Ein Schaumschläger mit Rechtsdrall
oder die hohe Kunst der (Selbst-)Inszenierung
von Paul Michel
Martin Schulz Superstar. Martin Schulz Hoffnungsträger. Innerhalb weniger Wochen ist der SPD dank ihm die Trendwende gelungen. Zum erstenmal seit vielen Jahren liegt die längst abgeschriebene SPD in Meinungsumfragen wieder vor der CDU, im direkten Vergleich mit Merkel lässt der neue Star der SPD die Kanzlerin um Meilen hinter sich. Offenbar kommt er gut an. Er präsentiert sich als ein Mann aus «einfachen Verhältnissen», der von sich behauptet, «für die hart arbeitenden Menschen» in diesem Land zu kämpfen.
Die Verirrungen von Sahra Wagenknecht
Undemokratische Inthronisierung
von Thies Gleiss
Das Jahr 2017 wird in Deutschland durch eine Reihe von Parlamentswahlen und die Bundespräsidentenwahl geprägt. Bei Umfragewerten von unter 40% für eine «Rot-Rot-Grüne»-Regierungsoption und nur noch 20% für die SPD ist ein schillernd als «R2G» bezeichneter Regierungswechsel seit geraumer Zeit außer Sichtweite.
Randalierer oder Stasi-Agent?
Die Argumente, Andrej Holm loszuwerden, sind austauschbar
von Peter Nowak
Es ist schon einige Jahre her, dass Studierende in Berlin Universitätsräume besetzt haben, um Verbesserungen ihrer Studienbedingungen erkämpfen. Seit dem 17.Januar sind nun wieder Hochschulräume besetzt, nämlich die des Instituts für Sozialwissenschaft. Die Studierenden protestieren gegen die Entlassung des Stadtsoziologen Andrej Holm, der Mitte Januar nach wenigen Wochen als Staatssekretär zurücktreten musste.
«Dem neoliberalen Politikverständnis den Kampf ansagen»
Murat Çakir über seine Kandidatur für das Amt des Oberbürgermeisters in Kassel
Gespräch mit Violetta Bock
2017 – Jahr der Wahlen: in Nordrhein-Westfalen, in Frankreich, in Deutschland. In Kassel wird am 5.März der Oberbürgermeister gewählt. Die Kasseler Linke sitzt dort seit Jahren im Stadtparlament und nominierte Murat Çakir als ihren Kandidaten. Er ist bekannt als Geschäftsführer der Rosa-Luxemburg-Stiftung Hessen und für seine Analysen zur Situation in der Türkei. Nun kandidiert er in so bewegten Zeiten auf kommunaler Ebene.
Das Lebenswerk von Fidel Castro
Unbeugsam im Widerstand gegen den US-Imperialismus
von Dave Kellaway
Bilder von Fidel füllten über Jahrzehnte die Wochenschauen: abgerissen und besiegt nach der blutigen Attacke auf die Moncadakaserne; im feinen Anzug als freier Mann beim Gang aus dem Gefängnis ins Exil; bei einem Interview mit einem US-Journalisten 1958 in einem Versteck in den Bergen; beim triumphalen Einmarsch mit Che, Cienfuegos und den anderen jungen bärtigen Kriegern in Havanna;
An den Rand notiert
Josef Capek neu entdeckt
von Rolf Euler
Ich staune, wie angesichts der europaweiten Rechtsentwicklung plötzlich eine Ausstellung in der «Provinz» in die Zeit tritt: Karikaturen von Josef Capek, dem tschechischen Autor, Zeichner und Verfolgten. Das Recklinghäuser Museum für Stadtgeschichte zeigt zu den Jahrestagen der Pogromnacht und zum Ende des Ersten Weltkriegs eine Ausstellung, die dem Leben und den Karikaturen eines in der Tschechoslowakei gut bekannten Künstlers gewidmet ist.
Flaschenpost aus Marburg
Zum 75. Geburtstag von Frank Deppe
von Thomas Goes*
Ich habe nie bei Frank Deppe studiert. Als ich ihn das erste Mal erlebte, lag ich gerade in den letzten Zügen mit meiner Dissertation. Einen Bezug hatte ich dennoch zu ihm, und das schon seit Jahren.
Klassenorientierung – Erfolgsgarantie nicht inbegriffen
Zum 75. Geburtstag von Frank Deppe
von Thomas Goes
Ich habe nie bei Frank Deppe studiert. Als ich ihn das erste Mal erlebte, lag ich gerade in den letzten Zügen meiner Dissertation. Einen Bezug hatte ich dennoch zu ihm, und das schon seit Jahren. Als ich mein Studium an der Universität Oldenburg begann und anfing Hochschulpolitik zu machen, begegnete mir die sog. „Marburger Schule“ in Gestalt „unseres Lehrers Abendroths“. Es waren ältere GenossInnen in der PDS, die so zu sprechen pflegten. Das waren Erinnerungsreste, die mich erreichten.
Ein Werk radikaler Mo(nu)mente
Zum 100. Geburtstag von Peter Weiss
von Patrick Ramponi
«Wir haben die Gestalt des Hölderlin so angelegt / dass er sich drin befindet und bewegt / als spiegle er nicht nur vergangne Tage / sondern als ob die gleichen Aufgaben er vor sich habe / denen auch manche von den Heutgen gegenüber stehn / … nicht trennen will er aus dem Wirklichen den Thraum / es müssen Fantaisie und Handlung seyn im gleichen Raum / nur so wird das Poetische universal
Erinnerungen an Robert Steigerwald
Allzeit lernbereit
von Manuel Kellner
Am 30.Juni 2016 ist Robert Steigerwald gestorben. Er war ein prominentes Mitglied der DKP, das erheblichen Einfluss auf die Programmatik dieser Partei hatte.
Erinnerungen an Robert Steigerwald
Ein Genosse, den wir nie vergessen werden
von Manuel Kellner
Am Donnerstag, den 30. Juni 2016 ist Robert Steigerwald gestorben. Er war ein prominentes Mitglied der DKP, das erheblichen Einfluss auf die Programmatik dieser Partei hatte. Er war auch bis ins hohe Alter ein Kämpfer für die sozialistische Revolution, ein Lehrer und Philosoph, bereit zu lernen bis in den Tod, und bereit zur Zusammenarbeit und zur solidarischen Diskussion mit anderen Linken, sogar mit den ehemals verfemten oppositionellen kommunistischen Richtungen.
Robert Steigerwald gestorben
Presseinformation des DKP-Parteivorstandes, 1. Juli 2016
dokumentiert
Robert Steigerwald (24. März 1925 – 30. Juni 2016) wurde in Frankfurt am Main
geboren und wuchs in einer kommunistischen Arbeiterfamilie auf. Nach dem Abitur wurde
er zur faschistischen Wehrmacht eingezogen und zum Piloten ausgebildet. Nach kurzem
Kriegseinsatz ging er freiwillig in US-amerikanische Gefangenschaft, aus der im Mai 1945
floh und nach Frankfurt zurückkehrte.