Wer kann schon von sich sagen, ein Gedankengang gehöre ihm?

Bert Brecht hielt nicht viel vom Recht auf geistiges Eigentum. Wir auch nicht. Wir stellen die SoZ kostenlos ins Netz, damit möglichst viele Menschen das darin enthaltene Wissen nutzen und weiterverbreiten. Das heißt jedoch nicht, dass dies nicht Arbeit sei, die honoriert werden muss, weil Menschen davon leben.

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Europa 2. Februar 2011

Die «Retter» Europas

Der Europäische Stabilitätsmechanismus sichert eine Transferunion – zugunsten des Finanzkapitals
von Klaus Dräger
«Im Finanzsektor sehen wir ein wenig ‹upside›, aber viel ‹downside› mit Blick auf den Zustand der europäischen Haushalte. Die guten Nachrichten von den Unternehmen sind bereits in den Aktienbewertungen eingepreist, aber was soll da noch kommen? Die Emerging Markets finde ich da verlockender.» Fondsmanager und Anlageberater Ewan Thompson im manager magazin.

Während die Mehrheit der Bevölkerung unter drakonischen Sparpaketen ächzt und stöhnt, gelingt es den EU-Staats- und Regierungschefs trotz allem nicht so recht, «die Märkte» zu beruhigen.

Europa 2. Februar 2011

Europa und die Demokratie

Tunesien, Ungarn, Flüchtlinge: Die EU steht autoritären Regimen bei und verletzt Menschenrechte
von Andrej Hunko

Die Europäische Union präsentiert sich gern als der Hort der Menschenrechte in der Welt. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte aber wirft ihr Menschenrechtsverletzungen im Umgang mit Flüchtlingen vor; der französische Staatspräsident hat dem tunesischen Diktator Ben Ali noch wenige Tage vor seinem Sturz militärische Unterstützung angeboten, und Vertreter der CDU verbitten sich allzu harsche Kritik gegenüber der extrem rechten Regierung in Ungarn.

Nur Online 26. Januar 2011

Die polnische Solidarnosc – eine verratene Revolution

von Zbigniew Marcin Kowalewski

Eine Revolution  kann auf zwei Arten eine Niederlage erleiden – entweder wird sie erstickt oder verraten. Die Tragödie der polnischen Revolution 1980-81 liegt daran, dass sie beiden Niederlagen erlegen ist. Sie wurde von all denen verraten, die im Fahrwasser der heutigen politischen Eliten sich auf den August 1980  und  ihre Abstammung von der Solidarnosc berufen. In dem sie den Kapitalismus restaurierten, sind sie den Interessen der Gesellschaft untreu geworden, die in der Revolution zum Ausdruck gekommen war und haben somit alles über Bord geworfen, was ursprünglich angezielt war.

Heute wird im Rahmen der generellen Fälschung des Charakters und der Geschichte des “August” und der Ereignisse der folgenden 16 Monate  ein “antikommunistisches nationales Ereignis” gemacht – allerdings haben sie damit wenig Glück, denn alle Spuren ließen sich nicht verwischen, zumal diese Ereignisse eine typische und klassischen Revolution der Arbeiterschaft war. Seitdem vor 150 Jahren der Kapitalismus entstand, sind solche Revolutionen immer wieder aufgetreten. Die Arbeiter haben sie zur Verteidigung der Rechte, Interessen und Würde ihrer Arbeiterklasse durchgeführt.

Europa 8. Dezember 2010

Volksabstimmung in der Schweiz

Die Saat des Hasses
Sonderjustiz für Ausländer beschlosse
n
von Paolo Gilardi

Am 28.November haben in der Schweiz 53% der Wählerinnen und Wähler«Ja» zur direkten Abschiebung sog. «krimineller Ausländer» gesagt. Die von der rechtspopulistischen SVP lancierte Gesetzesvorlage sieht die umgehende Abschiebung von Ausländern vor, die sich des Mordes, Raubs oder des «illegalen Bezugs von Sozialleistungen» schuldig gemacht haben.

Europa 8. Dezember 2010

Polen: Von der Solidarnosc zur Solidarität

30 Jahre Arbeiterbewegung: Brüche und Veränderungen
von Przemyslaw Wielgosz

Die Arbeiterbewegung in Polen haben in den letzten drei Jahrzehnten eine komplizierte und dramatische Entwicklung erlebt. Von einer revolutionären Explosion Anfang der 80er über Umbruch und Fall in den 90ern, mit immer wiederkehrende Versuchen einer Neubelebung. Von einer großen Gewerkschaft, in die Strukturen einer sozialen Bewegung eingebunden waren, zu unkoordinierten Versuchen, neue Taktiken und Organisationsstrukturen zu erarbeiten.

Europa 8. Dezember 2010

Ungarn: Aufschwung der extremen Rechten

Ein Bodensatz von Intoleranz und Konkurrenzkampf
von Matyas Benyik

Wenn Menschen ihr tägliches Leben als Wettkampf sehen, gibt es keinen Raum mehr für gesellschaftliche Vielfalt und interkulturellen Dialog. Der öffentliche Diskurs wird nach und nach von den Argumenten fremdenfeindlicher und extremistischer Gruppen bestimmt, die gleiche Rechte für alle als Gefahr für den Staat und seine Bewohner sehen. Es steht außer Frage, dass die brennenste politische Frage Ungarns derzeit das spektakuläre Anwachsen der extremen Rechten ist.

Europa 8. Dezember 2010

Irland: Unter EU-Aufsicht

Sparkurs und Bankenrettung treiben das Land in die Schuldenfalle
von J.M.Thorn

Es sind nicht die Staatsschulden, die den Preis für die irischen Staatsanleihen in die Höhe treiben. Der Krankheit Eurokrise wird die flasche Diagnose gestellt und die falsche Kur verschrieben.
Wie ernst Irlands Lage ist, wurde im Oktober klar, als die Regierung ihren Vierjahresplan für 2011–2014 veröffentlichte.

Europa 4. November 2010

Freihandelsabkommen EU/Indien

Ökologisch und sozial ein Desaster
von Gerhard Klas
Im Schatten der Verhandlungen zwischen der EU und China fanden Mitte Oktober in Delhi auch Verhandlungen über ein europäisch-indisches Freihandelsabkommen statt. Seit 2007 verhandeln die EU-Kommission und die indische Regierung auf höchster Ebene. Spätestens Anfang kommenden Jahres soll das Abkommen unter Dach und Fach sein.

Europa 4. November 2010

«Was das Parlament beschließt, kann die Straße wieder auflösen»

Olivier Besancenot diskutiert mit Lesern von Le Monde Online*
«Wenn es einen Michelin-Führer der Proteste gäbe, hätte Frankreich drei Sterne verdient, dicht gefolgt von Griechenland mit zwei Sternen», schreibt Tariq Ali in einem Kommentar zum Aufstand gegen die Rente mit 67 in Frankreich.

Europa 4. November 2010

Italien: Die soziale Opposition lebt

Rom, 16.Oktober: Massendemonstration von Arbeitern und Studierenden
von Bruno Demartinis

Am 16.Oktober demonstrierten die sozialen Bewegungen in Italien, angeführt von der Metallarbeitergewerkschaft FIOM für gewerkschaftliche Rechte, Demokratie und gegen deren Preisgabe durch die Mauschelpolitik einiger gewerkschaftlicher Dachverbände mit den Unternehmern und der Regierung.

Europa 4. November 2010

Italien: Wie weiter nach dem 16.Oktober?

Einheit und Radikalität: Kann aus einer Demonstration eine richtige Bewegung entstehen?
von Salvatore Cannavò

Zum Schluss gab der Generalsekretär der CGIL, Guglielmo Epifani, dem Druck der Piazza nach – den Studierenden und Arbeitern, die während seiner ganzen Rede den Generalstreik gefordert hatten. Er musste sagen: «Wir werden ihn machen», ohne genauer auszuführen, wie oder wann.

Europa 4. November 2010

Die Hoffnung ist auf der Seite der FIOM

von Loris Campetti

«Wenn Ihr wissen wollt, wie viele wir sind, dann müsst ihr uns schon zählen!» Das war eine schöne Replik der FIOM angesichts der Reaktion der Politiker, die nur mit 20.000 bis 40.000 Teilnehmer gerechnet hatten.