Maren Rahmann, Dieter Braeg: Erich-Mühsam-Text-und-Lieder-Revue
Berlin: Die Buchmacherei, 2016
von Angela Klein
Die Buchmacherei hat eine kleine, ansprechend gestaltete Broschüre mit Auszügen aus Schriften und Gedichten von Erich Mühsam herausgegeben. Maren Rahmann hat die Gedichte vertont – eine CD liegt der Broschüre bei. Dazwischen werden Text von Mühsam gelesen, die Auskunft geben über seinen Werdegang und die Gedichte sozusagen miteinander verbinden.
Krimi: Simone Buchholz: Blaue Nacht
Berlin: Suhrkamp, 2016. 235 S., 14,99 Euro
von Udo Bonn
Ganz am Ende sitzen sie, der Faller, der Calabretta, der Schulle, der Brückner, Rocco, Karla, Klatsche und Riley im Stadion, um den FC St.Pauli mit seinem neuen sympathischen Trainer beim Kampf gegen den Abstieg zu unterstützen. Nicht nur die 11 auf dem Platz scheinen auf der Verliererseite zu spielen. Wenn man in Hamburg einem Gangster die Eier wegschießt, ist Schluss mit Karriere als ermittelnde Staatsanwältin.
Klassenorientierung – Erfolgsgarantie nicht inbegriffen
Zum 75. Geburtstag von Frank Deppe
von Thomas Goes
Ich habe nie bei Frank Deppe studiert. Als ich ihn das erste Mal erlebte, lag ich gerade in den letzten Zügen meiner Dissertation. Einen Bezug hatte ich dennoch zu ihm, und das schon seit Jahren. Als ich mein Studium an der Universität Oldenburg begann und anfing Hochschulpolitik zu machen, begegnete mir die sog. „Marburger Schule“ in Gestalt „unseres Lehrers Abendroths“. Es waren ältere GenossInnen in der PDS, die so zu sprechen pflegten. Das waren Erinnerungsreste, die mich erreichten.
Peter Brückner und die deutschen Verhältnisse
Aus dem Abseits, Deutschland 2015, Regie: Simon Brückner. (Der Film wurde am 29.8.2016 in 3sat ausgestrahlt.)
von Peter Nowak
Der Film Aus dem Abseits bringt uns einen linken Intellektuellen wieder näher, der zur Zielscheibe des Modell Deutschlands von Helmut Schmidt wurde.
Revolution und Bürgerkrieg in Spanien, Teil V
Vorteile für Franco dank Hitler und Mussolini
von Paul Michel
Ende Juli/Anfang August hatten sich zwei weitgehend geschlossene Territorien, das republikanische und das nationalistische, herausgebildet. Im republikanischen Gebiet lebten etwa 60% der Bevölkerung. Es umfasste mit dem Baskenland und Katalonien die beiden einzigen Industrieregionen Spaniens. Demgegenüber kontrollierten die Putschisten mit Kastilien und Andalusien die wichtigen Agrarregionen.
Patrick Kingsley: Die neue Odyssee. Eine Geschichte der europäischen Flüchtlingskrise.
München: C.H.Beck, 2016. 332 S., 21,95 Euro
von Angela Huemer
Die neue Odyssee nennt Kingsley sein Buch, wissend, dass Migration mitnichten ein neues Phänomen ist. Nicht umsonst stellt der äußerst begabte und belesene junge Journalist und Autor ein Zitat aus Homers Odyssee (V.Gesang) voran, das ich hier wiedergeben will, da es trefflicher nicht sein könnte (Kingsley verweist im Buch übrigens auch auf Vergils Aeneis):
Die Krise der Gewerkschaften und Möglichkeiten ihrer Erneuerung
Thomas Goes: Aus der Krise zur Erneuerung? Gewerkschaften zwischen Sozialpartnerschaft und sozialer Bewegung. Köln: PapyRossa, 2016. 186 Seiten, 13,90 Euro
von Manuel Kellner
Das neue Buch von Thomas Goes ist der Aufmerksamkeit aller Gewerkschaftsaktiven, im weiteren Sinne aber auch der Diskussion in der Linken anzuempfehlen.
Filmtipp: Hieronymus Bosch – Schöpfer der Teufel
Niederlande 2016, Regie: Pieter van Hujistee
von Angela Huemer
In den letzten Jahren gab es im Dokumentarfilmbereich fast so etwas wie einen Trend: Filme über Kunst, oder besser: Kunst und die Art ihrer Präsentation und Bewahrung. In Das große Museum blickte Johannes Holzhausen hinter die Kulissen des Kunsthistorischen Museums Wien, und der Doyen des «direct cinema» (ein puristisches Dokumentarfilmgenre), Frederick Wiseman, nahm sich die Londoner National Gallery im gleichnamigen Film vor.
Filmtipp: Tschick
Deutschland 2016, Regie: Fatih Akin
von Jan Schiffer
Tschick ist eine Verfilmung des gleichnamigen populären Jugendromans von Wolfgang Herrndorf, erschienen 2010 und mittlerweile Standardlektüre an Schulen und vielfach erfolgreich für das Theater adaptiert.
Krimitipp: Luther Blisset: Q und Wu Ming: Altai
Luther Blisset: Q. Deutsch von Ulrich Hartmann. Berlin: Assoziation A, 2016. 704 S., 19,80 Euro
Wu Ming: Altai. Deutsch von Klaus-Peter Arnold. Berlin: Assoziation A, 2016. 352 S., 24 Euro
von Udo Bonn
Die Sondertische zu 500 Jahre Reformation sind in den größeren Buchhandlungen schon gedeckt, was in der Regel dabei fehlt, ist der großartige Roman Q vom Kollektiv Luther Blisset. Vom Verlag Assoziation A wieder aufgelegt, erzählt er über einen Zeitraum von knapp 40 Jahren von der radikalen Interpretation Luthers, von der traumatischen Niederlage der Bauern gegen die vereinigten Fürsten in Frankenhausen,
Ein Werk radikaler Mo(nu)mente
Zum 100. Geburtstag von Peter Weiss
von Patrick Ramponi
«Wir haben die Gestalt des Hölderlin so angelegt / dass er sich drin befindet und bewegt / als spiegle er nicht nur vergangne Tage / sondern als ob die gleichen Aufgaben er vor sich habe / denen auch manche von den Heutgen gegenüber stehn / … nicht trennen will er aus dem Wirklichen den Thraum / es müssen Fantaisie und Handlung seyn im gleichen Raum / nur so wird das Poetische universal
Kinder? Kinder!
Umfrage: Kinder oder nicht
von Rolf Euler
In den erfreulichen Urlaub mit Enkel stößt die Nachricht: Bei einer Online-Befragung geben fast 20% der befragten Eltern an, wenn sie sich noch einmal entscheiden könnten, würden sie keine Kinder haben wollen. Fast 100% beteuern, sie würden ihre Kinder dennoch lieben. Sie machen vor allem die Einschränkung ihrer persönlichen Entfaltung dafür verantwortlich, meinen zum Teil auch, sie würden in ihrem beruflichen Aufstieg gehemmt.