Wer kann schon von sich sagen, ein Gedankengang gehöre ihm?

Bert Brecht hielt nicht viel vom Recht auf geistiges Eigentum. Wir auch nicht. Wir stellen die SoZ kostenlos ins Netz, damit möglichst viele Menschen das darin enthaltene Wissen nutzen und weiterverbreiten. Das heißt jedoch nicht, dass dies nicht Arbeit sei, die honoriert werden muss, weil Menschen davon leben.

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Buch 1. September 2013

Demokratische Autonomie in Nordkurdistan

Rätebewegung, Geschlechterbefreiung und Ökologie in der Praxis – eine Erkundungsreise in den Südosten der Türkei.
Neuss: Mesopotamien Verlag, 2012. Schutzgebühr: 5 Euro+Porto.
von Ulf Petersen

Im September 2011 fuhr eine Delegation aus Deutschland nach Nordkurdistan (Südosttürkei), um mehr über die Ansätze der Selbstverwaltung im Rahmen des Konzepts der «Demokratischen Autonomie» zu erfahren. Die Ergebnisse mit ausführlichen Interviews sind in einer 180-seitigen Broschüre zusammengefasst (alle Zitate im Folgenden aus der Broschüre).

Buch 1. September 2013

Vom Wunsch, das Rad zurückzudrehen

Wolfgang Streeck: Gekaufte Zeit. Die vertagte Krise des demokratischen Kapitalismus. Berlin: Suhrkamp, 2013. 270 S., 19,99 Euro
von Paul B. Kleiser

Das neue Buch des Kölner Soziologen und früheren Direktors des Max-Planck-Instituts für Gesellschaftsforschung, Wolfgang Streck, hat wegen seiner Analyse der gegenwärtigen Krise des «demokratischen Kapitalismus» große Verbreitung und Beachtung gefunden.

Film 1. September 2013

«Der Tod war unser Begleiter»

Filmtrilogie: Birds in the Mire (I), Among the Rocks (II), Rain Girls (III). Griechenland 2008–2011.
Regie: Alida Dimitriou. Griechisch mit engl. Untertiteln

von Peter Nowak

Die außergewöhnliche Filmtrilogie zeichnet die Geschichte des Widerstands griechischer Frauen nach.

Buch 1. September 2013

«Wird Zeit, dass wir leben»

Zum fünften Todestag von Christian Geissler
von Michael Banos

Den «Hieronymus Bosch des Deutschen Herbstes» nannte der Schriftsteller Jürgen Lodemann Christian Geissler in einem Nachruf vor fünf Jahren (siehe SoZ 10/2008).

Film 1. September 2013

Can’t be silent

Deutschland 2013. Regie: Julia Oelkers
von Angela Huemer

Es ist nur scheinbar leichter, einen Film zu machen, bei dem die Musik im Mittelpunkt steht. Denn der Film muss einen eigenen Rhythmus finden. Noch schwerer wird es, wenn es gar nicht nur um die Musik geht, sondern vor allem um die Musiker. Da diese in „Can’t be sielend“ aus aller Herren Länder stammen und keiner von ihnen bis dato in Deutschland einen gesicherten Aufenthaltsstatus hat, ist der Film auch eminent politisch,

Krimi 1. September 2013

Oliver Bottini: Der kalte Traum

Krimi, Köln: Dumont, 2013. 446 S., 9,99 Euro
von Udo Bonn

Ein junger kroatischer Soldat in Großaufnahme, der einem greisen serbischen Zivilisten die Pistole an die Schläfe presst und mit der anderen Hand dessen Kopf an den Haaren nach hinten zu zerren scheint. Die Miene des Kroaten spiegelt blanken Zorn wider, die des Serben panische Angst. Augen und Mund sind aufgerissen. Aus der Nase läuft Blut. Das Foto des Kapetan. Die Bildunterschrift: 25.8.95, bei Knin: Ein serbischer Schlächter zittert vor der gerechten Strafe durch den jungen Kapetan.

Buch 1. September 2013

Thomas Rothschild: Bis jetzt ist alles gut gegangen. Fälliger Dank und mürrische Zwischenrufe.

Wien: Klever, 2012. 223 S., 19,90 Euro
von Dieter Braeg

Als ich im Jahr 2006 das Buch „Alles Lüge“ von Thomas Rothschild besprach, stellte ich fest: «Gar viele behaupten, an einer schönen Welt zu basteln. Noch mehr lügen in die Taschen anderer, weil die eigene Tasche schon lügenvoll ist. Die Verhältnisse sind nützlich, und es ist so erfreulich, dass Thomas Rothschild noch immer für viel zu viele kein unangenehmer Zeitgenosse ist. Mir wäre lieber, es wäre anders, weil Verhältnisse in diesem Land eben nur für den so sind, wie sie sein sollen, der es sich richtet.»

Musik 1. September 2013

War Richard Wagner ein Antisemit?

oder: Wenn der Sack geschlagen und der Esel gemeint wird
von Paul B. Kleiser

Richard Wagner, dessen 200.Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird, war bekanntlich der Lieblingskomponist von Hitler. Bis 1939 pilgerte dieser jedes Jahr auf den Grünen Hügel nach Bayreuth, um dort von den Wagnerianern, allen voran Winifred Wagner, empfangen zu werden. Noch in ihren späten Jahren, so in einem Film von H.-J.Syberberg, bekannte sich Winifred ziemlich offen zu ihrer Nazi-«Vergangenheit». Doch macht die Verbindung von Drittem Reich und Wagner sein Werk für alle Zeit ungenießbar, wie immer wieder behauptet wird.

Arbeitswelt 5. Juli 2013

Mehr Licht!

Eine Ausstellung zur Geschichte der Arbeiterbewegung*
von Dieter Braeg

Die Geschichte der Arbeit und der Arbeiterbewegung führt in der heutigen Gesellschaft ein Schattendasein. Wenn Geschichte, dann die, die Guido Knopp «verkauft». Sie hinterlässt den faden Nachgeschmack einer seltsamen «Ausgewogenheit». Wer Arbeit hatte oder hat und dafür die besten Jahre seines Lebens verschwendete, dessen Geschichte erreicht jene öffentlich-rechtlichen Bildschirme, bezahlt per Zwangsbeitrag ohne inhaltliche Einflussnahme, aber nur selten.

Zur Person 5. Juli 2013

Die Unseren

Werner Wachner (17.Juli 1961–15.Mai 2013)
von Peter Berens

Unser Freund und Genosse Werner ist am 15.Mai im Alter von nur 51 Jahren verstorben. Er war seit mehreren Jahren schwer erkrankt, zuletzt an Lungenkrebs. Geboren in Dinslaken, wurde Werner 1977 zunächst als Juso aktiv. Als Azubi zum Stahlbauschlosser bei der MAN-Gute Hoffnungshütte in Oberhausen-Sterkrade trat er 1979 der Gruppe Internationale Marxisten (GIM) bei. In den 80er Jahren prägten ihn die Anti-Atom- und die Friedensbewegung, die Streiks der Stahl- und Metallarbeiter für die 35-Stunden-Woche und Ende 1987/Anfang 1988 der Kampf gegen die Schließung von Krupp in Rheinhausen.

Buch 5. Juli 2013

Ab durch den Kamin

«Das allerletzte Gefecht»: Wolfgang Pohrt zieht den  Stöpsel aus dem Kommunismus

von Ale Schmitz

Wo bleibt eigentlich die Weltrevolution? Der Essayist und Soziologe Wolfgang Pohrt hat keine Lust mehr, darauf zu warten. Für ihn ist der Kommunismus «wie Rauch durch den Kamin» abgezogen. Während die Banken bislang noch gerettet werden konnten, sei die Linke «jetzt schon bankrott».

Film 5. Juli 2013

Promised Land

USA 2012. Mit Matt Damon, Frances McDormand. Regie: Gus Van Sant
von Angela Huemer

Ein schickes Restaurant in New York City. Steve Butler, verkörpert vom ausgezeichneten Schauspieler Matt Damon, trifft sich dort mit einem Kollegen, d.h. einem seiner Vorgesetzten. (Matt Damon sollte eigentlich auch Regie führen, doch dann kamen Terminprobleme dazwischen, daraufhin heuerte er Gus Van Sant an, mit dem er 1997 in dem erfolgreichen Film Good Will Hunting gearbeitet hatte, der gleichzeitig Matt Damons Durchbruch war.)