Wer kann schon von sich sagen, ein Gedankengang gehöre ihm?

Bert Brecht hielt nicht viel vom Recht auf geistiges Eigentum. Wir auch nicht. Wir stellen die SoZ kostenlos ins Netz, damit möglichst viele Menschen das darin enthaltene Wissen nutzen und weiterverbreiten. Das heißt jedoch nicht, dass dies nicht Arbeit sei, die honoriert werden muss, weil Menschen davon leben.

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Geschichte 1. Oktober 2019

«Offensive» und Niederlage

Zur gescheiterten Märzaktion der VKPD 1921
von Manuel Kellner

Im Dezember 1920 war aus der Fusion der KPD mit dem linken Flügel der USPD die Vereinigte Kommunistische Partei Deutschlands (VKPD) mit schätzungsweise 350000 Mitgliedern hervorgegangen (siehe SoZ 9/2019).

Film 1. Oktober 2019

Locarno 2019

Licht und Dunkel
von Kurt Hofmann

Auch unter der neuen Direktorin, Lili Hinstin, ist Locarno ein wichtiges Festival geblieben, das faule Kompromisse (weiterhin) meidet.

Geschichte 1. Oktober 2019

Rekorde und Engagement

Luftfahrtpionier André Japy pendelte zwischen Tahiti und den Atollen
von Kai Böhne

In den frühen Morgenstunden des 29.Dezember 1935 starteten der ­Pilot und Schriftsteller Antoine de Saint-Exupéry und sein Mechaniker André Prévot mit einer Caudron-Renault-Simoun-Propellermaschine vom Pariser Flughafen Le Bourget, um einen Streckenrekord zu unterbieten. Wenige Tage zuvor war der Flugpionier André Japy in drei Tagen und 15 Stunden von Paris nach Saigon geflogen.

Geschichte 1. September 2019

Eine revolutionäre Massenpartei entsteht

Vereinigung der KPD mit der USPD-Linken zur VKPD
von Manuel Kellner

Im Jahr 1920 übten die junge russische Räterepublik und die nur ein Jahr alte Kommunistische Internationale (KI) eine starke Anziehungskraft auf bedeutende Kräfte links der Mehrheitssozialdemokratie aus.
In Deutschland zog es einen wachsenden Teil der Mitglieder der USPD in die KI. Damit stellte sich der KPD mehr und mehr die Frage der Vereinigung mit diesen Elementen.

Geschichte 1. September 2019

100 Jahre Bauhaus. Vielfalt, Konflikt und Wirkung

(Hrsg. Bernd Hüttner, Georg ­Leidenberger.) Berlin: Metropol, 2019. 272 S., 22 Euro
von Angela Klein

Es gibt bei dem ganzen Rummel, der um das Bauhaus gemacht wird, wenig Literatur, die sich kritisch damit befasst: mit seinen inneren Widersprüchen; dem, was es zusammengehalten und was es auseinandergetrieben hat; mit seiner Verortung zwischen dem Aufbruch in eine neue, noch zu gestaltende Welt und dem ästhetischen Ausdruck des entwickelten Industriekapitalismus.

Film 1. September 2019

Filmtipp

Pedro Almodóvar: Leid und Herrlichkeit (Dolor y gloria), Spanien 2019
von Paul B. Kleiser

Der 1949 geborene Pedro Almodóvar ist der wichtigste spanische Filmregisseur der nachfrankistischen Zeit.
Sein erster Film Pepi, Luci, Bom und der Rest der Bande (mit der später ziemlich bekannt gewordenen Sängerin Olvido Gara «Alaska») kam 1980 in die Kinos. Wer meint, in seinen Filmen würden im Unterschied zu Luis Buñuel oder Carlos Saura die Herrschaftsverhältnisse des Landes nicht zur Sprache kommen, übersieht, dass er mit seiner Hauptthematik, der sexuellen Identität, eine Bombe in die autoritäre und katholische Einhausung des Landes geworfen hat.

Geschichte 1. September 2019

Anna Walentynowicz (1929–2010)

Zur Erinnerung
von Kai Böhne

Die Mitgründerin der Solidarnosc wäre am 15.August 90 Jahre alt geworden.

Nur Online 18. August 2019

West-östlicher Divan: 200.Geburtstag

Warum wird das an deutschen Schulen nicht gelehrt?
von Manuel Kellner

Zu Goethes Zeit galt Mohammed als „Lügenprophet“. Voltaire zeichnete mit seiner Tragödie „Mahomet“ ein Zerrbild des Islam. Goethe selbst war künstlerischer Morgenlandfahrer und schuf den West-östlichen Divan (erschienen im August 1819) im Geiste des Dialogs zwischen christlich-westlicher bzw. „aufgeklärt“-westlicher und islamisch-östlicher Kultur. Die Mehrheit der eingewanderten Menschen in Deutschland kommt aus dem islamischen Kulturkreis. Es ist ein Skandal, dass dieses Werk von Goethe an deutschen Gymnasien nicht behandelt wird.

Gemeingüter 1. Juli 2019

Die SPD und die Ökonomen

Hoffnung auf Marx, Kompromiss mit Keynes, Anbiederung an Hayek
von Ingo Schmidt

Die SPD bei der Europawahl: Das schlechte Ergebnis der Bundestagswahl nochmal unterboten und dann in eine Führungskrise geschlittert. Auf der iberischen Halbinsel und in den Niederlanden hingegen sind die Sozialdemokraten stärkste Partei geworden. Das gilt auch für mehr oder minder zeitgleichen Wahlen zu nationalen Parlamenten in Spanien, Dänemark und Finnland. Damit bestätigt sich ein Muster, das sich spätestens seit der Großen Rezession herausgebildet hat: Sozialdemokraten können Wahlen gewinnen, wenn sie als Oppositionsparteien antreten. Aber sie enttäuschen ihre Wähler als Regierungsparteien.

Geschichte 1. Juli 2019

Bürgerkrieg im Ruhrgebiet

Bewaffnete Arbeiterschaft und «Rote Ruhrarmee» 1920
von Manuel Kellner

Schon in den Monaten vor dem Kapp-Putsch (siehe SoZ 6/2019) herrschte eine Art Krieg zwischen der ethnisch bunt zusammengewürfelten Arbeiterschaft des Ruhrgebiets und den Herren der Gruben und Schlote.
Die Beschäftigten wollten mehr als nur einen Hungerlohn und die Verkürzung ihrer mörderischen Schichten, besonders im Bergbau. Die Gruben- und Schlotbarone bedienten sich ausgiebig aller staatsoffiziellen bewaffneten Banden, derer sie habhaft werden konnten, und nahmen den Beschäftigten alles eventuell Errungene im Handumdrehen wieder weg, etwa mit drastischen Preiserhöhungen, wenn sie Lohnerhöhungen zugestehen mussten.

Buch 1. Juli 2019

Aron Amm: Moribund. Ein Amerika-Roman

Berlin: KLAK-Verlag, 2019. 379 S., 16,90 Euro
von Manuel Kellner

Die Aero-Company produziert Flugzeuge und gerät nach dem 11.September 2001 unaufhaltsam in den Strudel der Pleite. Gordon Stahl bleibt nichts zu erben. Zuletzt spekuliert er noch vergebens auf eine politische Karriere. Privat – in seiner Ehe mit Maureen – ist er ohnehin schon gescheitert. Letztlich bringt er sich um. Der amerikanische Traum umgekehrt.

Sonstiges 1. Juli 2019

Über 28 Minuten Vorsprung bei der Tour de France

Sonderbriefmarke für Radsportlegende Fausto Coppi
von Kai Böhne

Am Abend des 29.Juni 1951 durchlebte der Radsportler Fausto Coppi die schmerzlichsten Stunden seines Lebens. Tagsüber hatte er gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Serse an der Piemont-Rundfahrt teilgenommen. Beim Abschlussspurt in Turin blieb Serse mit dem Vorderrad in einer Straßenbahnschiene hängen und stürzte auf den Kopf. Dabei erlitt er einen doppelten Schädelbruch. Die Ärzte im Krankenhaus konnten sein Leben nicht mehr retten, Serse starb an einer Hirnblutung.