Keine Frauenliteratur
Tipps für den Gabentisch und das geruhsame Schmökern im Lehnstuhl
von Petra Hartlieb
Auf der Leipziger Buchmesse gibt es seit mehreren Jahren eine Veranstaltung, die nennt sich «Ladies Night». Hier werden unter dem Überbegriff «Frauen» vier Lesungen in einen Abend gepackt, dessen Bücher nichts, aber wirklich nichts Gemeinsames haben, außer dass sie nicht von Männern geschrieben wurden. weiterlesen
Klaus Gietinger: November 1918. Der verpasste Frühling des 20.Jahrhunderts
Mit einem Vorwort von Karl Heinz Roth. Hamburg: Nautilus, 2018. 270 S., 18 €
von Reiner Tosstorff
Ein neues Buch von Klaus Gietinger
Der 100.Jahrestag der Novemberrevolution führt seit geraumer Zeit zu einer Fülle von Veröffentlichungen, was der Bedeutung dieses Ereignisses durchaus angemessen ist. weiterlesen
Fortgesetzte Geschichtsfälschung
Arn Strohmeyer antwortet auf die «Ausstellung zur Staatsgründung Israels»
von Hermann Dierkes
Arn Strohmeyer: Ein klassischer Fall von Geschichtsfälschung. Eine Gegendokumentation. Herne: Gabriele Schäfer Verlag, 2018. 157 S., € 14,90
2008 jährte sich zum 60.Mal die Nakba, die Katastrophe mit Vertreibung, Massakern, Flucht, Zerstörung und Enteignung, mit der das palästinensische Volk die Staatsgründung Israels bezahlen musste – und bis heute bezahlt. weiterlesen
Peter Zudeick: Heimat. Volk. Vaterland. Eine Kampfansage an rechts
Frankfurt a.M.: Westend, 2018. 187 S., € 18
von Paul B. Kleiser
Kampf um Worte und Begriffe
In Umbruchzeiten, wie wir sie im Gefolge der großen Krise von 2008 und der raschen Digitalisierung gerade erleben, werden bei vielen Menschen sicher geglaubte Gewissheiten und Lebensplanungen zerstört. weiterlesen
Krimitipp: Jo Nesbø: Macbeth
Berlin: Penguin, 2018. 621 S., € 24
von Udo Bonn
Für Henning Mankell war Shakespeares Macbeth die beste Kriminalgeschichte aller Zeiten. Was liegt da näher, als im Rahmen des Hogarth-Shakespeare-Projekts einen Kriminalroman zu schreiben? Dem norwegischen Autor Jo Nesbø ist die Transformation der blutigen Tragödie aus dem schottischen Mittelalter ins 20.Jahrhundert gelungen. weiterlesen
Tim Engartner: Staat im Ausverkauf, Privatisierung in Deutschland
Frankfurt a.M.: Campus, 2016. 268 S., € 22,95
von Larissa Peiffer-Rüssmann
Seit mehr als drei Jahrzehnten entledigt sich der Staat seiner Aufgaben durch eine immer schneller voranschreitende Privatisierung einst öffentlicher Dienstleistungen. Dazu gehören neben Post und Bahn, dem Energiesektor und der Flugsicherung auch eine wachsende Zahl von Bildungseinrichtungen. weiterlesen
Buchtipp: Raul Zelik: Spanien. Eine politische Geschichte der Gegenwart
Berlin: Bertz+Fischer, 2018. 240 S., € 14
von Peter Nowak
Es ist schon einige Jahre her, als Spanien an der Spitze einer EU-weiten Protestbewegung gegen die wesentlich von Deutschland ausgehende Austeritätspolitik stand. Massendemonstrationen und Platzbesetzungen in vielen spanischen Städten wurden zum Vorbild für Proteste in anderen europäischen Ländern. weiterlesen
Roman Deiningen, Uwe Ritzer: Markus Söder. Politik und Provokation. Die Biographie
München: Droemer, 2018. 384 S., € 19,99
von Paul B. Kleiser
Der rabiate Politikverkäufer
Seit Mitte März 2018 ist Markus Söder als Nachfolger von Horst Seehofer, der das Amt zehn Jahre lang bekleidet hat, bayerischer Ministerpräsident. Alle Versuche seines Vorgängers und von dessen Entourage, den «Intriganten aus Nürnberg» am Aufstieg zu hindern, sind somit gescheitert. «Söder hat sich seiner Partei und dem Land regelrecht aufgezwungen», schreiben die Journalisten der Süddeutschen, Roman Deininger und Uwe Ritzer. weiterlesen
Deutsch statt doitsch
Eine Auseinandersetzung mit dem Begriff Heimat
von Paul B. Kleiser
Thea Dorn: Deutsch, nicht dumpf. Ein Leitfaden für aufgeklärte Patrioten. München: Knaus, 2018. 334 S., € 24
Der Begriff Heimat eignet sich nicht für polemische Vereinfachungen jedweder Art. weiterlesen
Volker Matthies: Im Schatten der Entdecker
Berlin: Ch. Links Verlag, 2018. 248 S., € 28
von Rolf Euler
Was für ein Titelbild! Im strömenden Regen steigt ein Mann einen Berg hinauf, auf dem Rücken ein Sesseltraggestell mit einem anderen Mann darauf sitzend. Was für ein Buchthema! «Indigene Begleiter europäischer Forschungsreisender» ist der Untertitel einer spannenden, bewegenden Sammlung von Geschichten und Erkenntnissen über die Menschen, die den europäischen Welteroberern die «neue» Welt, in die sie aus Forschungs- und Eroberungsdrang kamen, überhaupt erst zugänglich machten. Sie standen bisher «im Schatten der Entdecker», aus dem sie der Autor Volker Matthies herausholt. weiterlesen
Krimitipp: Dominique Manotti: Kesseltreiben
Berlin: Ariadne, 2018. 397 S., € 20
von Udo Bonn
Die Übernahme der Alstom-Energiesparte durch General Electric in den Jahren 2013–2015 ist der Hintergrund für Dominique Manottis neuesten Roman Kesseltreiben, der ein Lesevergnügen ersten Ranges darstellt. weiterlesen
Arn Strohmeyer: Die israelisch-jüdische Tragödie. Von Auschwitz zum Besatzungs- und Apartheidstaat Israel. Das Ende der Verklärung
Herne: Gabriele Schäfer Verlag, 2017. 277 S., € 19,80
von Hermann Dierkes
Unheilvolle «Vergangenheitsbewältigung»
Arn Strohmeyer publiziert seit Jahren sehr lesenswerte Artikel und Bücher zum deutsch-israelischen Verhältnis, zum Holocaust, zum Aufstieg des Zionismus und seiner Dominanz gegenüber völlig anderen, humanen Denktraditionen im Judentum, zum Antisemitismus und über die Unterdrückung der Palästinenser. weiterlesen