L.Mozarts Violine (Paladino Musik)
Maria Bader-Kubizek u.a., CD für etwa 18 Euro
von Dieter Braeg
Der Vater von Amadeus Mozart, Leopold Mozart (1719–1787), war zunächst in Salzburg Kammerdiener, und weil damals Bildung auch wichtig war, trat er 1743 als vierter Violinist in die erzbischöfliche Hofkapelle ein. Später diente er sich hoch und war Hofkompositeur und stellvertretender Kapellmeister.
Die schöne Krista
Deutschland 2013, Regie: Antje Schneider und Carsten Waldbauer
von Angela Huemer
Die schöne Krista ist kein hübsches Mädchen, sondern eine Kuh. Eine sehr große, schwarz-weiß gefleckte, sympathische Kuh. Krista ist nahe Oldenburg zuhause, auf dem Hof des jungen Bauern Jörg Seeger.
Gleich zu Beginn des Films betreten wir eine für Stadtpflanzen wie mich völlig unbekannte, aber faszinierende Welt: die der Viehschauen.
Verbotene Filme
Deutschland 2014, Regie: Felix Möller
von Peter Nowak
«Historische Nitrofilme sind hochexplosiv», warnt Egbert Koppe, Spezialist für Filmrestaurierung am Bundesarchiv in Hoppegarten, einem Vorort von Berlin. Diese Szene steht auch am Anfang eines Films, bei dem es um Streifen geht, die nicht nur wegen des chemischen Materials hochexplosiv sind.
David Peace: GB 84
München: Liebeskind, 2014. 536 S., 24,80 Euro
von Udo Bonn
April 2013: Jenseits der bewachten Begräbnisfeierlichkeiten knallen die Sektkorken, ausgelassene Jugendliche machen Straßenparty anlässlich des Ablebens vom Margret Thatcher. Die Nachrichtenagentur DPA/AFP zitiert einen ehemaligen Bergarbeiter aus Nordengland: «Ich bin hier, um ihre Geburt zu betrauern, weil sie für das System steht, unter dem wir alle noch immer leiden.»
Schriftsteller im Ersten Weltkrieg
Es war Krieg und (fast) alle gingen hin
von Dieter Braeg
Das Jahr 2014 hatte noch gar nicht angefangen, da «gedachte», ja «feierte» man den Beginn des Ersten Weltkriegs in jenen Medien, die dafür sorgen, dass Berta von Suttners Feststellung in Vergessenheit geriet: «Keinem vernünftigen Menschen wird es einfallen, Tintenflecken mit Tinte, Ölflecken mit Öl wegwaschen zu wollen. Nur Blut soll immer wieder mit Blut abgewaschen werden.»
Eine neue Zukunft bauen
Manifest für eine akzelerationistische Politik
von Ale Schmitz
Wer sind die Akzelerationisten? Akzeleration heißt Beschleunigung. Das neueste Denk-Ding einer minoritären, akademischen Linken. Erstmal sind darunter nur die Autoren eines typischen Büchleins aus dem Berliner Merve-Verlag zu verstehen: chic, reißerisch, fragmentarisch, aber immer: hoppla, jetzt kommen wir!
Sparifankal: Bayern-Rock
von Dieter Braeg
Ton Steine Scherben? Na gut, geht so. Aber der Carl Ludwig Reichert (Gesang, Gitarre, Posthorn) dazu Florian Laber (Bass, Gesang), Günther Sonderwald (Schlagzeug, Triangel), Tillmann Obermaier (Gesang, Dulcimer, Gitarre, Sulna) und Jan Dosch (Bass, Gitarre, Okarina, Gesang) haben im Feburar 1976 als Sparifankal bei Konzerten im Theater K. und im Jugendhaus «Picnic» in Erding eine Riesenplatte aufgenommen!
Im Kältefieber. Februargeschichten 1934
Hrsg. Erich Hackl, Evelyne Polt-Heinzl. Wien: Picus, 2014
von Dieter Braeg
Vier Wochen nach Hitlers Machtergreifung löste der österreichische Bundeskanzler Engelbert Dollfuß am 4.März 1933 nach einer Abstimmungspanne den Nationalrat auf. Pressezensur und die Auflösung des Verfassungsgerichtshofs folgten. Mit Hilfe des Mentors von Dollfuß, Benito Mussolini, wurde auf dem Katholikentag am 12.September verkündet, Österreich werde ein «sozialer, christlicher, deutscher Staat auf ständischer Grundlage mit starker autoritärer Führung».
Monuments Men
USA 2014, Regie: George Clooney
von Angela Huemer
Das allererste was ich in meine Studium der Kunstgeschichte tun musste, im Proseminar 1, war ein Bild zu beschreiben, um zu lernen, genau hinzusehen. Nicht irgendein Bild, es war der Genter Altar der flämischen Maler Jan und Hubert van Eyck, eines der wichtigsten Kunstwerke der westlichen Welt, eines, das in keinem der Überblickswerke der Kunstgeschichte fehlt – und auch eines der schönsten.
Ulrich Ritzel: Trotzkis Narr
Berlin: btb, 2013. 461 S., 19,99 Euro
von Udo Bonn
Crammenow, Kreis Havelland, in der Datsche von Finklin. Was hat den Exkommissar Berndorf in das Refugium eines notorischen Trotzkisten und Polizistengegners getrieben? Berndorf weiß das selbst nicht so genau.
Pete Seeger (1919–2014)
Der Mann mit dem kleinen «c»
von Alexander Billet
Pete Seeger, der große Sänger der amerikanischen Folkmusik, starb am 27.Januar in New York im Alter von 94 Jahren.
Pete Seegers Leben und Werk haben eine eigenartige Symmetrie. Obwohl er fast ein Jahrhundert lang lebte, blieb für ihn bis zuletzt die Zeit stehen. Er war aber kein Relikt, sondern erinnerte daran, dass in der amerikanischen Kultur trotz aller Mainstreamelemente stets ein organischer sozialistischer Strang lebendig geblieben ist.
Gerlef Gleiss (1954–2014)
Nachruf
vonTheresia Degener
Als am 5.Februar 2014 Gerlef Gleiss starb, verlor die deutsche Behindertenbewegung und die deutsche Linke einen der wichtigsten Querdenker in Sachen Behindertenpolitik und einen wunderbar warmherzigen, aufrichtigen und humorvollen Genossen.