›Lies Marx!‹
Was es heißt, Marxist zu werden und zu bleiben
von Mike Davis*
Seine Bücher öffneten neue Horizonte. Mike Davis schrieb über die Geschichte der Vereinigten Staaten, die koloniale Politik des Hungers, die wachsende Gefahr durch Pandemien, Megastädte im Globalen Süden und, immer wieder, über die politische Ökonomie der Stadt. Als »marxistischer Umweltschützer«, wie er sich selbst bezeichnete, deckte er Zusammenhänge auf, die bis dahin weder in der bürgerlichen Öffentlichkeit noch in der linken Debatte beachtet worden waren.
weiterlesenStreiks sind wichtiger als Symbolik
Emma Dabiri über rassische Zuschreibung und was sie mit Kapitalismus zu tun hat
Nachdruck aus StadtRevue (Köln)
Emma Dabiri wurde in Dublin als Tochter einer irischen Mutter und eines nigerianischen Yoruba-Vaters geboren. Ihre ersten Lebensjahre verbrachte sie in Atlanta, Georgia (USA); ihre Familie kehrte nach Dublin zurück, als Dabiri fünf Jahre alt war. Ihre Erfahrung, isoliert und als Zielscheibe von häufigem Rassismus aufzuwachsen, hat ihre Perspektive geprägt. Nach der Schule zog sie nach London, um Afrikastudien an der School of Oriental and African Studies zu betreiben. Sie hat für die BBC gearbeitet und schreibt unter anderem für den Guardian und die Irish Times.
weiterlesenStahlindustrie transformieren!
Ein Konzept für eine sozialökologische Zukunft der Arbeit
von Hanno Raußendorf
Unter dem obigen Titel haben Ulrike Eifler und Christian Leye einen Sammelband herausgegeben und Mitte September vorgestellt. Ulrike Eifler ist stellvertretende Landessprecherin der LINKEN in NRW und Sprecherin der Bundesarbeitsgemeinschaft Betrieb & Gewerkschaft in der Partei. Christian Leye ist seit vergangenem Jahr Mitglied des Bundestags, dort wirtschaftspolitischer Sprecher der Linksfraktion und hat seinen Wahlkreis im regelmäßig stahlkrisengeschüttelten Duisburg.
weiterlesenGesellschaftliche Gegenmacht und Sabotage
Aktivist:innen der Klimagerechtigkeitsbewegung melden sich mit zwei Büchern zu Wort
von Gerhard Klas
Ende Gelände: We shut shit down. Hamburg: Edition Nautilus, 2022. 208 S., 16 Euro
Zucker im Tank (Hrsg.): Glitzer im Kohlestaub. Vom Kampf um Klimagerechtigkeit und Autonomie. Berlin/Hamburg: Assoziation A, 2022. 416 S., 19,80 Euro
weiterlesenDem Vergessen entrissen: Betty Rosenfeld
Auf den Spuren einer jüdischen Kommunistin aus der Weimarer Zeit
von Peter Nowak
Michael Uhl: Betty Rosenfeld. Zwischen Davidstern und roter Fahne. Biographie. Stuttgart: Schmetterling, 2022. 672 S., 39,80 Euro
Den Anfang machte ein vergilbtes Aktenbündel, das der junge linke Student Michael Uhl 1994 in einem spanischen Bürgerkriegsarchiv auf der Suche nach Dokumenten über die Internationalen Brigaden im Spanischen Bürgerkrieg fand.
weiterlesenNatascha Strobl: Radikalisierter Konservatismus
Berlin: Suhrkamp, 2021. 192 S., 16 Euro
von Ravi T. Kühnel
Natasha Strobl, Politikwissenschaftlerin und Autorin der Taz, des Standard und bei Zeit online, zeigt in ihrem aktuellen Buch die wahre politische Gefahr auf, den »radikalisierten Konservatismus«.
weiterlesen›Ich habe kein Recht, einen künstlerischen Ansatz zu wählen‹
Die Schriftstellerin Annie Ernaux hat eine neue Sprache erfunden, um über
das Leben und die Wünsche von Frauen zu schreiben
von Jess Cotton
Im Oktober erhielt Annie Ernaux den Nobelpreis für Literatur für ihren Mut, das kollektive Gedächtnis Frankreichs zu hinterfragen. Ihr Werk befasst sich mit dem Leben von Frauen aus der Arbeiterklasse, das sie in ihren Büchern mit ungewöhnlicher Würde und mit Respekt behandelt.
weiterlesenRechte Schockstrategie
Wie haben vier Jahre Bolsonaro Brasilien verändert?
von Jürgen Kreuzroither
Niklas Franzen: Brasilien über alles. Bolsonaro und die rechte Revolte. Berlin/Hamburg: Assoziation A, 2022. 207 S., 18,95 Euro
weiterlesenAus dem Zwang zur Akkumulation aussteigen
Einführung in die Postwachstumsdebatte
von Peter Nowak
Matthias Schmelzer, Andrea Vetter: Degrowth/Postwachstum zur Einführung. Hamburg: Junius, 2021. 256 S.,15,90 Euro
weiterlesenAnna Piccardi: Kontrapunkt ’44
Aus dem Italienischen von Elfie Padovan. Bodenburg: Edition AV, 2023. 80 S., 14 Euro
von Angela Klein
August 1944: Unter dem Druck des Vormarschs der Alliierten zieht die Wehrmacht nach Norden ab, die Front erreicht Prato, nördlich von Florenz. Auf dem Gutshof in der kleinen Gemeinde Capalle kommt der Krieg in Form einer Beschlagnahmung an: Die großen Räume und die landwirtschaftlichen Möglichkeiten sind ideal für die Einrichtung eines Notlazaretts.
weiterlesenFlora Tristan (1803–1844)
Das tragische Leben einer frühen Sozialistin
von Gisela Notz
Flora Tristan gehörte zu den weniger bekannten und oft auch verkannten Gestalten des vormarxistischen Sozialismus. Sie vereinte in ihrem Denken verschiedene Einflüsse der utopischen Sozialisten, ging jedoch bei der Darstellung der Wechselbeziehung zwischen dem Kampf der Arbeiter und der Emanzipation der Frauen weiter als die Sozialisten ihrer Zeit. Bereits fünf Jahre vor Karl Marx und Friedrich Engels gelangte sie zu der Erkenntnis, dass die Befreiung der Arbeiterklasse das Werk der Arbeiter selbst sein wird.
weiterlesenTrotzki über Antisemitismus und die ›jüdische Frage‹
Eine Dokumentensammlung von Mario Keßler
von Reiner Tosstorff
Leo Trotzki oder: Sozialismus gegen Antisemitismus. Hrsg. Mario Keßler. Berlin: Karl Dietz Verlag, 2022. 191 S., 12 Euro
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