Ulrich Renz: Die Tyrannei der Arbeit
Wie wir die Herrschaft über unser Leben zurückgewinnen. München: Ludwig, 2013. 272 S., 17,99 Euro
von Jochen Gester
Im Jahr 1998 beendete der Autor Ulrich Renz seine berufliche Karriere, die er als Arzt begonnen hatte und die ihn zum Leiter eines medizinischen Fachverlages machte. Er hatte das Gefühl, dass andere Dinge des Lebens vor lauter Arbeit zu kurz kommen. Deshalb wechselte zur freiberuflichen Tätigkeit als Publizist und Schriftsteller.
Eine neue Zukunft bauen
Manifest für eine akzelerationistische Politik
von Ale Schmitz
Wer sind die Akzelerationisten? Akzeleration heißt Beschleunigung. Das neueste Denk-Ding einer minoritären, akademischen Linken. Erstmal sind darunter nur die Autoren eines typischen Büchleins aus dem Berliner Merve-Verlag zu verstehen: chic, reißerisch, fragmentarisch, aber immer: hoppla, jetzt kommen wir!
Im Kältefieber. Februargeschichten 1934
Hrsg. Erich Hackl, Evelyne Polt-Heinzl. Wien: Picus, 2014
von Dieter Braeg
Vier Wochen nach Hitlers Machtergreifung löste der österreichische Bundeskanzler Engelbert Dollfuß am 4.März 1933 nach einer Abstimmungspanne den Nationalrat auf. Pressezensur und die Auflösung des Verfassungsgerichtshofs folgten. Mit Hilfe des Mentors von Dollfuß, Benito Mussolini, wurde auf dem Katholikentag am 12.September verkündet, Österreich werde ein «sozialer, christlicher, deutscher Staat auf ständischer Grundlage mit starker autoritärer Führung».
Mythen und Fakten zur Rentenpolitik
«Alte kassieren! Junge zahlen nur drauf!»
von Rolf Euler
„Die Alten leben auf Kosten der jungen Generation!“ Das ist das Mantra der gegenwärtigen Propaganda, ob es um Steuern, Haushaltsdefizite oder Renten und Krankenversicherung geht –immer wird die demografische Entwicklung herangezogen, um Spardiktate durchzusetzen. Und immer wird verschwiegen, wie es um die Einkommens- und Vermögensverteilung aussieht: Wer zahlen könnte und wer für alles zahlen muss.
Die Bundeswehr in Afghanistan
Ein Comic über den verschleierten Krieg
von Manuel Kellner
David Schraven hat tausende Seiten offizieller Dokumente gesichtet und mit einer Reihe von deutschen Soldaten gesprochen. Die gewonnenen Erkenntnisse verarbeitete er nicht zu einer klassischen Reportage, sondern machte daraus zusammen mit dem Zeichner Vincent Burmeister einen Comic.*
«Soldaten sind keine Brunnenbauer. Soldaten sind Soldaten. Sie tragen Waffen.
Reform oder Revolution? Die ewige Streitfrage
Reform und Revolution. (Hrsg. M.Kellner, E.Lieberam, R.
Die Superreichen
In der Krise nochmal fett geworden
von Paul B. Kleiser
Chrystia Freeland: Die Superreichen. Aufstieg und Herrschaft einer neuen globalen Geldelite. Frankfurt a.M.: Westend, 2013. 358 S., 19,99 Euro
Barbara Kalender, Jörg Schröder: Kriemhilds Lache.
Neue Erzählungen aus dem Leben. Berlin: Verbrecher Verlag, 2013. 272 S., 26 Euro
von Dieter Braeg
In der Wexstraße in Berlin wird viel erzählt und auch an allen anderen ehemaligen Wohnorten von Barbara Kalender und Jörg Schröder war das so. Zu Kalender & Schröder gehört der März-Verlag, der viele von uns in den Nachkriegsjahren, als wir noch jung waren und angepasst werden sollten, mit seinen Büchern von einem ordentlichen Lebensweg abhielt.
Was tun mit Kommunismus?
Auf der Suche nach der besseren Zukunft
von Ale Schmitz
Hat jemand die Zukunft gesehen? Zwei Berliner Gruppen wollen mit Sammelbänden die «Utopie», bzw. das «Ei des Kommunismus» entdecken. Träumen, wachen, kämpfen. Keine Angst mehr haben. Nicht nur dabei sein, sondern auch dagegen. Guevara, Adorno, Bloch – deren Slogans gibt es immer noch, auch wenn viele 68er schon in Rente sind.
Zur Kritik gängiger linker Krisentheorien
Guenther Sandleben, Jakob Schäfer: Apologie von links. Köln: Neuer ISP Verlag, 2013. 145 S., 14,80 Euro
von Thomas Märk
Die Krise ist keineswegs vorbei. Die Wirtschaft befindet sich inmitten eines langwierigen Krisenprozesses, der sich nach kurzer Unterbrechung voraussichtlich weiter zuspitzen wird. Krisentendenzen weisen in Richtung eines Zusammenbruchs, nicht nur des Finanzsystems, sondern der Wirtschaft insgesamt. Dies sind nur drei der Thesen, die die beiden Autoren Guenther Sandleben und Jakob Schäfer in ihrem Buch «Apologie von links. Zur Kritik gängiger linker Krisentheorien» vertreten. Darin legen sie sich so ziemlich mit allen an, die gemeinhin als kritische Ökonomen gelten.
«Ich schrieb mich selbst auf Schindlers Liste»
Die Geschichte von Hilde und Rose Berger
von Peter Nowak
Kürzlich hat der Gießener Psychosozial-Verlag einen Band mit der Lebensgeschichte der mittlerweile verstorbenen Hilde und Rose Berger veröffentlicht und damit das Schicksal der jüdischen Familie Berger in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Der Band enthält mehrere Interviews, die die Geschwister zwischen 1978 und 1997 in den USA gaben, sowie einen von Hilde Berger 1980 verfassten Bericht über ihr Leben und ihr politisches Engagement in Berlin.
Der hessische Landbote 2013
Stuttgart: Peter-Grohmann-Verlag, 2013. 40 S., 3,50 €
von Rolf Euler
Der Hessische Landbote ist wieder erschienen!
Das ist die wohl überraschendste Neuerscheinung anlässlich des 200.Geburtstags des Dichters und Kritikers der herrschenden Zustände. «Der Hessische Landbote 2013» ist ein Aufruf, vielleicht auch in Anlehnung an Stéphane Hessels «Empört Euch!», der im Untertitel von sich sagt: «anstiften will zur Auflehnung».