Wer kann schon von sich sagen, ein Gedankengang gehöre ihm?

Bert Brecht hielt nicht viel vom Recht auf geistiges Eigentum. Wir auch nicht. Wir stellen die SoZ kostenlos ins Netz, damit möglichst viele Menschen das darin enthaltene Wissen nutzen und weiterverbreiten. Das heißt jedoch nicht, dass dies nicht Arbeit sei, die honoriert werden muss, weil Menschen davon leben.

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Buch 11. Dezember 2012

Lucy Redler, Das Verschwinden der WASG

Lehren aus drei Jahren WASG für die Zukunft der LINKEN

Berlin: SAV, 2012. 60 S., 3 Euro. Bezug: www.sozialismus.info.

von Dieter Braeg

«Der vorliegende Text beansprucht nicht, die gesamte Geschichte der WASG wiederzugeben. Es soll darin vielmehr analysiert werden, inwiefern Geburtsfehler der Fusion von WASG und Linkspartei.PDS die Ursache für die heutige Krise der Partei sind und wie dies mit der Geschichte ihres Berliner Landesverbands zusammenhängt.»

Buch 11. Dezember 2012

Klaus Mann: «Lieber und verehrter Onkel Heinrich»

Der Briefwechsel zwischen Heinrich und Klaus Mann. (Hrsg. Inge Jens, Uwe Naumann.) Reinbek: Rowohlt, 2011. 304 S., 19,90 Euro
von Peter Fisch

Inge Jens und Uwe Naumann haben eine gediegene Edition des Briefwechsels zwischen Heinrich Mann und seinem 1906 geborenen Neffen Klaus Mann, die beide zu Repräsentanten des antifaschistischen deutschen Exils wurden, vorgelegt – und nicht nur das. Ergänzt wird der 300-Seiten-Band durch alle Tagebuch-Eintragungen von Klaus Mann, die seinen Onkel betreffen, sowie die wichtigsten Aufsätze, die beide übereinander geschrieben haben.

Buch 11. Dezember 2012

Reginald Hill: Rache verjährt nicht

Berlin: Suhrkamp, 2012. 684 S., 19,95 Euro
von Udo Bonn

Wenn sich in einem Roman mit dem Titel Rache verjährt nicht Elemente aus Der Graf von Monte Cristo mit Lady Chatterley vermischen, eine Prise Bourne hinzugefügt wird, die Verbrechen von Private Equity Fonds, Kinderpornografie und russischer Drogenmafia eine Rolle spielen, dann muss man schon ein guter Schriftsteller wie der kürzlich verstorbene Reginald Hill sein, um nicht eine Vorlage für das sonntägliche Schmonzettenabendprogramm des ZDF abzuliefern.

Buch 3. November 2012

Ein Triumph gescheiterter Ideen. Warum Europa tief in der Krise steckt.

Hrsg. Steffen Lehndorff. Hamburg: VSA-Verlag 2012
von Ingo Schmidt

In zehn Länderstudien stellt dieser Band die Verwandlung der Weltwirtschaftskrise 2008/2009 in die Eurokrise und deren politische Verarbeitung dar. Mit einem Beitrag zu Ungarn ist Osteuropa deutlich unterrepräsentiert, obwohl der IWF dort bereits Strukturanpassungsprogramme durchsetzte, bevor in Griechenland die Troika auftauchte.

Buch 3. November 2012

Wohlwollender Diktator gesucht: Der dritte Bericht an den Club of Rome

Jørgen Randers: 2052 – Eine globale Prognose für die nächsten 40 Jahre – Der neue Bericht an den Club of Rome.
von Gerhard Klas
Die Finanzkrise und die Erschütterungen der Weltwirtschaft haben ein Thema in den Hintergrund gedrängt, das noch viel unausweichlichere Konsequenzen für die Menschheit haben wird: Die Verwüstung der Welt durch Klimawandel, Artensterben und Raubbau an den Ressourcen. Die deutsche Ausgabe des jüngsten Berichts an den Club of Rome setzt genau dieses Phänomen auf die Agenda.

Buch 3. November 2012

Alan Steinweis: Kristallnacht 1938. Ein deutscher Pogrom.

Stuttgart: Reclam 2011. 207 S., 22,95 Euro
von Peter Fisch

Alan Steinweis, Historiker und Direktor des Center for Holocaust Studies an der University of Vermont, hat auf ein bekanntes historisches Ereignis, die «Reichskristallnacht» vom November 1938, einen frischen Blick geworfen, neue Problemstellungen fixiert und Antworten gefunden, die die bisherigen Erkenntnisse nicht unwesentlich erweitern bzw. korrigieren.

Buch 1. Oktober 2012

Gunnar Hinck: Wir waren wie Maschinen

Getrübter Blick auf die 70er Jahre
von Dieter Braeg

Die Maschinenmenschen sind mir im Buch von Gunnar Hinck (Jahrgang 1973) nicht begegnet, dafür begegneten mir vor allem Peter Bernd, Rudi Dutschke, Joschka Fischer, Thomas Schmid, Hans Gerhard Schmierer und einige andere.

Buch 1. Oktober 2012

Domenico Losurdo: Stalin-Geschichten

Legendenkritik und neue Legenden
von Arno Klönne

Der italienische Philosoph Domenico Losurdo, hervorgetreten mit einigen höchst lesenswerten Studien über politische Ideengeschichte, hat sich vor einigen Jahren mit einer «schwarzen Legende» auseinandergesetzt, dem Bild nämlich, das im öffentlichen Diskurs über die Person und Politik des sowjetischen Staatsmannes J.W.Stalin präsent war oder ist.

Buch 1. Oktober 2012

Hat Demokratie eine Zukunft?

Eine Debatte unter Linken
von Paul Kleiser

Der kleine Pariser Verlag La Fabrique, der sich vor allem mit der Publikation von zionismuskritischen Schriften hervorgetan hat, bat vor einiger Zeit eine Reihe von linken Philosophen um Beiträge zur Frage, ob es heute noch Sinn mache, sich als «Demokrat» zu bezeichnen, wo doch «alle Welt» dies tue.

Buch 3. September 2012

Kaltes Land. Gegen die Verrohung der Bundesrepublik.

Für eine humane Gesellschaft

(Hg. H.Platta/R.Bauer), Hamburg: Laika-Verlag, 2012, 253 S., 22,90 Euro

von Karin Gerlich

In der BRD wurde vor allem mit der Agenda 2010 ein gesetzgeberisches Klima geschaffen, in dem Wohlhabende steuerlich – um der Wettbewerbsfähigkeit willen – massiv entlastet und Banken mit Milliardenbürgschaften gestützt, gleichzeitig aber fast 7 Millionen Menschen in Hartz IV abgedrängt werden. Diese Entwicklung wird von der Politik nicht etwa bekämpft, sondern Jahr für Jahr gesetzlich durch materielle Verschlechterungen für die Betroffenen und durch willkürliche Sanktionen untermauert.

Buch 3. September 2012

Krimi von Pete Dexter: God’s Pocket

Frankfurt: S.Fischer, 2012, 368 S., 9,99 Euro

von Udo Bonn

Was Hell’s Kitchen für die irischstämmigen New Yorker war, ist in Philadelphia God’s Pocket.

Buch 1. Juli 2012

Drei Sommerkrimis

Empfehlungen von Udo Bonn

Oliver Harris, London Killing. München: Blessing, 2012, 479 S., 19,95 Euro

Jim Thompson, Der Mörder in mir. Zürich: Diogenes, 1992, 234 S., 9,90 Euro
Michael Robotham, Der Insider. München: Goldmann, 2012, 539 S., 14,99 Euro