Auch wenn in Ländern wie Venezuela Linksregierungen einen Sozialismus des 21.Jahrhunderts verkünden, in Europa scheint die Idee vom Sozialismus viel von ihrer Popularität eingebüßt zu haben. Axel Honneth überdenkt diese Idee in seinem gleichnamigen Buch und will ihr so wieder Leben einhauchen.

Film 2. März 2016

Makhdoumin oder die Dienstbotengesellschaft

Makhdoumin (A Maid for Each), Libanon/Frankreich/Norwegen 2016, Regie: Maher Abi Samra
von Peter Nowak

Eine Familie des gehobenen Mittelstands sitzt in einem Büro und blättert in Katalogen. Mal nimmt die Frau einen Zettel aus einer Klarsichtfolie und liest ihn genauer. Mal tuschelt die Frau mit ihrer Tochter und lacht. Man könnte denken, die Familie plant ihren Urlaub und sucht das passende Hotel. Doch auf dem Foto sind junge Frauen abgebildet und die Familie unterhält sich über ihre Gesichtszüge und stellt Mutmaßungen an, welche Frau freundlich und welche streng ist. Es ist eine Agentur für Arbeit in Beirut und die Familie sucht sich gerade ein neues Dienstmädchen aus.

Startseite 2. März 2016

Zum Tod des Sinologen Ingo Nentwig

Analyse statt Projektion
von Manuel Kellner

Der Sinologe Ingo Nentwig ist tot. Er starb am 30.Januar im Alter von 55 Jahren. Er war ein extrem belesener undogmatischer Kommunist. Über seinem Haus in Rödinghausen in Ostwestfalen wehte die rote Fahne, es gleicht einer öffentlichen Bibliothek.

Sonstiges 2. März 2016

Gemeinsam für soziale Rechte

«Berlin für alle» im Haus der Demokratie und Menschenrechte gegründet
von Renate Hürtgen

«Wir kämpfen gemeinsam für unsere sozialen Rechte und dabei ist uns egal, wer welchen Pass besitzt. Das Leben ist schön. Berlin für alle.» Mit diesen fröhlich-hedonistischen Worten endete ein Statement, das am 14.Februar nach sechs Stunden Plenum und Diskussion in Arbeitsgruppen von den Teilnehmenden des 2.Ratschlages «Berlin für alle» verabschiedet wurde. Von den über 200 Personen waren zu diesem späten Zeitpunkt immerhin noch 150 anwesend, und sie einigten sich überraschend schnell auf einen kurzen Text, in dem es darum geht, sich den sozialen Raum der Stadt solidarisch anzueignen.

Buch 2. März 2016

Ronan de Calan: Das Gespenst des Karl Marx

Illustriert von Donatien Mary. Berlin: Diaphanes, 2014. 63 S., 14,95 Euro
von Larissa Peiffer-Rüssmann

Die Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AjuM) hat Ende September 2015 in Erfurt den Heinricht-Wolgast-Preis an den französischen Philosophieprofessor Ronan de Calan und den Illustrator Donatien Mary für ihr Kinderbuch Das Gespenst des Karl Marx verliehen. Das ist eine erstaunliche Entscheidung. Es ist aber auch ein ungewöhnliches Kinderbuch, das Kindern und Jugendlichen die Ideen von Karl Marx in verständlicher und unterhaltsamer Form näher bringen will, mit einer außergewöhnlichen grafischen Gestaltung.

Film 2. März 2016

Filmtipp: Hail, Caesar!

USA 2015, Regie: Joel und Ethan Coen
von Angela Huemer

Ein enger Beichtstuhl. Ein Mann beichtet, dass er es trotz bester Vorsätze doch ziemlich schwer findet, mit dem Rauchen aufzuhören. Kurz darauf sitzt derselbe Mann im Dunkeln in einem Auto. Für manche fängt der Tag früh an, sagt eine Stimme aus dem Off. Der Mann ist Eddie Mannix, Leiter des fiktiven Filmstudios Capitol. Es sind die frühen 50er Jahre.

Buch 2. März 2016

Tito Topin: Exodus aus Libyen

Deutsch von Katarina Grän. Heilbronn: Distel, 2015. 233 S., 14,80 Euro
von Udo Bonn

Sie wollen raus aus Tripolis. Acht Menschen sind auf der Flucht an die Grenze zu Tunesien. Wardia Tisantani, eine schwangere Krankenschwester, Salima-El-Najib, Schauspielerin und sechs Männer, der Kampfpilot Henri Ventura, Emanuel Scharif, Auslandskorrespondent, Kenneth Hitchcock, Arzt, Ousmane Elmalik, aus dem Tschad geflohen, Jean-David Mouillon, Archäologe.

Europa 2. März 2016

Revolution und Bürgerkrieg in Spanien, Teil II

1936 – Zeit der Massenbewegungen
von Paul Michel

Am 16.1.1936 wurde die Volksfront (Frente Popular) gegründet. Sie umfasste im wesentlichen die gemäßigten Republikaner (Republikanische Linke und Republikanische Union), die sozialdemokratische PSOE (Spanische Sozialistische Arbeiterpartei) und den ihr nahestehenden Gewerkschaftsverband UGT, die stalinistische PCE (Kommunistische Partei Spaniens) sowie die unabhängigen Kommunisten der POUM (Arbeiterpartei der marxistischen Einigung).

Zur Person 4. Februar 2016

Zum Tod des Sinologen Ingo Nentwig

Analyse statt Projektion

von Manuel Kellner *

Der Sinologe Ingo Nentwig ist tot. Er starb am 30. Januar im Alter von 55 Jahren. Er war ein extrem belesener undogmatischer Kommunist. Über seinem Haus in Rödinghausen in Ostwestfalen wehte die rote Fahne, es gleicht einer öffentlichen Bibliothek.

Arbeitswelt 1. Februar 2016

Rolf Geffken: Streikrecht – Tarifeinheit – Gewerkschaften

Aktuelle Analysen zur Koalitionsfreiheit in Deutschland. Cadenberge: VAR, 2015
von Michael Sankari

Ein Buch mit diesem Titel, noch dazu von einem streitbaren Anwalt, der sich wie wenige seiner Kolleginnen und Kollegen aus der politischen Deckung wagt, sollte eigentlich längst rezensiert und erst recht breit diskutiert sein.

Europa 1. Februar 2016

Revolution und Bürgerkrieg in Spanien, Teil I

Vom Ende der Monarchie zur Volksfront
von Paul Michel

Große gesellschaftliche Transformationen in Europa sind immer ein europäischer Prozess. Daran zu erinnern lohnt sich vor allem in der heutigen Situation, wo es erneut massive gesellschaftliche Umbrüche in Europa gibt. In Spanien hat sich 1936–1939 das Schicksal Europas entschieden: Erst durch das Scheitern dieser Revolution wurde der Weg frei für den Zweiten Weltkrieg und die Vorherrschaft des Faschismus.

Sonstiges 1. Februar 2016

25 Jahre isw

Arbeit an einem neuen Selbstverständnis
von Paul B. Kleiser

Im Dezember 2015 feierte das in München beheimatete Institut für sozial-ökologische Wirtschaftsforschung, isw, mit einer Festveranstaltung, zu der etwa 150 Menschen kamen, sein 25jähriges Bestehen. Den Festvortrag hielt Frank Deppe aus Marburg.