Wer kann schon von sich sagen, ein Gedankengang gehöre ihm?

Bert Brecht hielt nicht viel vom Recht auf geistiges Eigentum. Wir auch nicht. Wir stellen die SoZ kostenlos ins Netz, damit möglichst viele Menschen das darin enthaltene Wissen nutzen und weiterverbreiten. Das heißt jedoch nicht, dass dies nicht Arbeit sei, die honoriert werden muss, weil Menschen davon leben.

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Buch 2. März 2016

Ronan de Calan: Das Gespenst des Karl Marx

Illustriert von Donatien Mary. Berlin: Diaphanes, 2014. 63 S., 14,95 Euro
von Larissa Peiffer-Rüssmann

Die Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AjuM) hat Ende September 2015 in Erfurt den Heinricht-Wolgast-Preis an den französischen Philosophieprofessor Ronan de Calan und den Illustrator Donatien Mary für ihr Kinderbuch Das Gespenst des Karl Marx verliehen. Das ist eine erstaunliche Entscheidung. Es ist aber auch ein ungewöhnliches Kinderbuch, das Kindern und Jugendlichen die Ideen von Karl Marx in verständlicher und unterhaltsamer Form näher bringen will, mit einer außergewöhnlichen grafischen Gestaltung.

Buch 2. März 2016

Tito Topin: Exodus aus Libyen

Deutsch von Katarina Grän. Heilbronn: Distel, 2015. 233 S., 14,80 Euro
von Udo Bonn

Sie wollen raus aus Tripolis. Acht Menschen sind auf der Flucht an die Grenze zu Tunesien. Wardia Tisantani, eine schwangere Krankenschwester, Salima-El-Najib, Schauspielerin und sechs Männer, der Kampfpilot Henri Ventura, Emanuel Scharif, Auslandskorrespondent, Kenneth Hitchcock, Arzt, Ousmane Elmalik, aus dem Tschad geflohen, Jean-David Mouillon, Archäologe.

Arbeitswelt 1. Februar 2016

Rolf Geffken: Streikrecht – Tarifeinheit – Gewerkschaften

Aktuelle Analysen zur Koalitionsfreiheit in Deutschland. Cadenberge: VAR, 2015
von Michael Sankari

Ein Buch mit diesem Titel, noch dazu von einem streitbaren Anwalt, der sich wie wenige seiner Kolleginnen und Kollegen aus der politischen Deckung wagt, sollte eigentlich längst rezensiert und erst recht breit diskutiert sein.

Buch 1. Februar 2016

Krimi: Antonio Ortuño: Die Verbrannten

Deutsch von Nora Haller. München: Verlag Antje Kunstmann, 2015. 208 S., 19,95 Euro
von Udo Bonn

Irma, auch Negra genannt, kommt mit ihrer kleinen Tochter nach Santa Rita, einem unbedeutenden Örtchen im Süden Mexikos. Als Sozialarbeiterin, die für die Nationalkommission für Migration arbeitet, muss sie ihre erschossene Kollegin ersetzen.

Buch 1. Januar 2016

Elisabeth Benz: Ein halbes Leben für die Revolution

Fritz Rück (1895–1959). Essen: Klartext, 2014. 440 S., 29,95 Euro
von Hans Peiffer

Fritz Rück wurde in eine sozialdemokratische Familie hineingeboren. Sein Vater war aktiver Gewerkschafter und Sozialdemokrat, auch die Mutter beteiligte sich an den politischen Aktivitäten. In seinem Geburtshaus befand sich eine Gaststätte, wo Versammlungen des sozialdemokratischen Vereins und der Gewerkschaft stattfanden. Stuttgart war eine linke Hochburg, in der führende Vertreter der SPD-Linken auftraten.

Buch 1. Januar 2016

JahrBuch für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung

Nr. III/2015. NDZ GmbH, 230 S., 11 Euro
von Peter Nowak

An einen trüben Januartag 1933 wurde die russische Kommunistin Sinaida Wolkowa in Berlin beerdigt. Sie hatte im Alter von 31 Jahren Selbstmord verübt. Ihr Vater konnte nicht an ihrer Beerdigung teilnehmen, weil er im türkischen Exil lebend von den meisten europäischen Staaten kein Visum bekommen hatte.

Buch 1. Januar 2016

Nizaqete Bislimi, Beate Rygiert: Durch die Wand

Von der Asylbewerberin zur Rechtsanwältin. Köln: DuMont, 2015. 255 S., 19,99 Euro
von Larissa-Peiffer-Rüssmann

In Deutschland Flüchtling zu sein bedeutet, in ständiger Angst vor Abschiebungung zu leben, ohne soziale Teilhabe, ohne Perspektive und einem sehr eingeschränkten Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung. Das musste auch die Familie Bislimi erfahren, die 1993 vor dem beginnenden Jugoslawienkrieg aus dem Kosovo nach Deutschland floh.

Buch 1. Januar 2016

Swetlana Alexijewitsch: Secondhand-Zeit

Leben auf den Trümmern des Sozialismus. München: Hanser, 2013/Berlin: Suhrkamp, 2015 (Taschenbuchausgabe)
von Paul B. Kleiser

Zugegebenermaßen habe ich die Bücher von Swetlana Alexijewitsch, vor allem Secondhand-Zeit, erst wenige Monate vor der Verleihung des Nobelpreises eher zufällig kennen gelernt. Es gibt nicht viele Autoren, die einen so klaren Blick auf die Katastrophen der Sowjetunion und Russlands entwickeln, und dies auch noch vor allem aus weiblicher Perspektive.

Buch 1. Januar 2016

Dennis Lehane: Am Ende einer Welt

Deutsch von Steffen Jacobs. Zürich: Diogenes, 2015. 394 S., 24 Euro
von Udo Bonn

Dennis Lehane weiß, wie man spannende Bücher schreibt und Krimis mit einem literarischen Touch versieht. Und sein Schweizer Verlag weiß, wann man die Bücher am besten plaziert.

Buch 1. Dezember 2015

Retter der Welt?

Eine Streitschrift gegen den Betrug mit der «Nachhaltigkeit»
von Gerhard Klas

Kathrin Hartmann: Aus kontrolliertem Raubbau. Wie Politik und Wirtschaft das Klima anheizen, Natur vernichten und Armut produzieren. München: Blessing, 2015. 448 S., 18,99 Euro

Buch 1. Dezember 2015

Karlheinz Deschner: Abermals krähte der Hahn

Christentumskritik wieder aufgelegt
von Manuel Kellner

Karlheinz Deschner: Abermals krähte der Hahn. Eine Demaskierung des Christentums von den Evangelisten bis zu den Faschisten. Aschaffenburg: Alibri, 2015. 1019 S., 44 Euro

Buch 1. Dezember 2015

James Lee Burke: Glut und Asche

Deutsch von Daniel Müller. München: Heyne, 2015
von Udo Bonn

Ein kleines Schildchen in einer großen Buchhandlung: «James Lee Burke, wir knien vor Ihnen nieder.» Es geht natürlich auch bescheidener, nichtsdestotrotz ist James Lee Burkes Werk die Wiederentdeckung in Deutschland. Der deutsche Krimi-Preis 2015 für Regengötter war eindeutig und mehr als verdient, und die jetzt erschienene Fortsetzung Glut und Asche steht dem Vorgänger in nichts nach.