Wer kann schon von sich sagen, ein Gedankengang gehöre ihm?

Bert Brecht hielt nicht viel vom Recht auf geistiges Eigentum. Wir auch nicht. Wir stellen die SoZ kostenlos ins Netz, damit möglichst viele Menschen das darin enthaltene Wissen nutzen und weiterverbreiten. Das heißt jedoch nicht, dass dies nicht Arbeit sei, die honoriert werden muss, weil Menschen davon leben.

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Buch 1. September 2011

Vikas Swarup, Immer wieder Gandhi

Immer wieder Gandhi

Köln: Kiepenheuer & Witsch, 2001, 623 S., 9,95 Euro
von Udo Bonn

Ein ehemaliger Staatsfunktionär, berüchtigt für seine Korrumpierbarkeit und seine Affären, der nach einer Séance meint, Gandhi zu sein, eine berühmte Schauspielerin, ein Stammesangehöriger von einer der Andaman-Inseln auf der Suche nach einem gestohlenen Totem, ein um seine Liebe betrogener Handy-Dieb, der Innenminister von Uttar Pradesh, dessen Karriere durch die Eskapaden seines Sohnes verbaut wird, und ein Gabelstaplerfahrer aus Waco, Texas, auf der Suche nach seiner Katalogbraut – sie alle könnten Vicky Rai umgebracht haben.

Buch 1. September 2011

«… wird mit Brachialgewalt durchgefochten»

Bewaffnete Konflikte mit Todesfolge vor Gericht. Berlin 1929 bis 1932/33

Köln: PapyRossa, 2011, 154 S., 14 Euro
von  Johannes Fülberth
Schon lange gilt es unter linken und bürgerlichen Antifaschistinnen und Antifaschisten als ausgemacht, dass die Justiz der Weimarer Republik in krasser Weise auf dem rechten Auge blind war. Tatsächlich hatte es die Republik versäumt, Richter- und Staatsanwaltschaft nach dem Novemberumsturz 1918 zu erneuern. Es gab zwar einen Republikanischen Richterbund, dem aber nur wenige Richterinnen und Richter angehörten. Die meisten gehörten zum Deutschen Richterbund, der offiziell als politisch neutral galt, inoffiziell aber monarchistisch und deutschnational ausgerichtet war.

Zur Person 1. September 2011

Das richtige Bewusstsein und die sozialistische Demokratie

Vor vierzig Jahren starb Georg Lukács (1885–1971)

von Jürgen Meier

Als der Schriftsteller Tibor Déry vor vierzig Jahren am Grab seines Freundes Georg Lukács stand, wandte er sich mit der folgenden Frage an die große Schar der Trauergäste: «Was war es, was uns für seine Arbeit und seine Persönlichkeit gleichermaßen einnahm? In einem Wort zusammengefasst möchte ich sagen: seine Liebe zum Menschen.»

Bedenkt man, dass Lukács, wie Déry in seiner Trauerrede sagte, zwar «bescheiden im Umgang mit Menschen» war, aber «unbarmherzig im Verkehr mit Ideen», so zeigt sich diese Liebe zum Menschen bei Lukács in einer Art Differenzierung zwischen dem einzelnen Alltagsmenschen und dessen Bewusstsein und dem gesellschaftlichen Sein.

Geschichte 29. Juli 2011

Die Deutschen müssen zahlen

Eine Aufstellung der deutschen Kriegsschulden an Griechenland
Tasos Minas Iliadakis
«Die Deutschen sollen erst mal ihre Kriegsschulden an Griechenland bezahlen, bevor sie von uns was wollen.» Diese Forderung wird in Griechenland immer lauter – und sie ist berechtigt.

Buch 28. Juli 2011

Chinas Aufstieg zur Weltmacht

Zwei Zeitschriften zum Thema
Fred Schmid, «China – Krise als Chance?» Aufstieg zur ökonomischen Weltmacht. isw-report (München), Nr.83/84, Dezember 2010«China im globalen Kapitalismus»
Prokla (Münster), Nr.161, Dezember 2010
von Paul Kleiser

Seit dem Ende der 70er Jahre und im Gefolge der Wirtschaftsreformen von Deng Xiaoping hat die chinesische Wirtschaft ein unglaubliches Wachstumstempo hingelegt. Ein agrarisch strukturiertes Land hat sich zu einer modernen Industriegesellschaft entwickelt.

Geschichte 28. Juli 2011

Der Landschaftsverband Rheinland und seine psychiatrischen Anstalten

Eine dunkle Vergangenheit
von Lothar Gothe
Die Geschichte des Landschaftsverbands gehört endlich aufgearbeitet. Hier die Zusammenfassung einer Rede von Lothar Gotte vor dem Gesundheitsausschuss des NRW-Landtages am 10.Juni 2011.

Geschichte 28. Juli 2011

Daimler muss wegen Verbrechen in Argentinien vor Gericht

Das kann sehr teuer werden
von Gaby Weber
Die Daimler AG muss sich auf einen Zivilprozess wegen «crimes against humanity» vorbereiten – Verbrechen gegen die Menschheit, die nicht verjähren. Es geht um Beihilfe zum Mord an den Betriebsaktivisten in den Jahren 1976 und 1977, als in Argentinien eine Militärdiktatur herrschte.

Buch 28. Juli 2011

Ulrich Grober, Die Entdeckung der Nachhaltigkeit

Kulturgeschichte eines Begriffs
München: Kunstmann, 2010, 299 Seiten, 22,50 Euro
von Hermann Dworczak
Die atomare Katastrophe in Japan zeigt drastisch, was es mit der Mär vom «billigen, sauberen und sicheren Atomstrom» auf sich hat. Wer tiefer schürfen will und für einen nachhaltigen Umgang mit der Natur optiert, für die ist das Buch von Ulrich Grober die ideale Lektüre.

Buch 10. Juli 2011

Leonardo Padura, Der Mann, der Hunde liebte

Zürich: Unionsverlag, 2011, 730 Seiten, 28,90 Euro
von Jürgen Meier
Dem Kubaner Leonardo Padura ist es gelungen, einen Roman zu schreiben, der auf drei Ebenen schildert, wie Stalins Terrorherrschaft Millionen Menschen liquidierte, aber auch viele Kommunisten in ihren Bann zog, und wie Trotzki noch sechzig Jahre nach seiner Ermordung für junge Kubaner eine Unperson geblieben ist, dessen tatsächliche Geschichte und Ideen niemand wirklich interessierten.

Buch 10. Juli 2011

Jakob Rosenberg/Georg Spitale, «Grün-weiss unterm Hakenkreuz»

Der Sportklub Rapid im Nationalsozialismus
Hg. DÖW und SK Rapid. Wien 2011, 303 Seiten, 18,99 Euro
von Dieter Braeg

Von Stefan Goch und Norbert Silberbach erschien 2005 das Buch Zwischen Blau und Weiß liegt Grau, es dokumentiert die Geschichte des FC Schalke 04 in der Zeit des Nationalsozialismus.

Film 10. Juli 2011

Wadans Welt – Von der Würde der Arbeit

Dokumentarfilm
Regie: Dieter Schumann, Deutschland 2010
von Gaston Kirsche

Die vorerst letzte Finanzkrise wurde bislang kaum in Bilder gefasst. Halden von Autos, Fassaden von Bankhäusern, ein paar hektisch telefonierende Broker, das war’s. Mit Wadans WeltVon der Würde der Arbeit kommt jetzt ein Film in die Kinos, der die Folgen der Krise aus der Sicht von Schiffbauern im mecklenburgischen Wismar zeigt.

Sonstiges 1. Juli 2011

Frauenfußball-WM

Playboy und Barbiekick
von Reinhard Krennbrunner, Clemens Schotola, Nicole Selmer

Am 26.Juni wurde im Berliner Olympiastadion die 6.Frauenfußball-WM eröffnet. Und noch immer tut sich die Männerwelt schwer damit, darin nicht mehr zu sehen als ein sportliches Ereignis auf hohem Niveau.