Wer kann schon von sich sagen, ein Gedankengang gehöre ihm?

Bert Brecht hielt nicht viel vom Recht auf geistiges Eigentum. Wir auch nicht. Wir stellen die SoZ kostenlos ins Netz, damit möglichst viele Menschen das darin enthaltene Wissen nutzen und weiterverbreiten. Das heißt jedoch nicht, dass dies nicht Arbeit sei, die honoriert werden muss, weil Menschen davon leben.

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Geschichte 1. November 2019

Mit Poulantzas kämpfen

Klassen und Staat im Kapitalismus, Teil 1von Thomas Goes

Am 3.Oktober 1979 nahm sich der marxistische Politikwissenschaftler Nicos Poulantzas das Leben, gerade 43 Jahre alt.

Poulantzas gehörte zu einer Generation marxistischer Intellektueller, die unter historisch außergewöhnlichen Bedingungen wirkte: innerhalb und im Umfeld der großen «eurokommunistischen» Parteien Italiens und Frankreichs, die nach einem demokratischen Weg zum Sozialismus suchten; im Schatten der Jugendradikalisierung Ende der 1960er Jahre und einer lebendigen, wenngleich sich dogmatisierenden radikalen Linken; im Rahmen eines Marxismusrevivals an den Universitäten, die zu Hochburgen der gesellschaftlichen Linken wurden.

Marxismus als strategische und eingreifende Wissenschaft Poulantzas verfolgte vor diesem Hintergrund eine Art «strategische und eingreifende Wissenschaft», die sich direkt auf die Kämpfe der Arbeiterbewegung und der Linken bezog. Deren Probleme wurden aufgegriffen, um durch Analyse und Theoriebildung zu ihrer Lösung beizutragen.

Buch 1. November 2019

Helmut Dahmer: Freud, Trotzki und der Horkheimer Kreis

Münster?: Westfälisches Dampfboot, 2019. 525 S., 45 Euro
von Manuel Kellner

Sándor Ferenczi war der weltweit erste Professor für Psychoanalyse. Er wurde es 1919 in der ungarischen Räterepublik und gehörte zu denen, die neurotische Störungen als «soziale Leiden» verstehen. Genau in dieser Traditionslinie arbeitet der Soziologe Helmut Dahmer, der von 1968 bis 1992 verantwortlicher Redakteur der Zeitschrift Psyche war.

Amerika 1. November 2019

Nicaragua 1979–2019

Vom Triumph der Sandinisten zum demokratischen Aufstand
von Helmut Wendler

Matthias Schindler: Vom Triumph der Sandinisten zum demokratischen Aufstand – ­Nicaragua 1979–2019. Berlin?: Die Buchmacherei, 2019. 173 S., 10 Euro

Seit dem Sieg der Frente Sandinista de Liberación Nacional (FSLN) über die mehr als vierzig Jahre dauernde, von den USA gestützte Familiendiktatur des Somoza-Clans im Jahre 1979, war die Unterstützung der nicaraguanischen Revolution über viele Jahrzehnte für die Linke ein Schwerpunkt deutscher und internationaler Solidaritätsarbeit.

Buch 1. November 2019

Für einen antikapitalistischen Feminismus…

«…auf den Schultern von Marx und Engels»
von Larissa Peiffer-Rüssmann

Cinzia Arruzza, Tithi Bhattacharya, Nancy Fraser: Feminismus für die 99%. Ein Manifest. Berlin: Matthes & Seitz, 2019. 108 S., 15 Euro

Feminismus für die 99 Prozent meint nicht das eine Prozent, das es in die Konzernetagen von namhaften Unternehmen geschafft hat, was vor allem in den Medien als großer Sieg der Frauen gefeiert wird. Den drei Autorinnen geht es um einen internationalen, antikapitalistischen Feminismus, der für die Rechte aller Frauen kämpft, die ausgebeutet, be­herrscht und unterdrückt werden in einem zunehmend räuberischen Kapitalismus, der sich weltweit in einer gesamtgesellschaftlichen Krise befindet.

Geschichte 1. November 2019

Vorrevolutionäre Situation 1923

Verpasste Chance zur Machteroberung in Deutschland?
von Manuel Kellner

Nach fünf Jahren latentem und immer wieder ausbrechendem Bürgerkrieg verschärften sich im Jahr 1923 die sozialen und politischen Widersprüche extrem. Die Verelendung großer Teile der Bevölkerung spitzte sich spektakulär zu. Einzig die großen Kapitaleigentümer und Großgrundbesitzer blieben davon verschont.

Zur Person 1. November 2019

Klaus Schilp (1931–2019)

Nachruf
von der SoZ-Redaktion

Unser langjähriger Genosse und Mitstreiter Klaus Schilp ist am 7.Oktober im Alter von 88 Jahren gestorben.
Klaus wurde am 13.April 1931 geboren. Er war lange Zeit mit Marianne verheiratet, die 2017 starb, und hinterlässt zwei Kinder.

Nur Online 18. Oktober 2019

Peter Handke

Literaturnobelpreisträger und Buhmann
von Dieter Braeg

Peter Handke, Literaturnobelpreisträger des Jahres 2019 längst ein Großmeister des bedachten Schweigens, machte zu Beginn seiner Laufbahn mit zwei spektakulären Auftritten auf sich aufmerksam.

Geschichte 1. Oktober 2019

Wem gehört die Revolution?

Replik auf eine «Offene Erklärung» ostdeutscher Bürgerrechtler
von Renate Hürtgen

Am 21.August veröffentlichte die Robert-Havemann-Gesellschaft auf ihrer Webseite eine Offene Erklärung von DDR-Bürgerrechtlern. Diese wandte sich gegen die Alternative für Deutschland (AfD), die «im Wahlkampf die Revolution von 1989 für ihre Zweck zu vereinnahmen» versuchte.

Arbeitskämpfe 1. Oktober 2019

Treuhand und die Folgen

Der größte Raubzug in Friedenszeiten zeigt Folgen bis heute
von Werner Rügemer*

Die Treuhand eröffnete die Übermacht der Unternehmer in der Ex-DDR. Dies setzte sich in ganz Deutschland fort, auch mit der politischen Rechtsentwicklung.

Buch 1. Oktober 2019

«Herrschaft des Unrechts»

Wie juristische Begriffe zu politischen Kampfbegriffen werden
von Paul B. Kleiser

Stephan Detjen, Maximilian Steinbeis: Die Zauberlehrlinge. Der Streit um die Flüchtlingspolitik und der Mythos vom Rechtsbruch. Stuttgart: Klett-Cotta, 2019. 263 S., 18 Euro

Buch 1. Oktober 2019

Aspekte des neuen ­Rechtsradikalismus

Mit der Kraft der Vernunft
von Manuel Kellner

Theodor W. Adorno: Aspekte des neuen ­Rechtsradikalismus. Mit einem Nachwort von Volker Weiß. Berlin: Suhrkamp, 2019. 88 S., 10 Euro

Arbeitswelt 1. Oktober 2019

Der Ball ist nicht rund

Frauenfußball wird weniger anerkannt und schlechter bezahlt
von Dieter Braeg

Erinnert sich noch jemand an die Frauenfußballweltmeisterschaft in diesem Jahr? Volle Stadien, begeisterte Zuschauerinnen und Zuschauer und dazu hochklassige Spiele.