Von Gaza bis Kurdistan:
Das Recht auf Widerstand und Selbstbestimmung
von Christian Zeller*
Der Krieg der israelischen Armee gegen die palästinensische Bevölkerung in Gaza im Juli und August 2014 erscheint in der veröffentlichten Meinung in den deutschsprachigen Ländern als Ausdruck eines unlösbaren Konflikts.
Demo zum Jahrestag von Ghouta in Frankfurt am Main
Solidarität mit dem Kampf gegen das Assad-Regime und den „Islamischen Staat“
von Manuel Kellner
In etwa 150 Personen demonstrierten in Frankfurt am Main am 23. August 2014 zum Jahrestag des Giftgasangriffs in Ghouta und in Solidarität mit der Bewegung für Demokratie, Unabhängigkeit und Menschenrechte in Syrien. Angesichts von über 190.000 Toten nach UNO-Angaben, vielen Millionen Flüchtlingen, Verletzten, Ausgehungerten, von aller Hilfe Abgeschnittenen in Syrien ist das eine geringe Zahl.
Überlegungen zur aktuellen Situation in der Ukraine
Unbewältigte Erbschaft des 20. Jahrhunderts
von Helmut Dahmer
(1) Die Ukraine war und ist, wie der Name sagt und ein Blick in den historischen Atlas oder auf die heutige Landkarte bestätigt, ein Grenzland. Von Moldawien im Südwesten bis Russland im Osten und Südosten hat die heutige Republik Ukraine, der zweitgrößte europäische Flächenstaat (nach Russland), gemeinsame Grenzen mit sieben Staaten (außer den genannten sind das Rumänien, Ungarn, die Slowakei, Polen und Weißrussland).
Im Irak ernten die USA die Früchte ihrer Besatzungspolitik
Lage außer Kontrolle
von Ashley Smith
Die dreiste Eroberung der zweitgrößten Stadt im Irak, Mossul, und der anschließende militärische Vormarsch unter dem Banner der ISIS (Islamischer Staat im Irak und Syrien; die Gruppe nennt sich selbst ISIL, Islamischer Staat im Irak und in der Levante) hat unter konfessionellen Vorzeichen einen neuen Bürgerkrieg entfacht, der die ganze Region in Brand stecken kann.
Zehn Jahre «Cap Anamur»
„Beihilfe zur illegalen Einwanderung“
von Angela Huemer
Vor zehn Jahren rettete das Schiff der deutschen Hilfsorganisation Cap Anamur 37 Bootsflüchtlinge – mit weitreichenden Folgen.
Lübeck, Jakobikirche, am 20.Juni. Der schöne alte Backsteinbau ist die Kirche der Seefahrer. Am frühen Nachmittag herrscht Gewusel in und um die Kirche, die letzten Vorbereitungen für die Gedenkfeier um 16 Uhr werden erledigt. «Menschenrechte in Seenot» ist das Motto, die Feier wurde von den Lübeckern initiiert und getragen.
Der Niedergang der US-Hegemonie
Imperialismus heute
von Vincent Présumey
Die Kommentierung der Ereignisse in der Ukraine hat in der Linken eine Kontroverse zum Vorschein gebracht, die sich zuvor schon, etwa im Konflikt um Syrien, angedeutet hatte: Für die einen ist der Imperialismus nur im Westen angesiedelt, Russland und dessen enge Verbündete sind hingegen das Opfer und das Rückgrat der «antiimperialistischen Kräfte». Spiegelbildlich sehen die anderen im Westen die Kräfte des «Fortschritts» und der «Demokratie», in Russland und seinen Verbündeten hingegen die Verkörperung des Bösen
EU schwingt sich zur Kolonialmacht auf
Freihandel, Rohstoffe und Soldaten
von Angela Klein
Immer offener und raubeiniger reklamiert die Europäische Union für sich eine Führungsrolle unter den Weltmächten. Ihre lange zu beobachtende relative Zurückhaltung als militärischer Akteur in der Weltpolitik war nicht einer Aversion gegenüber harter Machtpolitik geschuldet, sondern der Konstellation des Kalten Krieges, der die USA als einziger, der Sowjetunion mindestens gleichrangiger Atommacht, zwangsläufig zur unbestrittenen Hegemonialmacht bestimmte. Militärstrategische Fragen spielten auf EU-Ebene deshalb lange keine Rolle, sie waren Sache der NATO und damit der USA.
Mit Mikrokrediten gegen die Armut?
Rendite machen und Gutes tun? Mikrokredite und die Folgen neoliberaler Entwicklungspolitik. Hrsg. Gerhard Klas, Philip Mader. Frankfurt a.M.: Campus, 2014. 217 S., 19,90 Euro
von Paul B. Kleiser
Eines der Ideologeme des Neoliberalismus besteht in der Vorstellung, jeder sei seines Glückes Schmied. Demnach brauchen arme Menschen vor allem im globalen Süden kein gutes Ausbildungs- und Gesundheitssystem, sondern «Mikrokredite» zur Herstellung von einfachen Produkten, die sie dann auf dem Markt mit Gewinn verkaufen und damit die Kredite zurückzahlen. Längerfristig würde dadurch in den Entwicklungsländern die Armut abgebaut, so die offizielle Propaganda.
BLOCKUPY zum Ukraine-Konflikt:
Gegen Nationalismus und Rassismus – für eine linke, internationalistische Anti-Kriegsbewegung!
BLOCKUPY steht für ein demokratisches Europa von unten. Wir sind Teil einer linken, internationalistischen Antikriegsbewegung, in der keine nationalistischen, rassistischen oder antisemitischen Deutungen des Ukraine-Konflikts Platz haben. Gegen die Logik der kapitalistischen Staatenkonkurrenz um Einfluss, Ressourcen und Macht stellen wir die Perspektive einer grenzübergreifenden Solidarität von Unten.
Für eine Kampagne gegen Militarisierung
von Arno Klönne
Der Konflikt um die Ukraine hat nachhaltige Folgen in den strategischen Bedingungen internationaler Politik: Die NATO dringt weiter nach Osteuropa vor; neue Aufrüstung ist angesagt; die Machteliten in den USA kalkulieren damit, die russische Staatlichkeit zur Erosion bringen zu können; die davon abweichenden Pläne der EU, insbesondere die der Bundesrepublik, haben sich als Fiasko erwiesen; innerhalb des transatlantischen Bündnisses hat der Große Bruder in Washington nun fast allein das Sagen. Und in der Bundesrepublik betreiben die etablierten Medien ganz überwiegend ideelle Kriegstreiberei. Die Mehrheit der Bevölkerung hierzulande steht dem kritisch und misstrauisch gegenüber, sie hat keine Freude an einem neuen Kalten Krieg.
«Die Fifa führt sich auf wie eine Kolonialmacht»
Das schmutzige Geschäft mit der Fußball-WM
von Lothar Moser
«Die FIFA [führt sich] im Hinblick auf die WM wie eine Kolonialmacht auf. Brasiliens katzbuckelnden Politikern zwangen er und seine Verbandskollegen ein WM-Gesetz auf, Zehntausende Kleinhändler müssen ihre Plätze räumen für die Sponsoren der hohen FIFA. Das Gesetz ermächtigt Kommunen, für das Event mehr Schulden aufzuladen als sonst erlaubt. Das müssen diese auch, wenn sie die Vorgabe der FIFA für Stadien, Hotels oder Infrastrukturmaßnahmen erfüllen wollen», schrieb die Süddeutsche Zeitung am 17.Juli 2013.
«Die Städte werden brennen, …
… wenn Brasilien nicht gewinnt»
Gespräch mit Christopher Gaffney
Wenn in einer so fußballvernarrten Nation wie Brasilien Planung wie Ablauf der kommenden WM durch anhaltende Massenproteste massiv gestört wird, dann ist dies sicher ein Anzeichen fürgewaltige soziale Gärungsprozesse, vor allem aber ein weltweit sichtbares Zeichen dafür, dass diese Sorte von «Sportereignissen» mehr und mehr zum Sinnbild für die Zerstörungskraft der neoliberalen Weltordnung wird.