Wer kann schon von sich sagen, ein Gedankengang gehöre ihm?

Bert Brecht hielt nicht viel vom Recht auf geistiges Eigentum. Wir auch nicht. Wir stellen die SoZ kostenlos ins Netz, damit möglichst viele Menschen das darin enthaltene Wissen nutzen und weiterverbreiten. Das heißt jedoch nicht, dass dies nicht Arbeit sei, die honoriert werden muss, weil Menschen davon leben.

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Arbeitskämpfe 1. Januar 2012

Gestreikt. Gekündigt. Gekämpft. Gewonnen.

Gestreikt. Gekündigt. Gekämpft. Gewonnen. Die Erfahrungen der Emmely-Kampagne (Hg. Komitee «Solidarität mit Emmely»), AG SPAK Bücher, 9,50 Euro

Dass Beschäftigte in der Firma einmal etwas mitgehen lassen, ist normal. Auch dass sie bereits bei Verdacht auf Diebstahl gekündigt werden. Doch manchmal ist normal nicht mehr normal. So geschehen im Fall der gekündigten Kassiererin Barbara Emme. Ihre Kündigung mündete in eine öffentlichen Debatte, in der sichtbar wurde, wie unterschiedlich Menschen in dieser Gesellschaft je nach Klassenlage behandelt werden. Emmely war Thema in den Gazetten von Bild bis FAZ und schaffte es zu Kerner und zu Anne Will. Im Juni 2010 hatte die Kassiererin ihre Arbeitsstelle wieder.

Buch 1. Januar 2012

Volker Braun: Die hellen Haufen

Volker Braun: Die hellen Haufen. Erzählung, Berlin: Suhrkamp, 2011, 97 S., 14,90 Euro

von Christel Berger

Knapp hundert Seiten, die es in sich haben! Wieder offenbart Volker Braun eine andere Seite seines Könnens: Diesmal schreibt er – «ein Narr» – über etwas, das es nicht gab: einen Aufstand von Arbeitern, die nach der Auflösung der DDR ihre Betriebe zurückhaben wollen.

Buch 30. Dezember 2011

Buchtipps

von  Anja Köhler

Hugo Blanco: «Wir Indios». Der Kampf der Indígenas gegen rassistische Unterdrückung und die Zerstörung der Umwelt, Frankfurt: Neuer ISP Verlag, 2011, 175 S., 19,80 Euro und
Bernhard Schmid: Distanzieren. Leugnen. Drohen. Die europäische extreme Rechte nach Oslo, Münster: edition assemblage, 2011, 120 S., 12,80 Euro

Buch 30. Dezember 2011

Freiheit statt Kapitalismus

Sahra Wagenknecht: Freiheit statt Kapitalismus, Frankfurt: Eichborn, 2011, 365 S., 19,95 Euro

von Paul B. Kleiser

Es ist eine Art Programmschrift, vermutlich mit Blick auf die Debatten um das neue Programm der Linkspartei verfasst. In gewisser Weise tritt Sahra Wagenknecht in die Fußstapfen von Oskar Lafontaine und schreibt sein Werk Politik für alle in die Gegenwart fort; vielleicht bietet sie sich damit auch für höhere Aufgaben an. Angeblich möchte der Star zahlreicher Talkshows «den typischen FDPlern entgegenhalten, wie Marktwirtschaft tatsächlich funktioniert». Es fragt sich nur, welches Idealbild von Markt hier verkündet wird.

Buch 30. Dezember 2011

Eine Geschichte der Novemberrevolution

Richard Müller: Eine Geschichte der Novemberrevolution in 3 Bänden, Berlin: Die Buchmacherei, 2011, 756 S., 19,90 Euro

von Dieter Wegner

Mit seinem Buch Richard Müller. Der Mann hinter der Novemberrevolution entriss der junge Berliner Historiker Ralf Hoffrogge Richard Müller und die Revolutionären Obleute von Berlin vor drei Jahren dem Vergessen. Ihm und dem kleinen Berliner Verlag «Die Buchmacherei» ist es nun zu verdanken, dass nach Jahrzehnten Müllers Geschichte der Novemberrevolution neu aufgelegt wurde.

Buch 30. Dezember 2011

Zeit des Zorns

Don Winslow: Zeit des Zorns, Berlin: Suhrkamp, 2011, 338 S., 14,95 Euro
von Udo Bonn

Ophelia liebt Ben, den liebevollen Weltenbummler, der sein Geld in soziale Projekte steckt. Ophelia liebt Chon, den harten Ex-Marine. Ben und Chon sind Freunde, die in großem Umfang Gourmet-Marihuana züchten und im südlichen Kalifornien an die ausgesuchte Kundschaft bringen. Bis ihnen das mexikanische Baja-Kartell in die Quere kommt:

Buch 8. November 2011

Das Märchen von den Kleinkrediten

von Angela Huemer

Gerhard Klas: Die Mikrofinanz-Industrie. Die große Illusion oder das Geschäft mit der Armut, Berlin/Hamburg: Assoziation A, 2011, 19,80 Euro, 320 S.

Wer sich jemals selbst um einen Kredit bemüht hat, weiß, dass die Zinsen umso höher sind, je weniger Sicherheiten man zu bieten hat – falls man überhaupt einen Kredit bekommt. In den letzten Jahren sind die Kreditzinsen ziemlich gesunken, für rund 3–5% Jahreszinsen kann man sich Geld leihen. Die Dispozinsen bei der Bank liegen schon etwas höher – bei 14% oder mehr. Und in der kleinen Geschichte der Kredite, die Gerhard Klas an den Anfang seines Buches stellt, erfahren wir, dass in der Antike Kredite nur in absoluten Notlagen aufgenommen wurden und Zinsen verpönt waren. Platon bspw. warf den Zinsnehmern vor, die Armut zu vergrößern.

Buch 8. November 2011

Bis an die Grenzen

Fabien Didier Yene: Bis an die Grenzen, Klagenfurt: Drava, 2011, 19,80 Euro
von Angela Huemer

Die Chronik einer Migration, erzählt von einem Migranten.

Buch 8. November 2011

Die Stunde des Schakals

Bernhard Jaumann: Die Stunde des Schakals, Reinbek: Rowohlt, 2011, 318 S., 9,99 Euro
von Udo Bonn
Bernhard Jaumann hat in seinem zu Recht mit dem deutschen Krimipreis 2011 gewürdigten Roman Die Stunde des Schakals eine Frauenrolle entwickelt, die so tough und dabei so lebensecht ist, dass sie dem Leser nur staunende Bewunderung entlockt.

Buch 3. Oktober 2011

Die jüdische Nationalbewegung und ihr Verhältnis zum Westen

Daniel Cil Brecher, Der David – Der Westen und sein Traum von Israel Köln: PapyRossa, 2011 246 S., 15,90 Euro

von Anton Holberg
Anfang August veröffentlichte der Kölner PapyRossa-Verlag ein wichtiges und, um es vorweg zu sagen, hervorragendes Buch von Daniel Cil Brecher über zentrale im Westen kursierenden Mythen über Israel. Der Autor, 1951 in Tel Aviv geboren und heute in den Niederlanden lebend, ist Historiker, hat an der Universität Haifa und der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem gearbeitet und war Direktor des Leo Baeck Instituts in Jerusalem.

Buch 3. Oktober 2011

Rote Fahnen – Rote Lippen

Marianne Brentzel, Rote Fahnen – Rote Lippen, Edition ebersbach, 288 S., 18 Euro

von Michael Banos

Wenn wir in diesen Tagen auf 25 Jahre SoZ zurückblicken, lohnt sich auch ein Blick auf die Jahre davor, die Jahre, in denen sich viele tausend Menschen in revolutionären Parteien, Parteiaufbauorganisationen, kommunistischen Bünden organisierten. Marianne Brentzel hat darüber ein sehr lesenswertes Buch geschrieben, worin sie auch von ihren Jahren in der Landesleitung NRW der KPD/AO berichtet.

Buch 3. Oktober 2011

Einschlägig bekannt, Moonlight Mile, Dunkler Gefährte

Dominique Manotti, Einschlägig bekannt, Berlin: Argument, 2011, 250 S. 12,90 Euro.

Dennis Lehane, Moonlight Mile, Berlin: Ullstein, 2011, 380 S., 9,99 Euro.

Jim Nisbet, Dunkler Gefährte, Pulpmaster, 2010, 191 S., 12,80 Euro.

von Udo Bonn
Das wird wohl eine Ausnahme bleiben: Zum dritten Mal in diesem Jahr wird ein Roman von Dominique Manotti an dieser Stelle präsentiert – aber es wäre ein schwerer Fehler darauf zu verzichten. Einschlägig bekannt kann gelesen werden als Abrechnung mit Sarkozys Kärcherpolitik, mit der er als Innenminister seine Präsidentschaftskandidatur vorbereitete, oder als Ursachenforschung für die jüngsten Unruhen in britischen Großstädten.