Jimmy’s Hall, Regie: Ken Loach
Großbritannien/Irland 2014, mit Barry Ward, Jim Norton. Ab 14.8. im Kino
von Liam MacUaid
Die beiden staatlichen Gebilde in Irland (Ulster und die Republik) waren das Produkt einer Revolution, die im Jahr 1921 eine Niederlage erlitt, als Michael Collins den Vertrag unterzeichnete, der das Land teilte.
Klaus Kufeld: Der kulinarische Eros
Geschichten über die Seele des Kochens & Essens. Wien: Edition Splitter, 2009. 144 S., 22 Euro
von Dieter Braeg
Der Herr Feuerbach hatte schon recht, als er verkündete, der Mensch sei, was er isst! Der Umgang mit Lebensmitteln findet zur Zeit leider nur sehr selten im Bereich Kultur und Philosophie statt. Wir haben es eher mit «Kochkünstlern» zu tun, die Geist und Körper leider nicht einmal leichte Kost bieten, sich «Lafer-Lichter-Lecker» oder so ähnlich nennen und Lebensmittel und Esserin/Esser foltern.
Yisid Sarid: Limassol
Zürich: Kein & Aber, 2010. 206 S., 16,90 Euro
von Udo Bonn
Tel Aviv zur Zeit der zweiten Intifada. Die Situation ist aufgrund der Attentate äußerst angespannt. Jeden Tag werden Palästinenser festgenommen und von den israelischen Geheimdienstleuten verhört: Wo und wann soll der nächste Anschlag stattfinden?
75 Jahre Zweiter Weltkrieg
Vier Kriege in einem
von Manuel Kellner
Am 1.September 1939 begann mit dem Überfall Nazideutschlands auf Polen der Zweite Weltkrieg. 60 bis 70 Millionen Menschen sind ihm zum Opfer gefallen, wenn unmittelbare Kriegsfolgen wie Hungersnöte und Seuchen einbezogen werden, dürften es sogar 80 Millionen gewesen sein.
Schweiz: Sozialistische Partei und Erster Weltkrieg
Basis stimmte gegen „Landesverteidigung“
von Rolf Krauer
Im November 1912 fand in Basel ein internationaler sozialistischer Kongress statt, dessen Ziel die Verurteilung der imperialistischen Politik und des sog. Marschs in den Krieg war. Einige Tage nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs brachen auch die politischen und organisatorischen Schwächen der II.Internationale hervor. Die Führungen der Sozialdemokratie waren gewissermaßen überrascht vom Zeitpunkt des Ausbruchs des Krieges.
China vor 25 Jahren: Das Massaker auf dem Tiananmen
Die Demokratiebewegung von 1989
von Au Loong Yu und Bai Ruixue
Die Demokratiebewegung ist allgemein als Studentenbewegung bekannt. Dabei wird häufig übersehen, dass die Beteiligung der Arbeiterklasse in einem späteren Stadium sehr zentral wurde und auch zu einer unabhängigen Organisierung von Arbeitenden führte. Das beunruhigte die KPCh und war einer der Gründe für die Zerschlagung der Bewegung am 4.Juni. Danach war die Arbeiterklasse atomisiert und demoralisiert.
1941/44: Deutsche Terrorherrschaft in Griechenland
Zum 70.Jahrestag des Massakers in Distomo
aus Griechenland-Info Nr.7
Am 10.Juni jährte sich das von Soldaten der Wehrmacht angerichtete Massaker von Distomo bei Delphi zum siebzigsten Mal. Dabei wurden das Dorf niedergebrannt und 218 Frauen, Alte und Kinder bestialisch umgebracht. Es war einer der traurigen Höhepunkte einer langen Blutspur der Wehrmacht in Griechenland.
Mit Mikrokrediten gegen die Armut?
Rendite machen und Gutes tun? Mikrokredite und die Folgen neoliberaler Entwicklungspolitik. Hrsg. Gerhard Klas, Philip Mader. Frankfurt a.M.: Campus, 2014. 217 S., 19,90 Euro
von Paul B. Kleiser
Eines der Ideologeme des Neoliberalismus besteht in der Vorstellung, jeder sei seines Glückes Schmied. Demnach brauchen arme Menschen vor allem im globalen Süden kein gutes Ausbildungs- und Gesundheitssystem, sondern «Mikrokredite» zur Herstellung von einfachen Produkten, die sie dann auf dem Markt mit Gewinn verkaufen und damit die Kredite zurückzahlen. Längerfristig würde dadurch in den Entwicklungsländern die Armut abgebaut, so die offizielle Propaganda.
Europas Strippenzieher
Wer in Brüssel wirklich regiert. Cerstin Gammelin, Raimund Löw: Berlin 2014. 384 S., 19,99 Euro
von Paul B. Kleiser
Das Buch der beiden Autoren ist in mehrerlei Hinsicht von Interesse: Löw hat als langjähriger Brüsseler Korrespondent des Österreichischen Rundfunks (ORF) offensichtlich gute Beziehungen zu den Brüsseler «Sherpas», die für die Politiker die Drecksarbeit machen dürfen (aber auch gute Hintergrundinformationen besitzen); auf dieser Grundlage berichtet er häufig detailliert über die Hintergründe von Entscheidungen (und die Abgründe der Treffen); außerdem kommt er aus einem kleinen Land, was seine Kritik am Gerangel beflügelt. Die Journalistin Cerstin Gammelin schreibt für die Süddeutsche Zeitung.
Roger Willemsen: Das Hohe Haus
Ein Jahr im Parlament. Frankfurt a.M.: S.Fischer, 2014. 398 S., 19,99 Euro
von Paul B. Kleiser
Roger Willemsen, der viele Jahre mit Dieter Hildebrandt zusammengearbeitet und lesenswerte Bücher über Guantánamo und Afghanistan geschrieben hat, hat den nötigen Masochismus aufgebracht, sich ein Jahr ins Plenum des Bundestags zu setzen und einfach den Abgeordneten zuzuhören. Es werden in diesem Zeitraum (zwischen zwei austauschbaren Neujahrsansprachen der Kanzlerin) unzählige innen- und außenpolitische Themen abgehandelt, wobei es häufig nicht auf Sachkenntnis, sondern auf Beschimpfung des Gegners, allen voran der LINKEN, ankommt.
Erich Mühsam Lesebuch
.«Das seid ihr Hunde wert!». Hrsg. Markus Liske, Manja Präkels. Berlin: Verbrecher-Verlag. 345 S., 16 Euro
von Dieter Braeg
Vor 80 Jahren, im Juli 1934, wurde Erich Mühsam nach über 16monatiger «Schutzhaft» von der SS ermordet
Geboren am 6.April 1878 in Berlin, wuchs er in Lübeck auf. Früh entstanden erste Texte, die in der Schule und im Elternhaus auf Ablehnung stießen. Wegen «sozialistischer Umtriebe» wurde er relegiert. Er lernte Apotheker, ab 1900 Arbeit arbeitete er verschiedenorts als Apothekergehilfe.
Mukoma wa Ngugi: Nairobi Heat / Caarl Hiassen: Sternchen Himmel.
Transit Buchverlag 2014. 174 S., 19,80 Euro / Goldmann 2014. 398 S. 9,99 Euro
von Udo Bonn
«Afrika wird dich zu einem Ali machen. Amerika zu einem Foreman…» Wer den denkwürdigen Boxkampf in Kinshasa 1974 gesehen hat, weiß eigentlich sofort, wie man sich entscheiden muss. Ishmael, ein schwarzer Polizist aus Wisconsin, wird von seinem kenyanischen Kollegen O. vor diese Alternative gestellt. Beide kennen sich erst kurze Zeit. Ein anonymer Anruf nach einem Mord an einer jungen blonden Frau in einem reichen Vorort hat Ishmael nach Kenya gebracht.