Bedürfnisschrumpfung oder schrumpfende Bedürfnisse?
Zur Debatte um die «Kasseler Erklärung»
von Klaus Engert
In Frankreich gibt es seit einiger Zeit die Zeitschrift Décroissance (Schrumpfung) sowie eine entsprechende Bewegung. Angesichts des drohenden ökologischen Kollapses und der nicht erst seit dem Desaster im Golf von Mexiko immer offener zutage tretenden «Kollateralschäden» einer Wirtschaftsordnung, die mit immer aggressiveren und damit gefährlicheren Methoden Bodenschätze, insbesondere fossile Brennstoffe, ausbeutet, ist die in der SoZ in den letzten Ausgaben begonnene Debatte um die Zukunft der kapitalistischen Industriegesellschaft allerorten im Gange.
Comeback der Anti-Atom-Bewegung
Wir sind wieder da
Rede von Michael Wilk vom Arbeitskreis Umwelt (AKU) Wiesbaden auf der Auftaktkundgebung in Biblis über die Erwartungen der Bewegung und ihr Verhältnis zu Rot-Grün.
Die professionellen Risiken der Macht
Über Berufspolitiker, innerparteiliche Demokratie und die parlamentarische Linke
von Arno Klönne
Von den Unionsparteien über Gelbe und Grüne bis zur SPD ist parteienübergreifende Freude ausgebrochen: DIE LINKE «zerlege», wie es allenthalben heißt, «sich selbst», und zwar durch interne personelle Rivalitäten und Intrigen.
Die Weltwirtschaft muss planmäßig schrumpfen
Zur Debatte über die Kasseler Erklärung
Betr.: Peter Kämmerling
«Ökosozialistisch oder sozial-ökologisch?»
SoZ 5/10
von Saral Sarkar
Die Kasseler Erklärung ist nicht der beste Text über die Notwendigkeit einer ökosozialistischen Gesellschaft. Über diese sollte viel gründlicher diskutiert werden. Dennoch ist die Initiative der SoZ begrüßenswert. Doch Kämmerling macht eine Diskussion schwierig, indem er eine unverrückbare Grundposition verkündet. Er kennt keine Grenzen des Wachstums.
Möglichkeiten sozialistischer Entwicklung in der DDR
Die Bedeutung des volkseigenen Eigentums für andere zwischenmenschliche Beziehungen
von Edeltraut Felfe
Um es im Interesse einer produktiven Diskussion vorweg zu nehmen: Der Sozialismusversuch in der DDR kann insgesamt nicht als Vorbild für gegenwärtige sozialistische Zielstellungen dargestellt, sondern muss sehr kritisch ausgewertet werden – auch hinsichtlich des großen Schadens für emanzipative Bewegungen über die Bundesrepublik hinaus –, vor allem von denen, die an ihm mitgearbeitet und unter ihm gelitten haben.
9.Mai Landtagswahl in NRW
Der Aufbau eines Politikwechsels läuft nicht primär über den Landtag
von Angela Klein
Die Landtagswahlen in NRW am 9.Mai entscheiden über die Mehrheit im Bundesrat und haben von daher bundespolitische Relevanz. Für die SPD ein Hauptargument, warum man sie wählen soll: Sie will «schwarz-gelbe Vorhaben im Bundesrat verhindern». Arbeiterführer Rüttgers kontert: «Nur ich kann schlimme politische Entscheidungen nach der NRW-Wahl verhindern.»
Programmdebatte bei der LINKEN
Vorstoß in die Wirklichkeit
von Thies Gleiss
Die bisherige Entwicklungsgeschichte der Partei Die Linke hat ein merkwürdiges Ergebnis hinterlassen: Eigentlich hat nur die SPD wirklich Angst vor ihr.
Frankreich: NPA – was nun?
Die antikapitalistische Linke nach den Regionalwahlen
Bei den Regionalwahlen in Frankreich am 14. und 21.März hat die UMP, die regierende Partei von Staatspräsident Sarkozy, eine dramatische Niederlage erlitten, während die Parteien der gemäßigten Linken die Hälfte der Wählerstimmen auf sich vereinigen konnten. Die im vergangenen Jahr gegründete Neue Antikapitalistische Partei (NPA), die links von der Sozialdemokratie (PS) einen breiten antikapitalistischen Pol aufbauen will, musste mit einem Wahlergebnis von nur 2,5% eine herbe Niederlage einstecken.
Staatskapitalismus
Über die Möglichkeit sozialistischer Entwicklung in der DDR
Debattenbeitrag zu SoZ 03/2010
von Anton Holberg
Wenn die erste Voraussetzung des Sozialismus im Sinne Marxens die politische Herrschaft der Arbeiterklasse ist («Diktatur des Proletariats») und wenn Marxens Satz, dass die Arbeiterklasse sich nur selbst befreien kann, zutrifft – was wohl impliziert, dass ihre Fähigkeit, die herrschenden Klassen, insbesondere die Bourgeoisie, zu stürzen,
‹In Ostdeutschland ist eine völlig andere Sozialstruktur entstanden›
Gespräch mit DDR-Oppositionellen, die nicht im Kapitalismus landen wollten – Teil VI und Schluss
Die Redaktionen von express und SoZ haben einen gemeinsamen Fragekatalog erarbeitet, der von acht ehemaligen DDR-Bürgerinnen und -Bürgern aus dem Umkreis der Vereinigten Linken, des Neuen Forums und der Initiative Unabhängiger Gewerkschafter beantwortet wurde. Die letzten Fragen dieses Katalogs beziehen sich auf die Folgen der «deutschen Einheit».
Ökosozialistisch oder sozialökologisch?
Debatte über die Erklärung der Kasseler «Konferenz für Ökologie & Sozialismus»
Die Kasseler «Konferenz für Ökologie & Sozialismus»am 14.März hat eine Erklärung verabschiedet, die sich als Plattform für eine überfällige Debatte im Rahmen der Bewegung für Klimagerechtigkeit versteht. Die Konferenz wurde von der Bildungsgemeinschaft Salz e.V. und verschiedenen linken Zeitungsredaktionen ausgerichtet, darunter die SoZ.
«Wir brauchen eine Doppelstrategie»
DIE LINKE vor der NRW-Wahl am 9.Mai
Interview mit Wolfgang Zimmermann
Am 9.Mai wird in NRW ein neuer Landtag gewählt. DIE LINKE hat erstmals die Chance, in den Landtag einzuziehen. Gleichzeitig steht die bisherige Mehrheit für Schwarz-Gelb auf der Kippe. Über die damit verbundene Herausforderung sprach die SoZ mit dem Landessprecher Wolfgang Zimmermann.