Erstarrtes Land
Die Viennale 2024
von Kurt Hofmann
Auch in ihrer 62.Ausgabe bot die Viennale, der Höhepunkt des österreichischen Kinojahrs, wieder ein hochwertiges und variantenreiches Programm.
Die Rote Kapelle im Film
In Liebe, Eure Hilde, Deutschland 2024, Regie: Andreas Dresen; Drehbuch: Laila Stieler
von Peter Nowak
Nur mit einem Schal vermummte junge Leute überkleben mit weißen Papierstreifen, auf denen politische Parolen stehen, Plakate in einer Unterführung. Die Szene sieht auf den ersten Blick wie die Aktion junger Leute aus, die heute mit Adbusting-Aktionen politische Plakate bspw. der Bundeswehr oder der Polizei verfremden. Doch was machte der Mann in Offiziersuniform in dem Bild?
Blenden, lügen, schmieren
Politiker in Maßanzügen, die sich für unbesiegbar halten
von Manuel Kellner
Petra Hartlieb: Freunderlwirtschaft. Kriminalroman, Köln: Dumont, 2024. 413 S., 18 Euro. www.buecherserien.de/petra-hartlieb/
Das vorliegende Buch gehört auf jeden Gabentisch zum Jahresende. Petra Hartlieb, Buchhändlerin in Wien, präsent in den großen Medien Österreichs mit ihren Buchempfehlungen und selbst Bestsellerautorin (das fing an mit Meine wundervolle Buchhandlung, inzwischen sind viele Romane dazu gekommen) hatte einige Jahre lang in Dezemberausgaben der SoZ auf bemerkenswerte Titel aufmerksam gemacht. Angesichts der Qualität ihrer jüngsten Buchveröffentlichung drängt es sich nun auf, unsererseits ihr letztes Werk zu empfehlen.
Erinnert euch!?
An den Rand notiert
von Rolf Euler
Urlaub in Frankreich – so freundliche Gastgeber:innen, so wanderbare Gegenden, so gute Begegnungen und so hervorragendes Essen und Wein.
Urlaub in Frankreich: So viele Mahnmale stehen am Straßenrand. Sommer 1944, der Einmarsch der Alliierten in Frankreich ist gelungen, an vielen Orten im Süden werden deutsche Truppen abgezogen. Sie hinterlassen Verbrechen, deren in diesem Jahr nach 80 Jahre in vielen Städten gedacht wird, zusammen mit dem Gedenken an die Befreiung von den Besatzern.
Radikaler und interaktiver Universalismus
Antworten auf den grassierenden neoliberalen Nationalismus
von Elfriede Müller
Die internationale Philosophie der letzten Jahre versucht auf unterschiedliche Art und Weise, der Nationalisierung des Lebens auf allen Ebenen etwas entgegenzusetzen. Es handelt sich dabei meistens um linksliberale Autor:innen, die auf Begriffe der Menschenrechte rekurrieren, den in postkolonialen Debatten zurecht in Verruf geratenen Terminus des Universalismus und des Kosmopolitismus wiederbeleben und versuchen, diese Begriffe mit neuem Inhalt und kritischem Potenzial zu versehen. Selten wird auf den – in der Praxis auch sehr widersprüchlichen – Internationalismus der Arbeiterbewegung zurückgegriffen.
Lasst uns über Sozialismus reden
Ein nützliches Plädoyer
von Thies Gleiss
Bernd Riexinger, Raul Zelik: Was ist Sozialismus heute? Warum wir den Kapitalismus überwinden müssen. Hrsg. Rosa-Luxemburg-Stiftung. August 2024, 40 S. Kostenlos bestellbar über die RLS
Der frühere Vorsitzende der Partei Die Linke, Bernd Riexinger, und der Schriftsteller, Mitarbeiter des Neuen Deutschland und früheres Mitglied des Parteivorstands der Linken, Raul Zelik, haben gemeinsam einen kleinen Text erarbeitet, in dem sie die Aktualität des Sozialismus für Programm und Praxis der Linken begründen.
Erkämpft das Menschenrecht
Beiträge zur linken Debatte
von Manuel Kellner
Erkämpft das Menschenrecht! Für Frieden, Antifaschismus, Internationalismus und Kultur. Hrsg. Sevim Dagdelen, Annette Groth, Norman Paech. Köln: Papyrossa, 2024. 163 S., 16 Euro
Die in diesem Buch versammelten Beiträge gehen zurück auf ein Symposium vom 7.Oktober 2023 zum 85.Geburtstag von Norman Paech.
Buchtipp
Eine ostdeutsche Stadt
von gk
Elsa Koester: Im Land der Wölfe. Frankfurt: FVA, 2024. 320 S., 24 Euro
In Grenzlitz, einer ostdeutschen Stadt, tobt der Wahlkampf. Zu den Favoriten gehören die grüne Bürgermeisterkandidatin und ihr Konkurrent von den »Blauen«. Die Autorin Elsa Koester, stellvertretende Chefredakteurin der Wochenzeitung Der Freitag erkundet die Befindlichkeit der Bevölkerung zwischen grün und blau, zwischen Ideen von einer fortschrittlichen Zukunft und der Angst vor dem Fremden und den vielen Grautönen dazwischen.
Vor 40 Jahren: Der Streik der britischen Bergleute
Frauen waren das Rückgrat eines historischen Arbeitskampfes
von Ayse Tekin
Vor 40 Jahren, vom 10. bis 20.Oktober 1984, besuchten Frauen der streikenden Bergleute aus England, Kay Sutcliffe und Marie Collins, Deutschland, um hier für Solidarität mit einem spektakulären Arbeitskampf zu werben. Auf zahlreichen Veranstaltungen wurde Geld gesammelt. In Köln bildete sich eine Unterstützergruppe für die Zeche Snowdown, die von dem Arbeitskreis »Frau und Arbeit« getragen wurde. Die Gruppe sammelte Geld und Geschenke, eine Delegation aus fünf Frauen brachte sie persönlich zur Weihnachtszeit nach Aylesham/Kent.
Erinnerungen an ›Kleine Leute‹
Eine Reise durch drei Jahrhunderte
von Rolf Euler
Kleine Leute in Westfalen. Hrsg. Ulrike Gilhaus, Kirsten Bernhardt. Münster: Ardey, 2024. 230 S., 29,90 Euro
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), der mehrere Industriemuseen betreibt, bringt ein bemerkenswertes Buch heraus: »Kleine Leute in Westfalen«, ein Forschungs- und Sammlungsband mit Beiträgen vieler Autor:innen.
Antifa ist mehr als Militanz
Ein Anstoß zur Diskussion über Strategien gegen Rechts
von Peter Nowak
Antifa – Schulter an Schulter, wo der Staat versagte. Deutschland 2024, 92 Min. Regie und Drehbuch: Marco Heinig, Steffen Maurer; Produktion: leftvision;
www.antifa-film.de/