Wer kann schon von sich sagen, ein Gedankengang gehöre ihm?

Bert Brecht hielt nicht viel vom Recht auf geistiges Eigentum. Wir auch nicht. Wir stellen die SoZ kostenlos ins Netz, damit möglichst viele Menschen das darin enthaltene Wissen nutzen und weiterverbreiten. Das heißt jedoch nicht, dass dies nicht Arbeit sei, die honoriert werden muss, weil Menschen davon leben.

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Musik 1. September 2013

War Richard Wagner ein Antisemit?

oder: Wenn der Sack geschlagen und der Esel gemeint wird
von Paul B. Kleiser

Richard Wagner, dessen 200.Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird, war bekanntlich der Lieblingskomponist von Hitler. Bis 1939 pilgerte dieser jedes Jahr auf den Grünen Hügel nach Bayreuth, um dort von den Wagnerianern, allen voran Winifred Wagner, empfangen zu werden. Noch in ihren späten Jahren, so in einem Film von H.-J.Syberberg, bekannte sich Winifred ziemlich offen zu ihrer Nazi-«Vergangenheit». Doch macht die Verbindung von Drittem Reich und Wagner sein Werk für alle Zeit ungenießbar, wie immer wieder behauptet wird.

Zur Person 5. Juli 2013

Die Unseren

Werner Wachner (17.Juli 1961–15.Mai 2013)
von Peter Berens

Unser Freund und Genosse Werner ist am 15.Mai im Alter von nur 51 Jahren verstorben. Er war seit mehreren Jahren schwer erkrankt, zuletzt an Lungenkrebs. Geboren in Dinslaken, wurde Werner 1977 zunächst als Juso aktiv. Als Azubi zum Stahlbauschlosser bei der MAN-Gute Hoffnungshütte in Oberhausen-Sterkrade trat er 1979 der Gruppe Internationale Marxisten (GIM) bei. In den 80er Jahren prägten ihn die Anti-Atom- und die Friedensbewegung, die Streiks der Stahl- und Metallarbeiter für die 35-Stunden-Woche und Ende 1987/Anfang 1988 der Kampf gegen die Schließung von Krupp in Rheinhausen.

Zur Person 2. März 2013

Das denkende Herz

Vor 25 Jahren starb Rose Ausländer
von Peter Fisch

Die Vielvölkerstadt Czernowitz, Hauptstadt der Bukowina, am östlichsten Rand der versunkenen Habsburgermonarchie gelegen und heute zur Ukraine gehörend, wurde 1901 der Geburtsort der Rosalie Beatrice Ruth Scherzer. Fast das ganze 20.Jahrhundert umschließt das Leben der deutsch-jüdischen Dichterin: zwei Weltkriege, Flucht und Vertreibung, Shoah und Exil. Sie wurde zur Nomadin, die, nach dem Verlust der Heimat, zwischen Europa und Amerika unentwegt pendelte.

Zur Person 8. Januar 2013

Kommt eine Münzenberg-Renaissance?

Eindrücke einer Arbeitstagung in Berlin
von Raimund Waligora

Nach der Arbeitstagung, die am 12./13.Oktober 2012 im Willi-Münzenberg-Saal des ehemaligen ND-Gebäudes in Berlin stattfand, kann man dies durchaus vermuten.*
Münzenberg, 1889 in Erfurt in ärmlichste Verhältnisse hineingeboren, wurde bald zu dem journalistisch-propagandistischen Organisationsgenie der deutschen kommunistischen und auch internationalen Arbeiterbewegung.

Umwelt 11. Dezember 2012

Barry Commoner (1917–2012)

Pionier des Ökosozialismus
von Daniel Tanuro

Am 30.September starb im Alter von 95 Jahren Barry Commoner. Von Beruf Biologe, Professor für Pflanzenphysiologie, war er vor allem an der globalen Funktionsweise von Ökosystemen interessiert.
An der Washingtoner Universität, an der Commoner lehrte, gründete er 1966 das «Zentrum für die Biologie natürlicher Systeme». Zuvor war er Ende der 50er Jahre wegen seiner Ablehnung der Atomkraft, insbesondere der oberirdischen Atomwaffenversuche, bekannt geworden.

Kolumne Ingo Schmidt 3. November 2012

Peer Steinbrück im Kostüm Hilferdings

von Ingo Schmidt
Die SPD hat einen Kanzlerkandidaten. Ein Mann aus gutem Hause. Der Vater Architekt, Urgroßonkel Adalbert Delbrück Mitbegründer der Deutschen Bank, Onkel Ernst Präsident des Statistischen Reichsamts. Peer setzt die elitäre Familientradition im Staatsapparat fort.

Sozialismus 3. November 2012

Eric Hobsbawm 1917–2012

Wegbereiter des Eurokommunismus
von Harley Filben
Die bürgerliche Presse fand viele warme Worte für ihn, ihr galt er bis zu seinem Tode als ein reueloser Marxist. Seine Bindung an die Sache des Kommunismus war komplizierter, aber sicher hing er subjektiv zäh an der Bewegung, die zwei Jahrzehnte vor ihm gestorben ist. Das lag an den Umständen, die ihn zur Bewegung führten.
Musik 3. November 2012

Zum 50.Todestag von Hanns Eisler

„…der Karl Marx des Kommunismus auf musikalischem Gebiet…“

von Peter Fisch

„Viele versuchten umsonst, das Freudigste freudig zu sagen,/

Hier spricht endlich es mir, hier in der Trauer sich aus.“

Am 26.März 1948 endete das fast achtjährige Exil Hanns Eislers in den USA, keineswegs freiwillig, sondern erzwungen. Er wurde politisch verfolgt und des Landes verwiesen: ein Opfer der antikommunistischen Hysterie in den USA im beginnenden Kalten Krieg.

Zur Person 1. Oktober 2012

Christa Eckes 1950–2012

von Freundinnen und Freunden aus der Zeit in der RAF

Am 23.Mai 2012 ist Christa Eckes in ihrem Wohnort Karlsruhe gestorben, 62 Jahre alt. Die Leukämie-Erkrankung konnte trotz vieler Mühen und Hoffnung nicht mehr behandelt werden.

Zur Person 1. Oktober 2012

Neville Alexander 1936–2012

Neville Alexander, der südafrikanische Revolutionär, Erzieher und Linguist, starb am 27.August nach langem Kampf gegen den Krebs in Kapstadt.

Zur Person 1. Oktober 2012

Jean-Jacques Rousseau (1712–1778)

Den Fortschritt bremsen!
von Paul Kleiser

Im Unterschied zu den meisten bedeutenden Denkern der Aufklärung, die von der Annahme ausgingen, die Ausweitung von Handel und Gewerbe (und damit der Aufstieg der Bourgeoisie) würde für die Menschheit zu wirtschaftlichem und politischem Fortschritt führen (eine Weltsicht, die unsere Neoliberalen bis heute verfechten), vertrat Rousseau ein weit pessimistischeres Geschichtsbild.

Zur Person 3. September 2012

Heinz Lohmar 1900–1976

Sein politisches und künstlerisches Wirken

von Peter Fisch

«Aber ich möchte mir erlauben, Ihnen
für all das, was Sie für mich getan
haben zu danken.»