«Ich bin nicht Charlie»
Gegen die stupide Vermengung von Islam und Terror
von Shlomo Sand
Nichts kann einen Mordanschlag rechtfertigen, schon gar nicht einen kaltblütig ausgeführten Massenmord. Was Anfang Januar in Paris geschehen ist, ist ein absolut unentschuldbares Verbrechen. Das zu sagen, ist nicht originell: Millionen Menschen denken und empfinden so, und dies völlig zurecht.
Charlie und Pegida
Hüben wie drüben: Einwanderer als Sündenböcke
von Manuel Kellner
Die beeindruckende Massenmobilisierung in Paris unter der Parole «Je suis Charlie» (Ich bin Charlie) hat nicht nur den Willen zur Verteidigung der Pressefreiheit zum Ausdruck gebracht. Immer wieder beteuerten die Demonstrierenden auch, Einwanderer, Muslime und Jihadisten dürften nicht in einen Topf geworfen werden, und betonten ihren Willen zum friedlichen Zusammenleben unabhängig von Herkunft und religiösem Bekenntnis.
Woher kommt Pegida?
Antiglobalisierung von rechts
von Angela Klein
Pegida ist ein Symptom der Krise der kapitalistischen Globalisierung – und die falsche Antwort darauf.
Der «typische» Pegida-Demonstrant entstammt der Mittelschicht, ist gut ausgebildet, berufstätig, verfügt über ein für sächsische Verhältnisse leicht überdurchschnittliches Nettoeinkommen, ist 48 Jahre alt, männlich, gehört keiner Konfession an, weist keine Parteiverbundenheit auf und stammt aus Dresden oder Sachsen.
PEGIDA – Nie wieda!
Weihnachtsgruß von Neunundachtzigerinnen
25 Jahre nach dem Mauerfall
Wir sind das Volk ruft ihr
Freiheit, Toleranz, Welt offen meinte das ’89
Visa frei bis Hawaii war die Devise
Und: Die Mauer muss weg
Gespräch mit Juliane Nagel zu NoLegida/Pegida
«Wir haben es hier mit einem gesellschaftlichen Block zu tun»
Juliane Nagel ist die einzige Landtagsabgeordnete der LINKEN, die bei den letzten Landtagswahlen ein Direktmandat geholt hat (in Leipzig). Sie ist auch in der außerparlamentarischen Bewegung aktiv, und hier insbesondere gegen rassistische Diskriminierung und Neonazismus. Die SoZ befragte sie nach dem Erfolg der NoLegida-Bewegung.
Charlie sein oder nicht sein, das ist nicht die Frage
Stellungnahme der Französischen Jüdischen Union für den Frieden (UJFP)
In dem Chaos, hervorgerufen durch das monströse Attentat, das zwölf Menschen das Leben gekostet hat, fällt es zunächst schwer, sich zurechtzufinden und zu unterscheiden zwischen denen, die unter dem Banner des Slogans „Je suis Charlie“ einzig ihren gerechtfertigten Schmerz und ihre Wut zum Ausdruck bringen, denen, die „das Amalgam (die Verwechslung oder Gleichsetzung von Islam und Terrorismus) fürchten“ und denen, die zur nationalen (und internationalen) Einheit gegen den radikalen Islamismus aufrufen.
Wenn auf dieses Verbrechen selbstverständlich mit Schmerz und Wut reagiert wird, fragt sich doch – Wut auf wen genau?
Wir sind alle Charlie Hebdo
Solidaritätserklärung der SoZ-Redaktion
Liebe Freunde von Charlie-Hebdo,
wir sind an eurer Seite, in der Trauer und im Zorn. Und wir hoffen, dass aus dem barbarischen Akt ein Geist der Revolte wachsen wird, der sich gegen jedweden Fundamentalismus und Faschismus, welcher Couleur auch immer, auflehnt.
Wir wenden uns gegen die Versuche der extremen Rechten in Deutschland, das Wasser auf ihre Mühlen zu leiten, und wir glauben an die Notwendigkeit einer arabisch-europäischen antifaschistischen Bewegung.
Wir sind alle Charlie!
Redaktion der Sozialistischen Zeitung, Köln, 10.
Für eine Gesellschaft ohne Rassismus
Auf nach München – Keupstraße ist überall
vom Bundesweiten Aktionsbündnis «NSU-Komplex auflösen!»
20.1.2015, München: 9 Uhr Aktion vor dem OLG, Nymphenburger Str.16; 17.30 Uhr bundesweite Demonstration vom Gerichtsgebäude in der Nymphenburgerstraße bis zum Karlsplatz/Stachus. Nachstehend Auszüge aus dem Aufruf.
Die Gedanken der Anderen
Ein Interview mit Max Blumenthal
„Und das ist mein Einwand gegen den Pseudo-Humanismus: Dass er allzu lange schon die Rechte des Menschen gemindert hat, dass sein Begriff von diesen Rechten eng, fragmentiert, unvollständig, voreingenommen und letztendlich zutiefst rassistisch ist.“
Aimé Césaire (1955/1972), Diskurs über den Kolonialismus.
Max Blumenthal und David Sheen, der erstere Journalist aus den USA, der zweite ein kritischer Filmemacher aus Israel, waren Mitte November nach Berlin gekommen, um über die Folgen des Gazakriegs zu berichten. Der Veranstaltungsraum in der Volksbühne wurde ihnen verwehrt und die beiden als „Antisemiten“ bezeichnet. Anna-Esther Younes hat kurz danach mit Max Blumenthal das nachstehende Interview geführt.
Kölner Polizei lässt Hooligans gewähren
Dumm, brutal, national
von Ulla Jelpke
Unter dem Label «Hooligans gegen Salafisten» (HoGeSa) attackieren gewalttätige Fußballfans und Neonazis Migranten und Muslime.
Antifaschistische Gruppierungen hatten im Vorfeld lange vor einer der größten rechtsextremen Demonstrationen der letzten Zeit gewarnt. Dagegen zeigte sich die mit gerade einmal 1300 Beamten anwesende Polizei völlig überrascht, als am 26.November rund 4800 nationalistische Hooligans und Neonazis die Kölner Innenstadt verwüsteten.
«Keupstraße ist überall»
Vom Versuch, Brücken zu bauen
von Angela Klein
In den kommenden Monaten werden im NSU-Prozess die Nebenkläger aus der Kölner Keupstraße vernommen. Dort detonierte am Nachmittag des 9.Juni 2004 kurz vor 16 Uhr vor einem Friseurladen eine mit 800 Nägeln gefüllte Kofferbombe; die glühend heißen, zehn Zentimeter langen Zimmermannsnägel schossen mit 770 Stundenkilometer durch die Gegend und verletzten 22 Menschen, teilweise schwer. Es war der Mittwoch vor Fronleichnam und es herrschte die Geschäftigkeit vor einem Feiertag.
NSU: Ermittlungen auf dem Prüfstand
Geheimsache NSU. Zehn Morde, von Aufklärung keine Spur. (Hrsg. Andreas Förster.) Tübingen: Klöpfer & Meyer, 2014. 318 S., 22,90 Euro
von Jochen Gester
10 Journalisten stellen ihre Recherchen vor.
Geheimsache NSU. Zehn Morde, von Aufklärung keine Spur – bereits der Buchtitel bringt kurz und treffend zum Ausdruck, welche Schlussfolgerungen die zehn hier zu Wort kommenden Autoren aus der Praxis der Ermittlungsbehörden in Sachen NSU ziehen.