Patrick Pecherot, Belleville-Barcelona
Ein Krimi zur Zeit der Volksfront in Paris.
Hamburg: Edition Nautilus, 2011
224 Seiten, 14,90 Euro
von Udo Bonn
Vor einiger Zeit wurde an dieser Stelle Vilars wunderbarer Roman Die Verschwundenen vorgestellt. Paris 1938, die Endphase der Volksfrontregierung unter Leon Blum, der Vormarsch der Faschisten in Spanien, die dritten Moskauer Prozesse.
Die Pariser Kommune, 18.März–28.Mai 1871
Die erste Regierung der Arbeiterklasse
von Jean-Michel Krivine
Für Marx war die Pariser Kommune «wesentlich eine Regierung der Arbeiterklasse, das Resultat des Kampfes der hervorbringenden gegen die aneignende Klasse, die endlich entdeckte politische Form, unter der die ökonomische Befreiung der Arbeit sich vollziehen konnte». Vor 140 Jahren, im Mai 1871, unterlag sie der blutigen Konterrevolution.
El Cimarrón
Zum 85.Geburtstag von Hans Werner Henze
Zu Ehren des 85-jährigen Hans Werner Henze veranstaltete die Werkstatt des Berliner Schillertheaters zu Beginn dieses Jahres einen Zyklus von Aufführungen seiner Komposition «El Cimarrón». Das Stück gilt als eindrucksvolles Beispiel für eine zeitgenössische Weiterentwicklung politisch engagierter Musik und wird seit Jahrzehnten immer wieder neu arrangiert.
Hexen, Zauberer und andere Verfolgte
Immer geht es um die Erhaltung der Macht
von Hanna Behrend
Aus Anlass ihres Todes am 30.11.2010 bringen wir Auszüge aus einem Text, den Hanna Behrend 2003 geschrieben hat.*
Massenverfolgungen und -ausrottungen Unschuldiger im Auftrag von Amtsträgern sind in der Geschichte der Menschheit nichts Ungewöhnliches. Die Verfolgung und Hinrichtung wegen Hexerei von Frauen, aber auch Männern vor allem in Europa zwischen dem 15. und 18.Jahrhundert war zwar keineswegs die früheste Massentötung unschuldiger Menschen, sie war aber eine der spektakulärsten und folgenreichsten in der Geschichte.
Während Thomas von Aquin [noch] jegliche Verhütungspraxis für sündhaft und bußbedürftig, nicht aber für Mord hielt, übertraf die im 13.Jahrhundert von dem Dominikaner Raimund von Penaforte im Auftrag Papst Gregor IX. herausgegebene Sammlung päpstlicher Dekretalen, si aliquis, die bis dahin übliche restriktive und sinnenfeindliche Haltung der Kirche zu Ehe und Nachwuchs erheblich. Jegliche Verhütung galt fortan als Mord, was im Widerspruch zum vorherigen Kirchenrecht stand, dem zufolge erst «die Abtreibung eines beseelten Fetus als Mord unter Strafe» gestellt wurde, d.h. eines Fetus von ca. 80 Tagen.
Die Legende vom widerständigen Köln
Horst Matzerath, Köln in der Zeit des Nationalsozialismus 1933–1945
Teil des Gesamtwerks Geschichte der Stadt Köln, Bd.12
Köln: Greven, 2009, 657 S., 60 Euro
von Larissa Peiffer-Rüssmann
Bis in die 70er Jahre hielt sich die Legende, derzufolge die rheinische Metropole Köln angeblich prinzipiell gegen den Nationalsozialismus eingestellt gewesen sei, gar ein Hort des Widerstands.
Solidarische Ökonomie: Ein Wegweiser und ein Denkweiser
Gisela Notz, Theorien alternativen Wirtschaftens.
Fenster in eine andere Welt, Stuttgart: Schmetterling, 2010
Elisabeth Voß, Wegweiser Solidarische Ökonomie.
Anders Wirtschaften ist möglich!, Neu-Ulm: AG SPAK, 2010
von Rolf Euler
Nachstehend werden ein „Wegweiser“ und ein „Denkweiser“ vorgestellt: Elisabeth Voß stellt einen „Wegweiser Solidarische Ökonomie“ zusammen, Gisela Notz eine Übersicht über „Theorien alternativen Wirtschaftens“.
Stefan Klein, Der Sinn des Gebens
Warum Selbstlosigkeit in der Evolution siegt und wir mit Egoismus nicht weiterkommen
Frankfurt: S.Fischer, 2010, 335 S., 19,95 Euro
von Paul B. Kleiser
Der wirtschaftliche und ideologische Siegeszug des Neoliberalismus seit den 80er Jahren hat auch in den Gesellschaftswissenschaften zu einer Anthropologie geführt, die den Menschen als ein zutiefst eigennütziges Wesen beschreibt.
Fritz Keller, Gelebter Internationalismus
Österreichs Linke und der algerische Widerstand (1958–1963)
Wien: Promedia, 2010, 315 S., 19,90 Euro
von Paul Kleiser
Der Wiener Fritz Keller hat sich als Historiker der (nicht nur) österreichischen Arbeiterbewegung einen Namen gemacht. Sein neuestes Buch schließt eine nicht unbedeutende Lücke.
Hanna Behrend (1922–2010)
von Gisela Notz
„Ich stelle mir vor, dass sich meine Oma am 30.November 2010 plötzlich an einem warmen Frühsommertag wiederfindet. Schmerzfrei und gut zu Fuß begibt sie sich einen kleinen Weg entlang und hinter einer Kurve steht mein Opa, wie er immer da stand, das Kinn leicht nach oben, als wolle er in den Himmel schauen und wartet. Er bemerkt sie, macht eine kleine Handbewegung und alle die Haustiere, die schon bei ihm sind, kommen herbei. Meine Oma lächelt ihn an. Er sagt: «Da bist du ja.» Und sie sagt: «Ich habe alles geregelt, sie trauern, aber es geht ihnen bald wieder gut. Ich habe ihnen gesagt, sie sollen mich in guter Erinnerung behalten; an dich haben sie sich auch immer erinnert.» Dann machen sie mit den Hunden und Katzen einen Spaziergang.“
Katharina Gruhle, Berlin, 1.12.2010