Ende des Höhenflugs
Die Internetindustrie gerät ins Stolpern
von Matthias Becker
Seit dem Spätsommer erfasst Silicon Valley eine regelrechte Entlassungswelle. Die bekanntesten Beispiele sind die großen Internetplattformen und sozialen Medien. Meta/Facebook kündigte 10000 Beschäftigten, Amazon 18000, Twitter etwa 7500. Der überwiegende Teil der Entlassungen betrifft aber kleinere und weniger bekannte Internetdienstleister und App-Unternehmen.
Bis Januar lag die Zahl der Gekündigten in den USA insgesamt bei gut 100000. Entlassungen gab es auch in Europa und Indien bei den Firmen Lyft, DoorDash, Research Gate, Infarm, Pitch, Gorillas und vielen weiteren mehr.
Sozialismus in einem Land – nein. Aber Vergesellschaftung einer Industrie?
Zum Beitrag ›Stiftung oder Vergesellschaftung?‹, SoZ 1/2023
von Michael Heldt
Für bürgerliche Regierungen gehört Verstaatlichung zum guten Ton in der Krise. Durch den stetig laufenden Wirtschaftskrieg, der dem Imperialismus innewohnt, müssen Konzerne »gerettet« werden – auf Kosten der Masse der Steuerzahler:innen und zum Schutz der Profite der Monopole.
Die Zukunft der Stahlindustrie
Stiftung oder Vergesellschaftung?
von Helmut Born
In SoZ 11/22 hat Hanno Raußendorff die Broschüre zur Zukunft der Stahlindustrie von Christian Leye, MdB, und Ulrike Eiffler, Mitglied des Sprecher:innenrates der Bundesarbeitsgemeinschaft Betrieb und Gewerkschaft, vorgestellt. Darin plädieren beide für die Bildung einer Stahlstiftung, nach dem Vorbild der saarländischen Industriestiftung.
Das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz
Unternehmer dürfen weiter Menschenrechte missachten
von Volker Brauch
Das im Juni 2021 verabschiedete deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) tritt am 1.1.2023 in Kraft. Was wird es bewirken?
David gegen Goliat
Die Wassertafel Berlin-Brandenburg hat mit Tesla einen harten Gegner – es ist aber nicht der einzige
von Heidemarie Schroeder
Im Südosten Berlins hat vor einem halben Jahr die Gigafactory von Tesla ihre Produktion aufgenommen. Das Tesla-Areal ist Wasserschutzgebiet, so dass das Anlegen von Bohrungen und das Hantieren mit wassergefährdenden Stoffen per Gesetz verboten sind. Eigentlich, denn für Tesla gelten andere Regeln.
Vollgas Rückwärtsgang
Die Bundesregierung errichtet eine neue Infrastruktur für Erdgas
von Matthias Becker
Entgegen aller klimapolitischen Vernunft baut die Bundesregierung mit den Flüssiggasterminals in der Nordsee eine neue fossile Infrastruktur. Constantin Zerger, Leiter des Bereichs Energie und Klimaschutz bei der Deutschen Umwelthilfe (DUH), hat auf einer Onlinekonferenz von Fridays for Future mit dem Titel »Gerechte Wege aus der Krise« die einzelnen Vorhaben dargestellt. Hier eine Zusammenfassung der Redaktion.
Energiekonzerne – Raus aus dem Markt!
Die einzige nachhaltige Alternative zur Preistreiberei
von Angela Klein
200 Mrd. Euro kostet der »Doppel-Wumms«, mit dem die steigenden Energiekosten abgefedert werden sollen. Der Vorschlag geht zurück auf die sog. »Konzertierte Aktion«, der auf der Seite der Gewerkschaften der IGBCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis und auf der Seite der Unternehmer BDI-Präsident Siegfried Russwurm angehören.
RWE & Co. enteignen
Selber anpacken – Enteignen statt Krise!
von Matthias Becker
Anfang Oktober trafen sich in Berlin drei Tage lang Aktive und Wissenschaftler zu einer »Vergesellschaftungskonferenz«. Auch »RWE & Co. enteignen« nahmen teil. Veranstaltet wurde die Konferenz vom ASTA der TU Berlin, der Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik, Attac, Berlin 21, Fridays for Future, dem Institut Solidarische Moderne, dem Konzeptwerk Neue Ökonomie, Oxfam Deutschland, der Rosa-Luxemburg-Stiftung, Gemeingut in BürgerInnenhand und dem Forschungsverbund »Strukturwandel des Eigentums«.
Wem dient der Strommarkt?
Der liberale Strommarkt ist eine Subvention für Konzerne und fossile Energien
von Wolfgang Pomrehn
Energiepreise sind in aller Munde. Kein Wunder, denn ihr Anstieg hat mitunter existenzbedrohende Ausmaße. Energieversorgung ist nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für den einzelnen Menschen etwas ganz Elementares. Ohne Energie kein Heizen, kein Warmwasser, kein Kochen, keine Mobilität. Sie ist sozusagen ein Lebensmittel und entsprechend trifft der enorme Kostenanstieg viele von uns in den unteren Einkommensschichten besonders hart.
Stahlindustrie transformieren!
Ein Konzept für eine sozialökologische Zukunft der Arbeit
von Hanno Raußendorf
Unter dem obigen Titel haben Ulrike Eifler und Christian Leye einen Sammelband herausgegeben und Mitte September vorgestellt. Ulrike Eifler ist stellvertretende Landessprecherin der LINKEN in NRW und Sprecherin der Bundesarbeitsgemeinschaft Betrieb & Gewerkschaft in der Partei. Christian Leye ist seit vergangenem Jahr Mitglied des Bundestags, dort wirtschaftspolitischer Sprecher der Linksfraktion und hat seinen Wahlkreis im regelmäßig stahlkrisengeschüttelten Duisburg.
Im Kapitalismus ist kein Arbeitsplatz sicher
Arbeitsplatzvernichtung in der Automobilindustrie
von Otto Ersching
Der Lüdenscheider Automobilzulieferer Kostal will aus Kostengründen Produktion ins Ausland verlagern. Dabei geht es auch um 150 Arbeitsplätze aus der Verwaltung – vermutlich nach Ungarn in ein neu gegründetes »Business-Service-Center«. Betroffen von den Maßnahmen sind zwischen 850 und 1000 Beschäftigte und ihre Familien.
Trockene Böden
An den Rand notiertvon Rolf Euler
»Jeden Morgen … geht die Sonne auf in der Wälder wundersamen Runde« – ein bekanntes Lied aus Die Mundorgel, der Text ist von Matthias Claudius, die Melodie von Karl Marx (dem Komponisten aus München). Vor vielen Jahren erinnerte mich auf dem Weg zur Frühschicht der Sonnenaufgang im Sommer über dem fernen Wald an dies Lied, und in diesen heißen Tagen geht mir erneut die Melodie nicht aus dem Kopf. Jetzt im Spätsommer mit dem Fahrrad durch die Felder erschrickt man über die Wirkung dieses sonnigen Sommers auf die Landschaft. Ob Ola Cällenius – um nur ein Beispiel zu nennen – das auch so sieht?Der Mais ist geerntet, die Äcker bestehen aus reinem Sand, trocken und ohne die Spur von Feuchtigkeit.