Wer kann schon von sich sagen, ein Gedankengang gehöre ihm?

Bert Brecht hielt nicht viel vom Recht auf geistiges Eigentum. Wir auch nicht. Wir stellen die SoZ kostenlos ins Netz, damit möglichst viele Menschen das darin enthaltene Wissen nutzen und weiterverbreiten. Das heißt jedoch nicht, dass dies nicht Arbeit sei, die honoriert werden muss, weil Menschen davon leben.

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Film 8. November 2011

«The Big C»

TV-Tipp Eine neue Fernsehserie

Seit Mitte Oktober zeigt der digitale ZDF-Sender ZDF-Neo – «die» Adresse für qualitätsvolle Serien – die amerikanische Serie The Big C, das große C. C steht für Cancer, Krebs.

Buch 8. November 2011

Die Stunde des Schakals

Bernhard Jaumann: Die Stunde des Schakals, Reinbek: Rowohlt, 2011, 318 S., 9,99 Euro
von Udo Bonn
Bernhard Jaumann hat in seinem zu Recht mit dem deutschen Krimipreis 2011 gewürdigten Roman Die Stunde des Schakals eine Frauenrolle entwickelt, die so tough und dabei so lebensecht ist, dass sie dem Leser nur staunende Bewunderung entlockt.

Musik 8. November 2011

«Le Temps des Cerises» oder: Mein Opa war Weber und Tenor

Die Chansonsängerin Blandine Bonjour

Blandine Bonjour und Bernd Köhler veredelten am 8.Oktober 2011 die 25-Jahr-Feier der SoZ mit Liedern von der Pariser Kommune und anlässlich des 140.Jahrestags der blutigen Niederschlagung der Kommune. Besonders Blandine berührte das Publikum, wenn sie über den Hintergrund und die Geschichte der einzelnen Lieder sprach. Inspiriert von den «Chansons sans cigare» die sie uns präsentierten, wollten wir Blandine die Gelegenheit geben, uns mehr von ihr zu erzählen.

Zur Person 3. Oktober 2011

Einer, der Geschichte schrieb

Hans-Werner Krauß (1944–2011)

Am 9.September 2011 haben wir unseren Freund und Weggefährten Hans-Werner Krauss verloren.

Hans-Werner hat für uns Geschichte geschrieben. Um diese Aussage zu verstehen, muss man sich in die Jahre der Auseinandersetzungen in der chemischen Industrie zurückversetzen. In den 60er/70er-Jahren war die Industriegewerkschaft Chemie Papier Keramik (heute IG BCE) auf dem linken Flügel innerhalb des DGB angesiedelt. Es gab – sicher auch beeinflusst durch die 68er-Proteste – haupt- und ehrenamtliche Funktionäre, die in den Betrieben etwas bewegen wollten, vom Widerspruch zwischen Kapital und Arbeit ausgingen und auch gesellschaftspolitisch und international für eine bessere Welt eintraten.

Buch 3. Oktober 2011

Die jüdische Nationalbewegung und ihr Verhältnis zum Westen

Daniel Cil Brecher, Der David – Der Westen und sein Traum von Israel Köln: PapyRossa, 2011 246 S., 15,90 Euro

von Anton Holberg
Anfang August veröffentlichte der Kölner PapyRossa-Verlag ein wichtiges und, um es vorweg zu sagen, hervorragendes Buch von Daniel Cil Brecher über zentrale im Westen kursierenden Mythen über Israel. Der Autor, 1951 in Tel Aviv geboren und heute in den Niederlanden lebend, ist Historiker, hat an der Universität Haifa und der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem gearbeitet und war Direktor des Leo Baeck Instituts in Jerusalem.

Buch 3. Oktober 2011

Rote Fahnen – Rote Lippen

Marianne Brentzel, Rote Fahnen – Rote Lippen, Edition ebersbach, 288 S., 18 Euro

von Michael Banos

Wenn wir in diesen Tagen auf 25 Jahre SoZ zurückblicken, lohnt sich auch ein Blick auf die Jahre davor, die Jahre, in denen sich viele tausend Menschen in revolutionären Parteien, Parteiaufbauorganisationen, kommunistischen Bünden organisierten. Marianne Brentzel hat darüber ein sehr lesenswertes Buch geschrieben, worin sie auch von ihren Jahren in der Landesleitung NRW der KPD/AO berichtet.

Film 3. Oktober 2011

No more fear

Neue Filme aus Nordafrika, Datum: 7.–9.Oktober 2011, Ort: Filmforum NRW im Museum Ludwig, Köln

«Game Over» nannte das FilmInitiativ seine Filmreihe zu Nordafrika im Mai dieses Jahres. Das «Spiel» war vorbei für die Mächtigen in Tunesien und Ägypten. Ein neues «Spiel» begann, eine neue Zeit, eine Zeit des Übergangs und voller Unsicherheiten. Nun setzt das FilmInitiativ seine Bemühungen fort: vom 7. bis 9.Oktober sind erstmals in Köln Filme zu sehen, die während der Proteste entstanden.

Buch 3. Oktober 2011

Einschlägig bekannt, Moonlight Mile, Dunkler Gefährte

Dominique Manotti, Einschlägig bekannt, Berlin: Argument, 2011, 250 S. 12,90 Euro.

Dennis Lehane, Moonlight Mile, Berlin: Ullstein, 2011, 380 S., 9,99 Euro.

Jim Nisbet, Dunkler Gefährte, Pulpmaster, 2010, 191 S., 12,80 Euro.

von Udo Bonn
Das wird wohl eine Ausnahme bleiben: Zum dritten Mal in diesem Jahr wird ein Roman von Dominique Manotti an dieser Stelle präsentiert – aber es wäre ein schwerer Fehler darauf zu verzichten. Einschlägig bekannt kann gelesen werden als Abrechnung mit Sarkozys Kärcherpolitik, mit der er als Innenminister seine Präsidentschaftskandidatur vorbereitete, oder als Ursachenforschung für die jüngsten Unruhen in britischen Großstädten.

Buch 3. Oktober 2011

Grenzüberschreitungen

Günter Blamberger, Heinrich von Kleist. Biographie, Frankfurt a.M.: S.Fischer, 2011; 597 S., 24,90 Euro.

von Paul B. Kleiser

Vor 200 Jahren starb Heinrich von Kleist

Am 21.November 1811 erschoss Heinrich von Kleist am Berliner Wannsee zuerst seine Freundin Henriette Vogel und dann sich selbst. Damit endete das Leben eines der größten und widersprüchlichsten deutschen Schriftsteller, der zu seinen Lebzeiten kaum Anerkennung gefunden hat. Zu radikal war sein Kampf um die Freiheit des Individuums, dessen höchste Verwirklichung der Künstler sein sollte, als dass eine von Standesdünkel geprägte Gesellschaft sich darauf hätte einlassen können. Erst im 20.Jahrhundert begann eine ernsthafte, teilweise aber auch höchst ideologische Rezeption. Heute gehören seine acht Dramen und acht Novellen unbestreitbar zur Weltliteratur; die Zahl der Forschungsarbeiten zu diesem Dichter ist Legion.

Alternativwirtschaft 1. September 2011

Economie Sociale – eine Alternative zum Kapitalismus/Beitragen statt tauschen

Thierry Jeanette, Economie Sociale – eine Alternative zum Kapitalismus
Neu-Ulm: AG SPAK 2010, 114 S., 16 Euro.
Christian Siefkes, Beitragen statt tauschen. Materielle Produktion nach dem Modell Freier Software
Neu-Ulm: AG SPAK 2010, 168 S., 16 Euro.

von Gisela Notz

Mit dem Zerfall des real existiert habenden Sozialismus scheinen Alternativen zum Kapitalismus in Verruf geraten zu sein, jedenfalls soweit es sich um konkrete Utopien und nicht lediglich um Protesterklärungen und Petitionen handelt. Dass gemeinsame Produktion Spaß machen, dass sie angenehm und befriedigend sein kann, wissen alle, die sich in Projekten der alternativen Ökonomie engagiert haben. Thierry Jeanet und Christian Siefkes spinnen die Ideen weiter. Beide fragen nach theoretischen Ansätzen für eine Wirtschaftsweise jenseits von Warenproduktion und Markt und zugleich nach deren praktischer Umsetzung. Ihr Interesse richtet sich darauf, wie ein Gesellschaft aussehen könnte, die von den Bedürfnissen der Menschen bestimmt wird und nicht alleine durch die Interessen des Kapitals.

Buch 1. September 2011

Die «proletarische Wende» der 70er Jahre

Ein Buch, zwei Ansichten

Jan Ole Arps, Frühschicht. Linke Fabrikintervention in den 70er Jahren,
Hamburg: Assoziation A, 2011, 240 Seiten, 16 Euro

von Jochen Gester und Dieter Braeg

Film 1. September 2011

Le Havre

Finnland/Frankreich/BRD 2011, Buch, Regie, Produktion: Aki Kaurismäki, Mit André Wilms, Kati Outinen u.a, Kinostart: 8.September 2011

von Andreas Bodden

Endlich ist es soweit. Fünf Jahre hat die Fangemeinde des finnischen Kultregisseurs auf seinen neuen Film warten müssen. Das Warten hat sich gelohnt.