Der Internationalismus von Karl Marx…
…heute noch aktuell
von Manuel Kellner
Im «Kommunistischen Manifest» von 1848 geht Karl Marx weit über eine Haltung hinaus, die internationale Solidarität als eine Aufgabe neben anderen versteht: «Die Kommunisten unterscheiden sich von den übrigen proletarischen Parteien nur dadurch, dass sie einerseits in den verschiedenen nationalen Kämpfen der Proletarier die gemeinsamen, von der Nationalität unabhängigen Interessen des gesamten Proletariats hervorheben und zur Geltung bringen» (MEW 4:474).
SoZ-Feier
Zum 200.Geburtstag von Karl Marx
5. Mai um 14:00 – 22:00 in Köln-Kalk
Von den Bürgerlichen totgesagt, ist Marx seit der Krise 2008 wieder in aller Munde. Für viele der Jüngeren ist er aber kein Kompass mehr bei ihrem Kampf für eine lebenswerte Welt, zu schwer wiegen Niedergang und Krise der traditionellen Arbeiterbewegung.
Veranstaltungsreihe „Revolution, Revolution!“ in Oberhausen
Auftaktveranstaltung mit Dr. Manuel Kellner
Deutsche Revolution 1848/49 – Was hat das mit heute zu tun?
Dienstag, 17. April 2018
19:00 Uhr
Fabrik K14, Lothringer Str. 64, 46045 Oberhausen.
Leserbrief: ’68 kann es heute wieder geben – wozu denn?
Betr.: «68 kann es heute wieder geben», SoZ 3/2018, S.4
von A. Holberg
Das ist schön, dass Alain Krivine, laut SoZ «Seele der Bewegungsfraktion vom Mai 68», ein neues «’68» für möglich (gar wahrscheinlich?) hält, ohne dabei darauf zu verzichten, darauf hinzuweisen, dass die Arbeiterklasse seitdem zwar gewaltig gewachsen aber auch stärker differenziert ist.
200 Jahre Karl Marx, Teil 3
Ein radikaler Demokrat
von Manuel Kellner
Karl Marx war dafür, «alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist». Aktuell bleibt auch seine Kritik der kapitalistischen Produktionsweise, die «die Erde und den Arbeiter untergräbt». Immer bereit an allem zu zweifeln, verdient er nicht, zum Säulenheiligen gemacht zu werden. Sein Konzept der Selbstbefreiung der Arbeiterklasse als Mittel universaler Emanzipation bleibt allerdings entscheidender Bestandteil des revolutionären Kampfs für eine weltweite sozialistische Gesellschaft.
Krimitipp: Dave Zeltsman: Small crimes
Übersetz. Michael Grimm, Angelika Müller (Pulp master, 2017). 337 S., 14,80 Euro
von Udo Bonn
Der ehemalige Polizist Joe Denton war sieben Jahre inhaftiert, jetzt kommt er auf Bewährung frei. Sein Vorsatz: Er will alles besser machen. Aber seine Vergangenheit wirkt bis heute nach. Nur widerwillig wird er von seinen Eltern in ihr Haus gelassen, für seinen Vater ist er ein Soziopath, seine Mutter begegnet ihm mit Schweigen. Die Ehefrau ist mit den beiden Töchtern in eine andere Stadt gezogen. Fliehen musste sie vor Dentons Gewaltausbrüchen, seiner Drogen- und Wettsucht, die die Familie zugrunde richtete.
Jochen Gester: Auf der Suche nach Rosas Erbe. Der deutsche Marxist Willy Huhn (1909–1970)
Berlin: Die Buchmacherei, 2017. 835 S., 22 Euro
von Rolf Euler
Auf der Suche nach Rosas Erbe, ist Jochen Gester auf die Spur des deutschen Sozialisten Willy Huhn gekommen. In einem umfassenden Buch plus CD mit Texten lässt der Autor einen Marxisten zu Wort kommen, der anscheinend sein Leben lang zwischen vielen Stühlen der kommunistischen, sozialistischen und rätedemokratischen Bewegungen zugebracht und sich oft heftig mit den Hauptströmungen der Arbeiterbewegung des 20 Jahrhunderts auseinandergesetzt hat.
1968 – Was bleibt?
Die Aktualität von 68 misst sich schon allein am weiterhin tobenden Kampf um seine Deutungen
von Paul B. Kleiser
Seit wohl 40 Jahren gibt es zahlreiche Versuche einer «Historisierung», vielfach einer Entsorgung von 1968. Abgesehen von einigen Lobgesängen wird heute häufig der Versuch gemacht, eine «utopische Generation» für «Identitätsverlust», die Globalisierung und deren Folgen sozialer Spaltung für verantwortlich zu erklären. Schließlich seien Bill Gates oder Steve Jobs auch 68er gewesen.
Arbeitszeit kritisch betrachtet
Nicht alles, was Tarif und Gesetz ist, ist auch rechtens
von Rolf Euler
Arbeitszeit gestalten. Wissenschaftliche Erkenntnisse für die Praxis. Hrsg. Regine Romahn. Marburg: Metropolis, 2017. 248 S.,19,80 Euro
Das Buch ist eine Sammlung von fast zwanzig Aufsätzen, die sich mit den Problemen der Arbeitszeitgestaltung und der Gesundheitsvorsorge unter den modernen Bedingungen der Globalisierung, Digitalisierung und Flexibilisierung der Arbeit befassen.
Wenn die Erfahrung der Klassenzugehörigkeit fehlt
Ein Beitrag zur Klassentheorie
von Angela Klein
Werner Seppmann: Kapital und Arbeit. Klassenanalysen I. Kassel: Mangroven-Verlag, 2017. 162 S., 17 Euro
Die Wahlerfolge der AfD, insbesondere ihre Einbrüche in gestandene sozialdemokratische Milieus wie auch der Erwerbslosen und Prekären, haben auf der Linken zu neuen Debatten darüber geführt, ob die alten Klassentheorien noch zur Fundierung gesellschaftsverändernder Strategien taugen und welche politischen Schlussfolgerungen unter Umständen aus einer aktuellen Klassenanalyse zu ziehen wären.
Warum flog die Tomate?
Die 68er und die Neuen Frauenbewegungen
von Angela Klein
Gisela Notz: Warum flog die Tomate? Die autonomen Frauenbewegung der Siebzigerjahre. 2., komplett überarb. Aufl.
Alain Krivine zu Mai 68
68 kann es heute wieder geben
von Tullio Giannotti
50 Jahre nach 68 spricht Alain Krivine, einer der Protagonisten von damals, mit einem Reporter der italienischen Nachrichtenagentur ANSA.