Wer kann schon von sich sagen, ein Gedankengang gehöre ihm?

Bert Brecht hielt nicht viel vom Recht auf geistiges Eigentum. Wir auch nicht. Wir stellen die SoZ kostenlos ins Netz, damit möglichst viele Menschen das darin enthaltene Wissen nutzen und weiterverbreiten. Das heißt jedoch nicht, dass dies nicht Arbeit sei, die honoriert werden muss, weil Menschen davon leben.

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Film 1. Februar 2016

Filmtipp: Anomalisa

USA 2015, Regie: Charlie Kaufman, Duke Johnson
von Angela Huemer

Dichte Wolken, die Sonne dringt leicht durch. All das von einem Flugzeugfenster aus gesehen. Dann sehen wir, wie ein Mann eben dies vom Flugzeugfenster aus betrachtet und werden daran erinnert, dass dies ein Animationsfilm ist. Trotzdem «fühlt» sich der Film von Anfang an eigenartig real an.

Buch 1. Februar 2016

Krimi: Antonio Ortuño: Die Verbrannten

Deutsch von Nora Haller. München: Verlag Antje Kunstmann, 2015. 208 S., 19,95 Euro
von Udo Bonn

Irma, auch Negra genannt, kommt mit ihrer kleinen Tochter nach Santa Rita, einem unbedeutenden Örtchen im Süden Mexikos. Als Sozialarbeiterin, die für die Nationalkommission für Migration arbeitet, muss sie ihre erschossene Kollegin ersetzen.

Geschichte 1. Februar 2016

Ellen Meiksins Wood (1942–2016)

Die Verteidigung der Klassenanalyse
von Vivek Chibber*

Nach langem Kampf gegen den Krebs ist die marxistische Historikerin Ellen Meiksins Wood am 14.Januar gestorben.

Wood war eine Denkerin von außerordentlichem Format, die mit großer Kompetenz über das antike Griechenland, das politische Denken der frühen Moderne, die zeitgenössische politische Theorie, den Marxismus und die Struktur und Entwicklung des modernen Kapitalismus schrieb.

Nur Online 1. Februar 2016

Ingo Nentwig ist gestorben

Kurze Mitteilung, Nachruf folgt

von MANUEL KELLNER*

Heute morgen um 9.21 Uhr ist unser Freund und Genosse Ingo Nentwig (geboren am 8. April 1960) nach schwerer Krankheit viel zu früh gestorben.

Zur Person 1. Januar 2016

Kurt Holl (1938–2015)

Nachruf
vom Vorstand des Rom e.V.

Am 10.Dezember verstarb der Motor, Mentor und Menschenrechtler Kurt Holl im Alter von 77 Jahren.

Zur Person 1. Januar 2016

Peter Langos (1942–2015)

Nachruf
von Renate Angstmann-Koch*

Er hatte immer eine Tasche dabei, in den letzten Jahren einen Rucksack – voll mit Zeitungen, Aufsätzen, Flyern und Flugblättern. Der Alt-68er und überzeugte Linke kam so auch oft in die Redaktion des Tübinger Tagblatts, stets auf der Suche nach Neuigkeiten und Gesprächspartnern. Peter Langos erlag am 14.12. einem Herzinfarkt.

Buch 1. Januar 2016

Elisabeth Benz: Ein halbes Leben für die Revolution

Fritz Rück (1895–1959). Essen: Klartext, 2014. 440 S., 29,95 Euro
von Hans Peiffer

Fritz Rück wurde in eine sozialdemokratische Familie hineingeboren. Sein Vater war aktiver Gewerkschafter und Sozialdemokrat, auch die Mutter beteiligte sich an den politischen Aktivitäten. In seinem Geburtshaus befand sich eine Gaststätte, wo Versammlungen des sozialdemokratischen Vereins und der Gewerkschaft stattfanden. Stuttgart war eine linke Hochburg, in der führende Vertreter der SPD-Linken auftraten.

Buch 1. Januar 2016

JahrBuch für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung

Nr. III/2015. NDZ GmbH, 230 S., 11 Euro
von Peter Nowak

An einen trüben Januartag 1933 wurde die russische Kommunistin Sinaida Wolkowa in Berlin beerdigt. Sie hatte im Alter von 31 Jahren Selbstmord verübt. Ihr Vater konnte nicht an ihrer Beerdigung teilnehmen, weil er im türkischen Exil lebend von den meisten europäischen Staaten kein Visum bekommen hatte.

Buch 1. Januar 2016

Nizaqete Bislimi, Beate Rygiert: Durch die Wand

Von der Asylbewerberin zur Rechtsanwältin. Köln: DuMont, 2015. 255 S., 19,99 Euro
von Larissa-Peiffer-Rüssmann

In Deutschland Flüchtling zu sein bedeutet, in ständiger Angst vor Abschiebungung zu leben, ohne soziale Teilhabe, ohne Perspektive und einem sehr eingeschränkten Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung. Das musste auch die Familie Bislimi erfahren, die 1993 vor dem beginnenden Jugoslawienkrieg aus dem Kosovo nach Deutschland floh.

Buch 1. Januar 2016

Swetlana Alexijewitsch: Secondhand-Zeit

Leben auf den Trümmern des Sozialismus. München: Hanser, 2013/Berlin: Suhrkamp, 2015 (Taschenbuchausgabe)
von Paul B. Kleiser

Zugegebenermaßen habe ich die Bücher von Swetlana Alexijewitsch, vor allem Secondhand-Zeit, erst wenige Monate vor der Verleihung des Nobelpreises eher zufällig kennen gelernt. Es gibt nicht viele Autoren, die einen so klaren Blick auf die Katastrophen der Sowjetunion und Russlands entwickeln, und dies auch noch vor allem aus weiblicher Perspektive.

Film 1. Januar 2016

Filmtipp: Carol

USA/Großbritannien 2015. Mit Cate Blanchett, Rooney Mara. Regie: Todd Haynes
von Angela Huemer

Winter in New York. Noch besser, Vorweihnachtszeit. Und dazu noch im schönen Ambiente der 50er Jahre. Wir sind in einem der großen Kaufhäuser New Yorks. Mit dem Wunsch für schöne Feiertage werden dort rote Weihnachtsmannmützen an die Verkäuferinnen verteilt. Die junge Therese Belivet arbeitet hier in der Spielwarenabteilung.

Buch 1. Januar 2016

Dennis Lehane: Am Ende einer Welt

Deutsch von Steffen Jacobs. Zürich: Diogenes, 2015. 394 S., 24 Euro
von Udo Bonn

Dennis Lehane weiß, wie man spannende Bücher schreibt und Krimis mit einem literarischen Touch versieht. Und sein Schweizer Verlag weiß, wann man die Bücher am besten plaziert.