Wer kann schon von sich sagen, ein Gedankengang gehöre ihm?

Bert Brecht hielt nicht viel vom Recht auf geistiges Eigentum. Wir auch nicht. Wir stellen die SoZ kostenlos ins Netz, damit möglichst viele Menschen das darin enthaltene Wissen nutzen und weiterverbreiten. Das heißt jedoch nicht, dass dies nicht Arbeit sei, die honoriert werden muss, weil Menschen davon leben.

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Film 1. Mai 2016

Filmtipp: Zur Diagonale 2016

Festival des östrreichischen Films, Graz
von Kurt Hofmann

Österreich, das war in der gängigen Sprachregelung «das erste Opfer Hitlers» – bis zu Waldheim, dem geschichtsvergessenen Präsidenten. 1986, mit dem Beginn der Waldheim-Debatte, war es aus mit dem Opfermythos. Zwanzig Jahre danach: ein übersehenes «Jubiläum», befand zumindest die neue Intendanz der Diagonale.

Film 1. Mai 2016

Filmtipp: Heart of a Dog

USA 2015. Regie: Laurie Anderson
von Angela Huemer

Wenige Filme haben auf mich so einen Eindruck gemacht wie Home of the Brave, ein Film der Musikerin und Komponistin, Pionierin der elektronischen Musik, Dichterin, Bildhauerin und Fotografin Laurie Anderson von 1986. Damals war sie für mich vor allem die Musikerin, einige Jahre zuvor war ihr Lied «Oh Superman» in die Charts geraten und eine Weile war sie so etwas wie berühmt.

Buch 1. Mai 2016

Krimi: Paul Colize: Back up

Deutsch von Cornelia Wend. Hamburg: Edition Nautilus 2015. 352 S., 19,90 Euro
von Udo Bonn

Seit Dominique in der Brüsseler Derscheid-Klinik seine Arbeit als Physiotherapeut begonnen hat, gibt es hier was zu lachen, selbst die Ärzte können sich seinem «Wie ist das Leben schön» auf Dauer nicht entziehen. Doch besonders die Patienten genießen sein fachliches Können und seinen aufmunternden Humor. Nur beim Patienten X Midi stößt er auf Granit.

Buch 1. Mai 2016

Zum 400.Todestag von Miguel de Cervantes

Don Quijote de la Mancha: Das Buch, das die Moderne eröffnet
von Antonio Prete*

Don Quijote ist die Sehnsucht, die die Welt und ihre Hindernisse durchstreift. Sehnsucht, die mit jeder Verweigerung, jeder Enttäuschung stärker wird. Don Quijote ist auch die beharrliche, penible, ja zwanghafte Imitation eines Modells: des Rittertums, wie es von Amadis von Gallien** gelebt wurde.

Amerika 1. April 2016

Labor for Bernie

Die Kampagne für Bernie Sanders ist noch nicht gelaufen
von Dianne Feeley*

Die Unterstützung für den demokratischen Präsidentschaftskandidaten Bernie Sanders bleibt aufrecht, obwohl nach derzeitiger Zählung der Wahlmänner eine Nominierung von Hillary Clinton immer wahrscheinlicher erscheint.

Geschichte 1. April 2016

Über den kritischen Umgang mit historischen Fotos

Zum Vortrag von David Rojkowski
von Kai Böhne*

Noch heute werden Propagandabilder unkommentiert zur Illustration genutzt. Der Fotohistoriker Rojkowski fordert, historische Fotos quellenkritisch zu verwenden.

Film 1. April 2016

Filmtipp: Die Kommune

Dänemark 2015, Regie: Thomas Vinterberg
von Angela Huemer

Der Architekt Erik besichtigt mit seiner Familie, seiner Frau Anna und seiner vierzehnjährigen Tochter Freja das Haus, in dem er aufgewachsen ist. Er hat es soeben geerbt und klingt zufrieden, als er vom Makler vernimmt, dass er 1 Million Kronen dafür bekommen könnte, denn er arbeitet als Dozent, und Geld ist eher knapp. Um selber drin zu wohnen, wäre es doch viel zu groß, meint Erik. Und zu teuer. Doch seine Frau Anna und die Tochter Freja haben andere Pläne, sie überlisten Erik geradezu und beschließen dann, das große Haus mit anderen zu teilen, also eine Art Hausgemeinschaft, eine Kommune zu starten.

Buch 1. April 2016

Krimi: Deon Meyer: Cobra

Deutsch von Stefanie Schäfer. Berlin: Aufbau, 2016. 438 S., 9,99 Euro
von Udo Bonn

Was könnte der Traum eines geübten Taschendiebs in Kapstadt sein? Für Tyrone Kleinbooi besteht er darin, einmal durch Europa reisen zu können und seine Fingerfertigkeiten an Touristen in Barcelona auszuprobieren. Sein Onkel Solly hatte ihn unter seine Fittiche genommen und ihm beim Erlernen des Handwerks auch Ehre und Anstand beigebracht: Die Taschen der Reichen sind sein Ziel, Höflichkeit und Anstand gelten den Armen und insbesondere seiner Schwester, deren Studium er durch seine Diebereien finanziert.

Buch 1. April 2016

Ein Brief von Umberto Eco an seinen Enkel

«Lieber Enkel, lerne auswendig»
von espresso.repubblica.it*

Der Semiotiker und Schriftsteller schreibt seinem Enkel. Mit Überlegungen zur Technologie und einem Rat für die Zukunft: nämlich die «Vispa Teresa» [ein Gedicht von Luigi Sailer]**, die Aufstellung der Fußballmannschaft vom AS Rom oder die Namen der Domestiken der drei Musketiere auswendig zu lernen. Denn das Internet kann weder das Wissen noch unser Gehirn ersetzen.

Europa 2. März 2016

Gianis Varoufakis will die EU retten

DIEM25: Democracy in Europe Movement 2025
von Thies Gleiss

Am 9.Februar 2016 lud der frühere griechische Finanzminister und mittlerweile Popstar der gefälligen EU-Kritik, Gianis Varoufakis, zur Abendversammlung in die Berliner Volksbühne, um sein Projekt «Democracy in Europe Movement 2025» aus der Taufe zu heben.

Arbeitswelt 2. März 2016

VIO.ME macht weiter

Drei Jahre betriebliche Selbstverwaltung
von Hans Bürger

Mitte Februar (13./14.2.) feierte VIO.ME sein dreijähriges Bestehen als selbstverwalteter Betrieb – mit Workshops und Musik.

Seit 2013 produziert die Belegschaft in eigener Regie umweltfreundliche Seifen und Reinigungsmittel ohne chemische Zusätze. Inzwischen hat der Betrieb offiziell den Status einer Sozialkooperative mit eigener Steuernummer erlangt. Die Produkte werden ohne Zwischenhändler auf informellen Märkten und in sozialen Zentren in Griechenland vertrieben. Eine breite internationale Solidartätsbewegung unterstützt das Projekt durch Spenden und durch die Abnahme der Produkte.

Buch 2. März 2016

Genosse der Bosse – Gerhard Schröder im Porträt

Gregor Schöllgen: Gerhard Schröder. Die Biographie. München: DVA, 2015. 1038 S., 34,99 Euro
von Paul B. Kleiser

Vor ein paar Monaten konnte Merkel den zehnten Jahrestag ihres Einzugs ins Kanzleramt feiern. Sie schien auf dem Weg zur «ewigen Kanzlerin», als sie die Grenzen für Flüchtlinge öffnen ließ; seither machen plötzlich Schlagzeilen über ihren baldigen Sturz die Runde. Verglichen mit den brutalen Pressekampagnen, die ihr Vorgänger Schröder und seine häufig wackelige rot-grüne Mehrheit zu überstehen hatten, handelt es sich bei den jetzigen Rücktrittsforderungen aber eher um einen Sturm im Wasserglas.