Wer kann schon von sich sagen, ein Gedankengang gehöre ihm?

Bert Brecht hielt nicht viel vom Recht auf geistiges Eigentum. Wir auch nicht. Wir stellen die SoZ kostenlos ins Netz, damit möglichst viele Menschen das darin enthaltene Wissen nutzen und weiterverbreiten. Das heißt jedoch nicht, dass dies nicht Arbeit sei, die honoriert werden muss, weil Menschen davon leben.

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Geschichte 1. Januar 2020

Der Herbst ’89 in der DDR

Als politische Führung mit einer Perspektive für eine neue DDR hat die Opposition versagt
Gespräch mit Bernd Gehrke

Der Sieger schreibt die Geschichte. Das ist auch beim Ende der DDR nicht anders. Aus der Westperspektive hat die Öffnung der Mauer am 9.November das Ende der DDR eingeläutet, der Moment also, wo die Waren in den Osten und die Menschen in den Westen gingen. Aus Ostperspektive stellt sich die Sache ganz anders dar – da war der Mauerfall erst der Beginn des gesellschaftlichen Aufbruchs in der DDR.

Kunst 1. Januar 2020

Plastiken vom 3D-Drucker

Zu Besuch beim Schöpfer des doppelten Rotulus
von Manuel Kellner

Wir sind gegen Ende November zu Besuch bei Eberhard Fiebig* in seinem Atelier in Kassel. Angela Klein ist schon lange Zeit mit ihm befreundet. Wir sehen Plastiken, darunter viele aus Kunststoff, Bilder und einen 3D-Drucker. Fiebig bewirtet uns mit Tee und Gebäck und spricht über seine Arbeit. Wir stellen ihm die eine oder andere Frage.

Geschichte 1. Dezember 2019

Mit Poulantzas kämpfen

Klassen und Staat im Kapitalismus, Teil 2
von Thomas Goes

Wie im ersten Teil dieses Artikels dargelegt (SoZ 11/2019), hat Nicos Poulantzas Klassenbeziehungen von vornherein im Zusammenhang mit politischer Herrschaft analysiert. Das drückte sich zum einen in der Art seiner Klassenbestimmung, zum anderen in seiner Theorie des kapitalistischen Staates aus.

Buch 1. Dezember 2019

Die Mythen der alten BRD

Büchertipps zur Deutschen Nachkriegsgeschichte
von Paul B. Kleiser

Zwei Neuerscheinungen beschäftigen sich mit einer Reihe von offiziellen Narrativen, wie sie von der Politik in der Nachkriegszeit erfunden wurden und bis heute, sogar von Linken, nachgebetet werden.

Geschichte 1. Dezember 2019

Max Hoelz…

und die individuelle Expropriation der Expropriateure
von Manfred Dietenberger

Das bilderbuchschöne, kleine Dorf Todtmoos-Rütte im Südschwarzwald dient schon seit langem vielen, Erholung an Leib und Seele suchenden Städtern als romantisches Refugium. Todtmoos-Rütte war über viele Wochen auch der Ort, an dem sich nach fast siebeneinhalb Jahren Gefängnis der zwar nicht gebrochene, aber durch die lange Isolierung und Einzelhaft doch angegriffene Revolutionär Max Hoelz (1889–1933) daran machte, wieder zu Kräften zu kommen und sich wiederzufinden. Viel zulange war er unschuldig von der Klassenjustiz der Freiheit beraubt gewesen.

Geschichte 1. Dezember 2019

Fiktion und Wirklichkeit

Zur Bilanz der deutschen Revolution 1918–1923
von Manuel Kellner

Seit November 2018 begleitet Manuel Kellner die deutsche Revolution vor 100 Jahren in kleinen Serienartikeln und verschiedenen längeren Beiträgen bzw. Themen. Die vorliegende Bilanz beschließt jetzt die Serie. Sie zeigt vor allem eins: Heute wie damals ist ein abschließendes Urteil am Schreibtisch nicht möglich.

Film 1. Dezember 2019

Film: Bamboo Stories

Bangladesh/Deutschland 2019, Regie: Shaheen Dill-Riaz (Sabat.Media, 96 Min.)
von Peter Nowak

Während bei uns eine gutbetuchte Mittelschicht zunehmend auf Bambusprodukte als ökologische Alternative zurückgreift, zeigt ein Film die Ausbeutung bei der Bambusgewinnung in Bangladesh.

Buch 1. Dezember 2019

Buchtipp: Die letzten Byzantiner

Osmanisches Reich im Ersten Weltkrieg
von Paul B. Kleiser

Mirko Heinemann: Die letzten Byzantiner. Die Vertreibung der Griechen vom Schwarzen Meer. Eine Spurensuche. Berlin: Chr. Links, 2019. 263 S., 25 Euro

Buch 1. Dezember 2019

«So eine wie ich ist hier eigentlich nicht vorgesehen»

Der neue Roman von Karen Köhler ist eine Parabel
auf Politik, Unterdrückung und Emanzipation

von Petra Hartlieb

Karen Köhler: Miroloi. München: Hanser, 2019. 464 S., 24 Euro

«Eselshure», «Schlitzi», «Ausgeburt der Hölle». So wird sie von den Kindern gerufen, wenn sie durch das Dorf huscht. Das Dorf wird von allen das «Schöne Dorf» genannt und liegt auf einer einsamen Insel irgendwo im Meer.

Bildung 1. November 2019

Lehrbücher umschreiben!

Das Europaparlament in den Fußstapfen Kaczynskis
von Andrej Hunko*

Das EU-Parlament ist traditionell nicht eben als Ort ausgewogener geschichtspolitischer Debatten und Resolutionen bekannt. Was sich dieses Parlament aber am 18.September 2019 mit einer erdrückenden Mehrheit von knapp 82 Prozent in der Resolution mit dem Titel «Bedeutung des europäischen Geschichtsbewusstseins für die Zukunft Europas» an Anmaßung, Ignoranz und Geschichtsverdrehung geleistet hat, geht weit über alles bisher dagewesene hinaus.

Europa 1. November 2019

Großbritannien: Die Labour Party, die Linke und die EU

Ein Rückblick und ein Ausblick
von Gus Fagan

1975: das erste Referendum
Im Oktober 1972 stimmte das britische Unterhaus, angeführt vom konservativen Premierminister Edward Heath, mit 356 zu 244 Stimmen für einen Beitritt Großbritanniens zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG); der Beitritt erfolgte im Januar 1973. Es gab dazu kein Referendum.

Geschichte 1. November 2019

30 Jahre nach Öffnung der Mauer

Wer ist das Volk?
von Ingo Schmidt

Tausende gingen im Herbst 1989 gegen die Parteiherrschaft in der DDR auf die Straße. Eine Herrschaft, die sich auf die Interessen des werktätigen Volkes berief, dieses durch Bespitzelung und Bevormundung aber beständig gegen sich aufbrachte. Kein Wunder, das der Slogan «Wir sind das Volk» weit über den Kreis der Montagsdemonstrationen hinaus Anklang fand.