Hat Demokratie eine Zukunft?
Eine Debatte unter Linken
von Paul Kleiser
Der kleine Pariser Verlag La Fabrique, der sich vor allem mit der Publikation von zionismuskritischen Schriften hervorgetan hat, bat vor einiger Zeit eine Reihe von linken Philosophen um Beiträge zur Frage, ob es heute noch Sinn mache, sich als «Demokrat» zu bezeichnen, wo doch «alle Welt» dies tue.
Kaltes Land. Gegen die Verrohung der Bundesrepublik.
Für eine humane Gesellschaft
(Hg. H.Platta/R.Bauer), Hamburg: Laika-Verlag, 2012, 253 S., 22,90 Euro
von Karin Gerlich
In der BRD wurde vor allem mit der Agenda 2010 ein gesetzgeberisches Klima geschaffen, in dem Wohlhabende steuerlich – um der Wettbewerbsfähigkeit willen – massiv entlastet und Banken mit Milliardenbürgschaften gestützt, gleichzeitig aber fast 7 Millionen Menschen in Hartz IV abgedrängt werden. Diese Entwicklung wird von der Politik nicht etwa bekämpft, sondern Jahr für Jahr gesetzlich durch materielle Verschlechterungen für die Betroffenen und durch willkürliche Sanktionen untermauert.
Krimi von Pete Dexter: God’s Pocket
Frankfurt: S.Fischer, 2012, 368 S., 9,99 Euro
von Udo Bonn
Was Hell’s Kitchen für die irischstämmigen New Yorker war, ist in Philadelphia God’s Pocket.
Drei Sommerkrimis
Empfehlungen von Udo Bonn
Oliver Harris, London Killing. München: Blessing, 2012, 479 S., 19,95 Euro
Jim Thompson, Der Mörder in mir. Zürich: Diogenes, 1992, 234 S., 9,90 Euro
Michael Robotham, Der Insider. München: Goldmann, 2012, 539 S., 14,99 Euro
Sapere aude – Wage zu denken!
Heiner Geißler: Sapere aude! Warum wir eine neue Aufklärung brauchen, Berlin: Ullstein, 2012, 157 S., 16,99 Euro
von Paul B. Kleiser
Heiner Geißler zählt hierzulande zu den profiliertesten Vertretern des Wertkonservatismus. Wer ihn noch als scharfmachenden Generalsekretär der CDU in Erinnerung hat, könnte sagen, dass er eine Kehrtwende vollzogen hat und altersweise geworden ist. Die Führung der CDU ist meistens «not amused», wenn er als Gast in diversen Talkrunden Kampfreden gegen Finanzkapitalismus und Neoliberalismus hält.
Cecosesola: Die gelebte Utopie einer Kooperative
Arbeiten ohne Chef
von Werner Ruhoff
Anlässlich des 45-jährigen Bestehens der Kooperative Cecosesola in der Millionenstadt Barquisimeto östlich von Caracas erschien im Berliner Verlag «die Buchmacherei» das Buch «Auf dem Weg – Gelebte Utopie einer Kooperative in Venezuela». Drei Mitglieder der Kooperative waren in Deutschland unterwegs, um über ihre Geschichte zu berichten.
Die Ideologie der Ungleichwertigkeit
Zehn Jahre «Deutsche Zustände»
von Christian Linde
Zehn Jahre lang hat das Team um den Soziologen Wilhelm Heitmeyer vom Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung an der Universität Bielefeld zur «gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit» geforscht. In dieser Zeit hat sich die Bundesrepublik verändert.
Buch: Ingrid Bachér: Die Grube.
Roman, Berlin: Dittrich, 2011, 173 S.
von Dieter Braeg
Ohne Kriegserklärung gibt es zwischen Köln und Mönchengladbach eine Gegend, die Menschen heimatlos gemacht hat und wohl auch noch macht, dort gibt es eine tote Landschaft.
Landschaft? Nein, es ist ein Bild der Zerstörung, verursacht durch Kapital und Politik. Blühende Landschaften verrecken, Schaufelradbagger, deren größter am Tag (!) 240.000 Kubikmeter Erde, also Landschaft, „bewegt», damit RWE Power Geschäfte macht – auf Kosten der Menschen, ihrer Gesundheit und gegen ihre Interessen.
Tomas Sedlacek: Die Ökonomie von Gut und Böse
München: Hanser, 2012, 448 Seiten, 24,90 Euro
von Gerhard Klas
Wenn der Wirtschaftsmotor nicht brummt und ganze Volkswirtschaften in die Rezension zu rutschen drohen, schlägt die Stunde der Ökonomen. Oder besser gesagt: Die Stunde der Ökonomen, die vermeintlich alles – oder vieles – anders machen wollen. Einer von ihnen ist der junge Tscheche Tomas Sedlacek.
Marc Thörner, Die arabische Revolution und ihre Feinde
Hamburg: Edition Nautilus, 2012.
Dass die Politik des Westens gegenüber der «arabischen Welt» nicht unbedingt von tief empfundenen demokratischen Überzeugungen geleitet wird, ist mittlerweile eine Binsenweisheit und spätestens während der arabischen Demokratiebewegung wohl auch dem oberflächlichsten Beobachter klargeworden.
Günther Sandleben: Finanzmarktkrise – Mythos und Wirklichkeit
Wie die ganz reale Wirtschaft die Krise kriegt, Norderstedt: Books on demand, 2011, 124 Seiten, 7,90 Euro.
Das Büchlein will in der Hauptsache die auch unter Linken verbreitete, bürgerliche, These widerlegen, die neue Weltwirtschaftskrise sei durch den Kollaps der Finanzwelt ausgelöst worden – populär ausgedrückt: durch die Gier der Banker.
Raimund Wolfert, Nirgendwo daheim
Das bewegte Leben des Bruno Vogel, Leipzig: Universitätsverlag, 2012, 303 S., 29 Euro
von Werner Abel
«Größenwahnsinnige Offizierstypen hetzen mit unzähligen frechen, verlogenen Phrasen zum Kampf für Recht und Ehre, das blanke Schwert in der Faust, um dann die Machtgelüste ihrer Caligulaseelchen wieder möglichst ungehemmt ausleben zu können … Bedauernswerte empfehlen den Krieg als läuterndes Stahlbad, denn er bietet ihnen tausend köstliche Gelegenheit zur gefahrlosen Befriedigung ihrer Triebe.»