Wer kann schon von sich sagen, ein Gedankengang gehöre ihm?

Bert Brecht hielt nicht viel vom Recht auf geistiges Eigentum. Wir auch nicht. Wir stellen die SoZ kostenlos ins Netz, damit möglichst viele Menschen das darin enthaltene Wissen nutzen und weiterverbreiten. Das heißt jedoch nicht, dass dies nicht Arbeit sei, die honoriert werden muss, weil Menschen davon leben.

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Film 1. Juli 2016

Filmtipp: Im märkischen Sand. Eine Webdoku, Deutschland 2016

Regie: Katalin Ambrus, Nina Mair und Matthias Neumann mit Bewegtbildern von Cosimo Miorelli.
Jederzeit verfügbar auf: www.imidoc.net
von Angela Huemer

«Am 23.April 1945 werden 127 italienische Zwangsarbeiter in einer Sandgrube erschossen. Das Massaker wird vergessen. Doch dann kehrt die Erinnerung zurück. Ein filmische Ausgrabung in Treuenbrietzen, Brandenburg.» Diese filmische Ausgrabung in insgesamt 24 kurzen Filmen nennt sich Webdoku, den Anstoss dazu gab Matthias Neumann, seines Zeichens Kameramann.

Buch 1. Juli 2016

Krimi: Ross Thomas: Porkchoppers

Deutsch von Alexander Wewerka. Berlin: Alexander, 2016. 309 S., 14,90 Euro
von Udo Bonn

Rumble in the jungle war nicht nur das Motto des legendären Boxkampfs zwischen George Foreman und Muhammad Ali 1974 in Kinshasa. Es ist auch das heimliche Motto eines jeden (Vor-)Wahlkampfs um das Präsidentenamt in den USA. Ein Höchstmaß an Personifizierung, Ausspionierung und Verunglimpfungen des Gegners, Eintreiben von Geldern – auch aus dunklen Quellen, kurze, inhaltslose Reden und hirntötende Musik.

Flucht/Migration 1. Juli 2016

Mare Nostrum?

Die 70.Ruhrfestspiele in Recklinghausen
von Rolf Euler

Im Mai und Juni fanden zum siebzigsten Mal die Ruhrfestspiele in Recklinghausen statt. Neben Klassischem und bewährten internationalen Produktionen gingen die Veranstalter diesmal auch auf ein sehr aktuelles Thema ein: Flüchtlinge. Einige von ihnen waren aktiv bei mehreren Projekten dabei.

Nur Online 16. Juni 2016

Faulheit als Sünde und Verbrechen

Arbeitswut, Arbeitszwang, Arbeitszeitverkürzung*

von Manuel Kellner

Das hier besprochene Buch dient der politischen Bildung in emanzipatorischer Absicht in herausragender Weise. Die Diskussion über eine ökosozialistische Alternative zur kapitalistischen Klassengesellschaft kann nur daran gewinnen, diese Darstellung und Kritik der christlich-abendländischen Tradition des geharnischten Kampfs gegen die „Faulheit“ und deren Zuspitzung im Zuge der Durchsetzung der kapitalistischen Produktionsweise aufzugreifen und den Vorschlag einer radikalen Verkürzung der – direkt oder indirekt – erzwungenen Arbeitszeit in ihre Vorstellungen zu integrieren.

Buch 1. Juni 2016

Fritz Güde: Umwälzungen. Schriften zu Politik und Kultur

Hrsg. von Sebastian Friedrich. Münster: Edition Assemblage, 2015. 220 S., 20 Euro
von Peter Nowak

Fritz Güde gehörte zu den politisch Verfolgten in der BRD der 70er Jahre. Wegen seiner kurzen Mitgliedschaft im maoistischen KBW bekam er 1974 Berufsverbot. Er war einer von Tausenden, doch sein Fall bekam ein großes Medienecho. Schließlich war er Sohn des Generalbundesanwalts Max Güde. Zudem war Güde zum Zeitpunkt seines Berufsverbots bereits 39 Jahre.

Buch 1. Juni 2016

Nikos Chilas, Winfried Wolf: Die griechische Tragödie

Rebellion, Kapitulation, Ausverkauf. Wien: Promedia, 2016. 228 S., 17,90 Euro
von Hermann Dworczak

Um Griechenland ist es in letzter Zeit ziemlich ruhig geworden. Die Hoffnungen nach dem Wahlsieg von SYRIZA sind weitgehend verflogen – in Griechenland und international. Nikos Chilas und Winfried Wolf zeigen in ihrem materialreichen Buch, wie es dazu gekommen ist.

Buch 1. Juni 2016

Solidarität statt Chaos! – Memorandum 2016

Hrsg. Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik. Köln: Papyrossa, 2016. 263 S., 17,90 Euro
von Rolf Euler

Das neue Memorandum der Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik (AAW, www.alternative-wirtschaftspolitik.de) stellt wie jedes Jahr aktuelle Forderungen an die politische Szene – diesmal insbesondere zur EU und der Flüchtlingsmigration. Dabei freut man sich einerseits, jedes Jahr wieder mit alternativen Gedanken zum neoliberalen Mainstream konfrontiert zu werden, andererseits bemerkt man die Zahl der (fast) nutzlosen Appelle und hofft, dass nicht alles, was die AAWler schreiben, im Papierkorb der Geschichte landet.

Film 1. Juni 2016

Filmtipp: Parchim International

Deutschland 2015, Regie: Stefan Eberlein und Manuel Fenn
von Angela Huemer

Flughafen Parchim in Mecklenburg-Vorpommern: «Eins, drei, zwei» – der Chinese Jonathan Pang durchschneidet ein rotes Band und weist dann darauf hin, dass hier auch eine chinesische Fahne hängt. Jonathan Pang ist der Unternehmer und Investor, der dem Flughafen Schwerin-Parchim eine große Zukunft verleihen will.

Buch 1. Juni 2016

Krimi: Malla Nunn: Tal des Schweigens

Hamburg: Argument, 2015. 317 S., 13 Euro
von Udo Bonn

Südafrika 1953, Detective Sergeant Emmanuel Cooper sitzt nach acht Jahren immer noch der Krieg in Europa in den Knochen und in der Seele. Seine Polizeikarriere ist auf dem absteigenden Ast, zu wenig passt er in die Farbskala des Apartheidregimes. Er hat gerade mit der Frau geschlafen, die sein Chef demnächst heiraten will, da ruft dieser ihn an:

Buch 1. Mai 2016

Kampf um die Armut. Von echten Nöten und neoliberalen Mythen.

(Hrsg. Ulrich Schneider u.a.). Frankfurt a.M.: Westend, 2015
von Rolf Euler

Die regelmäßigen Armutsberichte des Paritätischen Wohlfahrtsverbands sind ebenso regelmäßig Stein des Anstoßes für die Mainstreampresse und die herrschende Wirtschaftswissenschaft: Sie legen die Finger in die Wunde der Gesellschaft, sie zeigen die Einkommens- und Gerechtigkeitslücke, deren Beseitigung humane und sogar verfassungsmäßige Aufgabe wäre.

Flucht/Migration 1. Mai 2016

Flüchtlinge und Wohnungsnot nach dem Krieg

Wie man damals damit umging
von Manfred Dietenberger

Der Zweite Weltkrieg war die Ursache für die größte Wohnungsnot in der deutschen Geschichte. In die zerbombten und oft schwer zerstörten Städte strömten Soldaten, Vertriebene, befreite KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und viele andere Menschen, die die Kriegswirren entwurzelt hatten.

Buch 1. Mai 2016

Miguel de Cervantes und seine Zeit

Vor 400 Jahren starb der Schöpfer des Don Quijote
von Alan Woods*

Miguel de Cervantes (1547–1616) ist der berühmteste Autor der spanischen Literatur. Als Romanschriftsteller, Dramatiker und Lyriker produzierte er ein umfangreiches Werk, doch heute ist er in erster Linie als Schöpfer des Don Quijote bekannt.