Wer kann schon von sich sagen, ein Gedankengang gehöre ihm?

Bert Brecht hielt nicht viel vom Recht auf geistiges Eigentum. Wir auch nicht. Wir stellen die SoZ kostenlos ins Netz, damit möglichst viele Menschen das darin enthaltene Wissen nutzen und weiterverbreiten. Das heißt jedoch nicht, dass dies nicht Arbeit sei, die honoriert werden muss, weil Menschen davon leben.

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Umwelt 11. Dezember 2012

Barry Commoner (1917–2012)

Pionier des Ökosozialismus
von Daniel Tanuro

Am 30.September starb im Alter von 95 Jahren Barry Commoner. Von Beruf Biologe, Professor für Pflanzenphysiologie, war er vor allem an der globalen Funktionsweise von Ökosystemen interessiert.
An der Washingtoner Universität, an der Commoner lehrte, gründete er 1966 das «Zentrum für die Biologie natürlicher Systeme». Zuvor war er Ende der 50er Jahre wegen seiner Ablehnung der Atomkraft, insbesondere der oberirdischen Atomwaffenversuche, bekannt geworden.

Buch 11. Dezember 2012

Barbara Unmüßig u.a.: Kritik der grünen Ökonomie

Impulse für eine sozial und ökologisch gerechte Zukunft.
Hrsg. Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin 2012. 50 S., kostenlos
von Boris Schultz

Zwanzig Jahre nach dem Erdgipfel von Rio und kurz vor dem Rio+20-Gipfel brachten die Autoren im Rahmen der Schriftenreihe zur Ökologie der Heinrich-Böll-Stiftung diese Broschüre heraus. In fünf Kapiteln bilanzieren die Vereinbarungen und die Entwicklungen der letzten 20 Jahre, erklären die verschiedenen Begriffe von Grüner Ökonomie und geben einen Ausblick, wie es laufen könnte.

Buch 11. Dezember 2012

Krisenproteste

Beiträge aus Sozial.Geschichte Online
Hrsg. Peter Birke, Max Henninger, Berlin: Assoziation A, 2012. 312 S., 18 Euro
von Jochen Gester

Im Jahr 2009 wurde die von der Stiftung für Sozialgeschichte des 20.Jahrhunderts, Bremen, herausgegebene Zeitschrift Sozial.Geschichte. Zeitschrift für historische Analyse des 20. und 21.Jahrhunderts als Projekt «Sozial.Geschichte Online» neu konstituiert.

Buch 11. Dezember 2012

Armut im Alter

Probleme und Perspektiven der sozialen Sicherung
Hrsg. Christoph Butterwegge u.a., Frankfurt a.M.: Campus, 2012. 393 S., 19,90 Euro.
von Hans-Dieter Hey

Zum aktuellen Thema Altersarmut ist zur rechten Zeit ein weiteres Buch erschienen. Es enthält eine historische Anklage gegen falsche politische Weichenstellungen und mediale Mythen und rückt einiges wieder ins rechte Licht. Ob die «Zuschussrente» von Ursula von der Leyen, die «Solidarrente» der SPD oder die «Riesterrente» der Schröder-Regierung: Für die Autoren sind sie alles Wege, Altersarmut eher zu kaschieren als zu beheben.

Buch 11. Dezember 2012

Was war? Was bleibt? Wege in die WASG, Wege in DIE LINKE

Hrsg. Klaus Ernst u.a., Hamburg: VSA, 2012. 208 S., 12,80 Euro.<br />
von Dieter Braeg

Das Buch dokumentiert Gespräche mit verschiedenen zentralen Protagonisten dieser Vorläuferpartei der LINKEN.

Buch 11. Dezember 2012

Lucy Redler, Das Verschwinden der WASG

Lehren aus drei Jahren WASG für die Zukunft der LINKEN

Berlin: SAV, 2012. 60 S., 3 Euro. Bezug: www.sozialismus.info.

von Dieter Braeg

«Der vorliegende Text beansprucht nicht, die gesamte Geschichte der WASG wiederzugeben. Es soll darin vielmehr analysiert werden, inwiefern Geburtsfehler der Fusion von WASG und Linkspartei.PDS die Ursache für die heutige Krise der Partei sind und wie dies mit der Geschichte ihres Berliner Landesverbands zusammenhängt.»

Buch 11. Dezember 2012

Klaus Mann: «Lieber und verehrter Onkel Heinrich»

Der Briefwechsel zwischen Heinrich und Klaus Mann. (Hrsg. Inge Jens, Uwe Naumann.) Reinbek: Rowohlt, 2011. 304 S., 19,90 Euro
von Peter Fisch

Inge Jens und Uwe Naumann haben eine gediegene Edition des Briefwechsels zwischen Heinrich Mann und seinem 1906 geborenen Neffen Klaus Mann, die beide zu Repräsentanten des antifaschistischen deutschen Exils wurden, vorgelegt – und nicht nur das. Ergänzt wird der 300-Seiten-Band durch alle Tagebuch-Eintragungen von Klaus Mann, die seinen Onkel betreffen, sowie die wichtigsten Aufsätze, die beide übereinander geschrieben haben.

Film 11. Dezember 2012

Das Ding am Deich. Vom Widerstand gegen ein Atomkraftwerk

Regie: Antje Hubert. Deutschland 2012
von Gaston Kirsche

Die Wilstermarsch ist flach. Fruchtbares Land an der Unterelbe, auf halber Strecke zwischen Hamburg und der Nordsee. Durchzogen von Wettern, breiten Entwässerungsgräben. Was Wettern sind, wussten in Hamburg auf einmal viele, als 1976 bekannt wurde, dass mitten in die Marsch, direkt ans Elbufer, ein Atomkraftwerk gebaut werden sollte.

Buch 11. Dezember 2012

Reginald Hill: Rache verjährt nicht

Berlin: Suhrkamp, 2012. 684 S., 19,95 Euro
von Udo Bonn

Wenn sich in einem Roman mit dem Titel Rache verjährt nicht Elemente aus Der Graf von Monte Cristo mit Lady Chatterley vermischen, eine Prise Bourne hinzugefügt wird, die Verbrechen von Private Equity Fonds, Kinderpornografie und russischer Drogenmafia eine Rolle spielen, dann muss man schon ein guter Schriftsteller wie der kürzlich verstorbene Reginald Hill sein, um nicht eine Vorlage für das sonntägliche Schmonzettenabendprogramm des ZDF abzuliefern.

Kolumne Ingo Schmidt 3. November 2012

Peer Steinbrück im Kostüm Hilferdings

von Ingo Schmidt
Die SPD hat einen Kanzlerkandidaten. Ein Mann aus gutem Hause. Der Vater Architekt, Urgroßonkel Adalbert Delbrück Mitbegründer der Deutschen Bank, Onkel Ernst Präsident des Statistischen Reichsamts. Peer setzt die elitäre Familientradition im Staatsapparat fort.

Sozialismus 3. November 2012

Eric Hobsbawm 1917–2012

Wegbereiter des Eurokommunismus
von Harley Filben
Die bürgerliche Presse fand viele warme Worte für ihn, ihr galt er bis zu seinem Tode als ein reueloser Marxist. Seine Bindung an die Sache des Kommunismus war komplizierter, aber sicher hing er subjektiv zäh an der Bewegung, die zwei Jahrzehnte vor ihm gestorben ist. Das lag an den Umständen, die ihn zur Bewegung führten.
Buch 3. November 2012

Ein Triumph gescheiterter Ideen. Warum Europa tief in der Krise steckt.

Hrsg. Steffen Lehndorff. Hamburg: VSA-Verlag 2012
von Ingo Schmidt

In zehn Länderstudien stellt dieser Band die Verwandlung der Weltwirtschaftskrise 2008/2009 in die Eurokrise und deren politische Verarbeitung dar. Mit einem Beitrag zu Ungarn ist Osteuropa deutlich unterrepräsentiert, obwohl der IWF dort bereits Strukturanpassungsprogramme durchsetzte, bevor in Griechenland die Troika auftauchte.