Was sollen wir essen?
Leitfaden für kritische Verbraucher
von Larissa Peiffer-Rüssmann
Thilo Bode, Die Essensfälscher. Was uns die Lebensmittelkonzerne auf die Teller lügen. Frankfurt 2011: S.Fischer, 14,90 Euro
Die Lebensmittel- und Getränkeindustrie gibt jährlich 2,8 Milliarden Euro für Werbung aus, mehr als die Autoindustrie. Vor allem die großen Lebensmittelkonzerne sind zum Wachstum verdammt, denn ihr Erfolg misst sich an der Rendite.
Anita Idel, Die Kuh ist kein Klima-Killer
Marburg 2010: Metropolis, 210 S., 18 Euro
von Boris Schultz
Anita Idel leistet mit diesem Buch einen sehr wichtigen Beitrag zur aktuellen Klimaschutzdebatte. Sie betont die Bedeutung der ökologisch vertretbaren Weidehaltung für den Klimaschutz.
Klassenanalyse@BRD
Arbeitende Klasse in Deutschland –
Macht und Ohnmacht der Lohnarbeiter
E.Lieberam/J.Miehe (Hg.), Bonn 2011: Pahl-Rugenstein, 210 S., 19,90 Euro
von Jochen Gester
Lieberam/Miehe legen eine Aufsatzsammlung vor, deren Hauptteil sich mit der strukturellen Entwicklung der Arbeiterklasse in den letzten Jahrzehnten befasst und darüber hinaus versucht, die Faktoren zu beschreiben, die verhindern, dass sich die abhängig Beschäftigten als selbstbewusste und handlungsfähige Klasse konstituieren.
Der Afghanistankrieg ist aussichtslos
Warum wird er dann geführt?
Umgangssprachlich: Krieg – Testfall. Afghanistan und deutsche Politik (Hg.Mario Tal) Köln: 2010, PapyRossa, 275 S., 14,90 Euro
von Anton Holberg
Als einer der führenden Rüstungsexporteure ist die Bundesrepublik Deutschland schon lange indirekt in viele, wenn nicht alle Kriege oder bewaffnete Konflikte der Welt verwickelt; am unmittelbarsten bislang allerdings in den Afghanistankrieg.Der vorliegende Sammelband zeigt in 14 Beiträgen elf verschiedener Autoren faktenreich auf, dass die ursprüngliche Rechtfertigung für diesen Krieg, ebenso wie für den unmittelbar vorhergegangenen Irakkrieg, nichts mit der Wirklichkeit zu tun hat.
Kochbuch für die harten Zeiten
Reinhard P. Gruber, «Einfach Essen!». Graz/Wien: 2010, Literaturverlag Droschl, 120 Seiten, 18 Euro
von Dieter Braeg
Über den Autor Reinhard P. Gruber muss man mehr als nur einige lobende Worte erwähnen. Er hat viele gute Texte geschrieben, und er wäre es wert, im deutschsprachigen Raum mehr gelesen zu werden. Da wäre zum Beispiel sein Buch Nie wieder Arbeit, da kann man ein Manifest lesen, hieraus eine kurze Kostprobe:
Filme aus Nordafrika
Das Filminitiativ Köln e.V. reagierte auf die Revolutionen in Nordafrika mit einer höchst interessanten und informativen Filmschau.
von Angela Huemer
Die Leute von Filminitiativ erwerben sich seit Jahren große Verdienste für ihre unermüdliche Verbreitung des afrikanischen Kinos. Mitglieder des Kollektivs reisten im Oktober zu den 23.Kinotagen von Karthago, Tunesien, und im Dezember zum 34.Internationalen Filmfestival von Kairo – also jeweils unmittelbar vor den Revolutionen.
Dominique Manotti, Roter Glamour
Hamburg: Ariadne Argument, 2011, 246 S., 12,90 Euro
von Udo Bonn
In wohliger Erinnerung an den Beginn der ersten Präsidentschaft François Mitterrands 1981 wollte die Sozialistische Partei Frankreichs (PS) ihre Kandidatenkür für die Wahlen im nächsten Jahr gestalten. Doch ein geiler Mann in New York hat sich selbst (und die PS?) aus dem Rennen katapultiert und der Öffentlichkeit noch einmal demonstriert, um was es bei der großen Politik geht: Geld, Macht und Sex , dessen Zugang und Formen nicht unwesentlich von ersteren Faktoren bestimmt sind.
Hermann Scheer, Der energethische Imperativ
München: Kunstmann, 2010
Hundert Prozent jetzt!
von Rolf Euler
Hermann Scheer, langjähriger Streiter für solare Wirtschaft und Energiegewinnung, Träger des Alternativen Nobelpreises, starb im Oktober vergangenen Jahres. Kurz darauf erschien sein Buch Der energethische Imperativ, sein Erbe sozusagen, das auf erhöhte Aufmerksamkeit stieß, als durch das Atomunglück in Japan alle Welt plötzlich von alternativen Energien redete.
25 Jahre nach dem Mord an Olof Palme
Mordsmäßiges Schweigen
von Henrik Andersson
Vor 25 Jahren wurde Olof Palme erschossen. Bis heute ist der schwedische Staat nicht an einer Aufklärung interessiert.
Mythos Kronstadt
Diskussionsbeitrag zu
Klaus Gietinger, 90 Jahre Aufstand von Kronstadt (SoZ 4/2011)
von Meinhard Creydt
Klaus Gietinger nimmt Partei für die Kronstädter Aufständischen von 1921. Michael Schneider spricht von den Kronstädter Matrosen als «den Sturm- und Elitetruppen des Oktoberumsturzes», die nun, 1921, «von Lenin und Trotzki als Konterrevolutionäre gebrandmarkt wurden.“
Das demokratische Weinbuch
Wein soll das Volk trinken!
Rainer Balcerowiak
Das demokratische Weinbuch
Augsburg: Mondo Communications, 2010
128 S., 14,95 Euro
von Dieter Braeg
Es gibt so Diskussionen in jenen Kreisen, Indiesemihremland, die sich große Sorgen machen, wie man nun den Spargel essen solle – mit Messer und Gabel, mit Spezialbesteck oder gar, ohpfui, mit den Händen. Menschen, die über solche und ähnliche Probleme schreiben, erzeugen dann Sätze wie: «Die Feinschmeckerei als Ausdruck einer hedonistischen Lebensweise gehört mittlerweile zum gängigen Lebensstil.» Ähh, geht‘s denn noch?
Großer Aufwasch im Subunternehmen
Film über Leiharbeiterinnen in Frankreich
Frankreich 2008
Regie: Ivora Cusack
von Angela Huemer
Zu Beginn des Films lernen wir drei der Protagonistinnen kennen, Gnima Seydi aus Senegal, Fatoumata Coulibaly aus Mauretanien und Franzette Lassource aus Martinique. Gnima und Fatoumata wurden von ihren Ehemännern nach Frankreich geholt, beide haben Kinder.