Wer kann schon von sich sagen, ein Gedankengang gehöre ihm?

Bert Brecht hielt nicht viel vom Recht auf geistiges Eigentum. Wir auch nicht. Wir stellen die SoZ kostenlos ins Netz, damit möglichst viele Menschen das darin enthaltene Wissen nutzen und weiterverbreiten. Das heißt jedoch nicht, dass dies nicht Arbeit sei, die honoriert werden muss, weil Menschen davon leben.

Hier können Sie jetzt Spenden
Buch 1. Juni 2016

Fritz Güde: Umwälzungen. Schriften zu Politik und Kultur

Hrsg. von Sebastian Friedrich. Münster: Edition Assemblage, 2015. 220 S., 20 Euro
von Peter Nowak

Fritz Güde gehörte zu den politisch Verfolgten in der BRD der 70er Jahre. Wegen seiner kurzen Mitgliedschaft im maoistischen KBW bekam er 1974 Berufsverbot. Er war einer von Tausenden, doch sein Fall bekam ein großes Medienecho. Schließlich war er Sohn des Generalbundesanwalts Max Güde. Zudem war Güde zum Zeitpunkt seines Berufsverbots bereits 39 Jahre.

Buch 1. Juni 2016

Nikos Chilas, Winfried Wolf: Die griechische Tragödie

Rebellion, Kapitulation, Ausverkauf. Wien: Promedia, 2016. 228 S., 17,90 Euro
von Hermann Dworczak

Um Griechenland ist es in letzter Zeit ziemlich ruhig geworden. Die Hoffnungen nach dem Wahlsieg von SYRIZA sind weitgehend verflogen – in Griechenland und international. Nikos Chilas und Winfried Wolf zeigen in ihrem materialreichen Buch, wie es dazu gekommen ist.

Buch 1. Juni 2016

Solidarität statt Chaos! – Memorandum 2016

Hrsg. Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik. Köln: Papyrossa, 2016. 263 S., 17,90 Euro
von Rolf Euler

Das neue Memorandum der Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik (AAW, www.alternative-wirtschaftspolitik.de) stellt wie jedes Jahr aktuelle Forderungen an die politische Szene – diesmal insbesondere zur EU und der Flüchtlingsmigration. Dabei freut man sich einerseits, jedes Jahr wieder mit alternativen Gedanken zum neoliberalen Mainstream konfrontiert zu werden, andererseits bemerkt man die Zahl der (fast) nutzlosen Appelle und hofft, dass nicht alles, was die AAWler schreiben, im Papierkorb der Geschichte landet.

Buch 1. Juni 2016

Krimi: Malla Nunn: Tal des Schweigens

Hamburg: Argument, 2015. 317 S., 13 Euro
von Udo Bonn

Südafrika 1953, Detective Sergeant Emmanuel Cooper sitzt nach acht Jahren immer noch der Krieg in Europa in den Knochen und in der Seele. Seine Polizeikarriere ist auf dem absteigenden Ast, zu wenig passt er in die Farbskala des Apartheidregimes. Er hat gerade mit der Frau geschlafen, die sein Chef demnächst heiraten will, da ruft dieser ihn an:

Buch 1. Mai 2016

Kampf um die Armut. Von echten Nöten und neoliberalen Mythen.

(Hrsg. Ulrich Schneider u.a.). Frankfurt a.M.: Westend, 2015
von Rolf Euler

Die regelmäßigen Armutsberichte des Paritätischen Wohlfahrtsverbands sind ebenso regelmäßig Stein des Anstoßes für die Mainstreampresse und die herrschende Wirtschaftswissenschaft: Sie legen die Finger in die Wunde der Gesellschaft, sie zeigen die Einkommens- und Gerechtigkeitslücke, deren Beseitigung humane und sogar verfassungsmäßige Aufgabe wäre.

Buch 1. Mai 2016

Miguel de Cervantes und seine Zeit

Vor 400 Jahren starb der Schöpfer des Don Quijote
von Alan Woods*

Miguel de Cervantes (1547–1616) ist der berühmteste Autor der spanischen Literatur. Als Romanschriftsteller, Dramatiker und Lyriker produzierte er ein umfangreiches Werk, doch heute ist er in erster Linie als Schöpfer des Don Quijote bekannt.

Buch 1. Mai 2016

Krimi: Paul Colize: Back up

Deutsch von Cornelia Wend. Hamburg: Edition Nautilus 2015. 352 S., 19,90 Euro
von Udo Bonn

Seit Dominique in der Brüsseler Derscheid-Klinik seine Arbeit als Physiotherapeut begonnen hat, gibt es hier was zu lachen, selbst die Ärzte können sich seinem «Wie ist das Leben schön» auf Dauer nicht entziehen. Doch besonders die Patienten genießen sein fachliches Können und seinen aufmunternden Humor. Nur beim Patienten X Midi stößt er auf Granit.

Buch 1. Mai 2016

Zum 400.Todestag von Miguel de Cervantes

Don Quijote de la Mancha: Das Buch, das die Moderne eröffnet
von Antonio Prete*

Don Quijote ist die Sehnsucht, die die Welt und ihre Hindernisse durchstreift. Sehnsucht, die mit jeder Verweigerung, jeder Enttäuschung stärker wird. Don Quijote ist auch die beharrliche, penible, ja zwanghafte Imitation eines Modells: des Rittertums, wie es von Amadis von Gallien** gelebt wurde.

Buch 1. April 2016

Krimi: Deon Meyer: Cobra

Deutsch von Stefanie Schäfer. Berlin: Aufbau, 2016. 438 S., 9,99 Euro
von Udo Bonn

Was könnte der Traum eines geübten Taschendiebs in Kapstadt sein? Für Tyrone Kleinbooi besteht er darin, einmal durch Europa reisen zu können und seine Fingerfertigkeiten an Touristen in Barcelona auszuprobieren. Sein Onkel Solly hatte ihn unter seine Fittiche genommen und ihm beim Erlernen des Handwerks auch Ehre und Anstand beigebracht: Die Taschen der Reichen sind sein Ziel, Höflichkeit und Anstand gelten den Armen und insbesondere seiner Schwester, deren Studium er durch seine Diebereien finanziert.

Buch 1. April 2016

Ein Brief von Umberto Eco an seinen Enkel

«Lieber Enkel, lerne auswendig»
von espresso.repubblica.it*

Der Semiotiker und Schriftsteller schreibt seinem Enkel. Mit Überlegungen zur Technologie und einem Rat für die Zukunft: nämlich die «Vispa Teresa» [ein Gedicht von Luigi Sailer]**, die Aufstellung der Fußballmannschaft vom AS Rom oder die Namen der Domestiken der drei Musketiere auswendig zu lernen. Denn das Internet kann weder das Wissen noch unser Gehirn ersetzen.

Buch 2. März 2016

Genosse der Bosse – Gerhard Schröder im Porträt

Gregor Schöllgen: Gerhard Schröder. Die Biographie. München: DVA, 2015. 1038 S., 34,99 Euro
von Paul B. Kleiser

Vor ein paar Monaten konnte Merkel den zehnten Jahrestag ihres Einzugs ins Kanzleramt feiern. Sie schien auf dem Weg zur «ewigen Kanzlerin», als sie die Grenzen für Flüchtlinge öffnen ließ; seither machen plötzlich Schlagzeilen über ihren baldigen Sturz die Runde. Verglichen mit den brutalen Pressekampagnen, die ihr Vorgänger Schröder und seine häufig wackelige rot-grüne Mehrheit zu überstehen hatten, handelt es sich bei den jetzigen Rücktrittsforderungen aber eher um einen Sturm im Wasserglas.

Buch 2. März 2016

NGO statt Internationale

Axel Honneth: Die Idee des Sozialismus. Versuch einer Aktualisierung. Berlin: Suhrkamp, 2015. 168 S., 22,95 Euro
von Gerhard Klas

Der Sozialismus war eines der wichtigen politischen Leitbilder des 20.Jahrhunderts und inspirierte unzählige Menschen zum Handeln. Auch wenn in Ländern wie Venezuela Linksregierungen einen Sozialismus des 21.Jahrhunderts verkünden, in Europa scheint die Idee vom Sozialismus viel von ihrer Popularität eingebüßt zu haben. Axel Honneth überdenkt diese Idee in seinem gleichnamigen Buch und will ihr so wieder Leben einhauchen.