Wer kann schon von sich sagen, ein Gedankengang gehöre ihm?

Bert Brecht hielt nicht viel vom Recht auf geistiges Eigentum. Wir auch nicht. Wir stellen die SoZ kostenlos ins Netz, damit möglichst viele Menschen das darin enthaltene Wissen nutzen und weiterverbreiten. Das heißt jedoch nicht, dass dies nicht Arbeit sei, die honoriert werden muss, weil Menschen davon leben.

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Krimi 1. Januar 2012

Hallgrímur Helgason: Zehn Tipps, das Morden zu beenden und mit dem Abwasch zu beginnen / Christopher G. Moore: Der Untreue-Index

Hallgrímur Helgason: Zehn Tipps, das Morden zu beenden und mit dem Abwasch zu beginnen, München: dtv, 2011, 271 S., 9,95 Euro /Christopher G. Moore: Der Untreue-Index, Berlin: Unionsverlag, 2011, 378 S., 16,90 Euro

von Udo Bonn

Es klingelt an der Tür. Er ist entdeckt. Auf Socken verschwindet Tomislav Boksic aus dem Haus seiner Gastgeber in das kühle Reykjavík. Aber wo soll er hin in der isländischen Hauptstadt, in der er sich nicht auskennt, in der er nicht sein will, aus der er nicht entkommen kann?

Zur Person 1. Januar 2012

«Ins Ungebundene gehet eine Sehnsucht…»

Zum Tode von Christa Wolf

von Peter Fisch

Christa Wolfs Leben kann exemplarisch als die Biografie einer deutschen Intellektuellen in der zweiten Hälfte des 20.Jahrhunderts gelesen werden, mit all ihren Hoffnungen, Widersprüchen, Brüchen und Verwerfungen. 1929 in Landsberg an der Warthe (im heutigen Polen) geboren, erlebte sie ihre Kindheit im Nationalsozialismus.

Buch 30. Dezember 2011

Buchtipps

von  Anja Köhler

Hugo Blanco: «Wir Indios». Der Kampf der Indígenas gegen rassistische Unterdrückung und die Zerstörung der Umwelt, Frankfurt: Neuer ISP Verlag, 2011, 175 S., 19,80 Euro und
Bernhard Schmid: Distanzieren. Leugnen. Drohen. Die europäische extreme Rechte nach Oslo, Münster: edition assemblage, 2011, 120 S., 12,80 Euro

Zur Person 30. Dezember 2011

Uwe-Jens Heuer (1927–2011)

Nachruf

von Manuel Kellner

Am 22.Oktober ist Uwe-Jens Heuer mit 84 Jahren gestorben. Mitglied der Partei DIE LINKE und des Marxistischen Forums, war er ein streitbarer Genosse, der gegen linke Anpassungstendenzen anging und den Dialog unter sozialistischen und kommunistischen Linken verschiedener Denktraditionen förderte. Er war auch sehr herzlich. Der Soziologe Volker Gransow schrieb ihm 2003 treffend den «Charme eines noch immer jungenhaften sozialistischen Ideologen» zu.

Buch 30. Dezember 2011

Freiheit statt Kapitalismus

Sahra Wagenknecht: Freiheit statt Kapitalismus, Frankfurt: Eichborn, 2011, 365 S., 19,95 Euro

von Paul B. Kleiser

Es ist eine Art Programmschrift, vermutlich mit Blick auf die Debatten um das neue Programm der Linkspartei verfasst. In gewisser Weise tritt Sahra Wagenknecht in die Fußstapfen von Oskar Lafontaine und schreibt sein Werk Politik für alle in die Gegenwart fort; vielleicht bietet sie sich damit auch für höhere Aufgaben an. Angeblich möchte der Star zahlreicher Talkshows «den typischen FDPlern entgegenhalten, wie Marktwirtschaft tatsächlich funktioniert». Es fragt sich nur, welches Idealbild von Markt hier verkündet wird.

Buch 30. Dezember 2011

Eine Geschichte der Novemberrevolution

Richard Müller: Eine Geschichte der Novemberrevolution in 3 Bänden, Berlin: Die Buchmacherei, 2011, 756 S., 19,90 Euro

von Dieter Wegner

Mit seinem Buch Richard Müller. Der Mann hinter der Novemberrevolution entriss der junge Berliner Historiker Ralf Hoffrogge Richard Müller und die Revolutionären Obleute von Berlin vor drei Jahren dem Vergessen. Ihm und dem kleinen Berliner Verlag «Die Buchmacherei» ist es nun zu verdanken, dass nach Jahrzehnten Müllers Geschichte der Novemberrevolution neu aufgelegt wurde.

Musik 30. Dezember 2011

Biermann ist tot – Degenhardt lebt

Zum Tode des Liedermachers Franz-Josef Degenhardt

von Bernd Köhler, Liedermacher und Grafiker

Zwei Geburtstage von Liedermachern, die die späten Nachkriegsdeutschlands entscheidend mitgeprägt haben, standen im November 2011 an. Wolf Biermann wurde 75 und Franz-Josef Degenhardt starb nach langer schwerer Krankheit kurz vor seinem 80.

Am Vorabend seines Todes hatte Biermann seinen Sangesbruder auf WDR5 noch «als schlechten Gitarrespieler, minder begabten Lyriker und überhaupt als abschäumenden Dreckskerl» abgekanzelt.

Buch 30. Dezember 2011

Zeit des Zorns

Don Winslow: Zeit des Zorns, Berlin: Suhrkamp, 2011, 338 S., 14,95 Euro
von Udo Bonn

Ophelia liebt Ben, den liebevollen Weltenbummler, der sein Geld in soziale Projekte steckt. Ophelia liebt Chon, den harten Ex-Marine. Ben und Chon sind Freunde, die in großem Umfang Gourmet-Marihuana züchten und im südlichen Kalifornien an die ausgesuchte Kundschaft bringen. Bis ihnen das mexikanische Baja-Kartell in die Quere kommt:

Film 30. Dezember 2011

«Film Socialisme»

Jean-Luc Godards bislang letzter Film ist eine Elegie auf die historischen Niederlagen des Sozialismus

Am 3.Dezember vergangenen Jahres ist Jean-Luc Godard achtzig Jahre alt geworden. Wenn man seine Filme sieht, erscheint der gleichaltrige Helmut Kohl wie ein Mann aus grauer Vorzeit. Godards Filme waren immer auf der Höhe der Zeit. Seit seinem ersten Langfilm A bout de souffle (Außer Atem) von 1959 hat er das Kino wie kaum ein anderer in einer Weise erneuert und revolutioniert, dass viele von ihm als dem James Joyce oder Pablo Picasso der siebten Kunst sprechen. Sein Werk umfasst mittlerweile gut vierzig Lang- und fast hundert kürzere Filme, die häufig trotz widriger Produktionsbedingungen und Geldmangels dank Godards Improvisationskunst entstanden sind.

Buch 8. November 2011

Das Märchen von den Kleinkrediten

von Angela Huemer

Gerhard Klas: Die Mikrofinanz-Industrie. Die große Illusion oder das Geschäft mit der Armut, Berlin/Hamburg: Assoziation A, 2011, 19,80 Euro, 320 S.

Wer sich jemals selbst um einen Kredit bemüht hat, weiß, dass die Zinsen umso höher sind, je weniger Sicherheiten man zu bieten hat – falls man überhaupt einen Kredit bekommt. In den letzten Jahren sind die Kreditzinsen ziemlich gesunken, für rund 3–5% Jahreszinsen kann man sich Geld leihen. Die Dispozinsen bei der Bank liegen schon etwas höher – bei 14% oder mehr. Und in der kleinen Geschichte der Kredite, die Gerhard Klas an den Anfang seines Buches stellt, erfahren wir, dass in der Antike Kredite nur in absoluten Notlagen aufgenommen wurden und Zinsen verpönt waren. Platon bspw. warf den Zinsnehmern vor, die Armut zu vergrößern.

Buch 8. November 2011

Bis an die Grenzen

Fabien Didier Yene: Bis an die Grenzen, Klagenfurt: Drava, 2011, 19,80 Euro
von Angela Huemer

Die Chronik einer Migration, erzählt von einem Migranten.

Film 8. November 2011

Der große Crash (Margin Call)

USA 2011, Drehbuch und Regie: J.C.Chandor

von Angela Huemer

Der Filmkritiker des amerikanischen National Public Radio bringt es auf den Punkt: Seitdem das Reaktorunglück im Atomkraftwerk «Three Mile Island» dem Film The China Syndrome unerwartete Aktualität bescherte (im Film geht es um einen ganz ähnlich gelagerten Vorfall), hatte angesichts der «Occupy Wall Street»-Proteste wohl kaum ein Film je solch akute Aktualität wie Der große Crash.