Krimi: Howard Linskey: Crime Machine
München: Knaur 2012. 378 S., 9,99 Euro
von Udo Bonn
Wenn Gangster reisen… dann reisen sie mit der Eisenbahn. Zumindest in Howard Linskeys Debutroman Crime Machine. Die Truppe um Bobby Mahoney macht sich per Zug aus dem nordenglischen Newcastle nach Glasgow auf, um dem dort tonangebenden Boss Arthur Gladwell einen Besuch zu erstatten:
Jean-Jacques Rousseau (1712–1778)
Den Fortschritt bremsen!
von Paul Kleiser
Im Unterschied zu den meisten bedeutenden Denkern der Aufklärung, die von der Annahme ausgingen, die Ausweitung von Handel und Gewerbe (und damit der Aufstieg der Bourgeoisie) würde für die Menschheit zu wirtschaftlichem und politischem Fortschritt führen (eine Weltsicht, die unsere Neoliberalen bis heute verfechten), vertrat Rousseau ein weit pessimistischeres Geschichtsbild.
Kaltes Land. Gegen die Verrohung der Bundesrepublik.
Für eine humane Gesellschaft
(Hg. H.Platta/R.Bauer), Hamburg: Laika-Verlag, 2012, 253 S., 22,90 Euro
von Karin Gerlich
In der BRD wurde vor allem mit der Agenda 2010 ein gesetzgeberisches Klima geschaffen, in dem Wohlhabende steuerlich – um der Wettbewerbsfähigkeit willen – massiv entlastet und Banken mit Milliardenbürgschaften gestützt, gleichzeitig aber fast 7 Millionen Menschen in Hartz IV abgedrängt werden. Diese Entwicklung wird von der Politik nicht etwa bekämpft, sondern Jahr für Jahr gesetzlich durch materielle Verschlechterungen für die Betroffenen und durch willkürliche Sanktionen untermauert.
Neue Gedenkstätte für die «Moorsoldaten» in Esterwegen
von Rolf Euler
Wenige Minuten nur sind es mit dem Fahrrad vom Südufer des Küstenkanals zur neuen Gedenkstätte für die Moor-Konzentrationslager: Eben nördlich von Esterwegen «hinterm Berg» lag die «Hölle am Waldesrand» – eines der frühesten KZs für politische Häftlinge aus den ersten Monaten des Naziterrors.
Die Geschichtslüge vom Koreakrieg
Wie die USA die Diktatur von Syngman Rhee installierten
von B.I. Bronsteyn
Am 25.6.2012 jährte sich der Beginn des Koreakriegs zum 62. Mal. Die offizielle Version dieses Ereignisses in Medien und Geschichtsbüchern lautet, am 25.8.1950 hätten überraschend nordkoreanische Truppen die Demarkationslinie überschritten und Südkorea überrannt.
Heinz Lohmar 1900–1976
Sein politisches und künstlerisches Wirken
von Peter Fisch
«Aber ich möchte mir erlauben, Ihnen
für all das, was Sie für mich getan
haben zu danken.»
Zum Tode von Robert Kurz (1943–2012)
von Ingo Schmidt
Robert Kurz ist mit Kaltem Krieg, Wirtschaftswunder und Adenauer-Staat groß geworden. Wie vielen anderen seiner Generation waren ihm die Widersprüche zwischen demokratischem Anspruch und verdrängter Nazivergangenheit, zwischen Freiheitsideologie und technokratischer Wirtschaftsförderung Grund genug, nach Alternativen zu suchen.
Residenzpflicht
Dokumentarfilm 2012, Regie: Denise Garcia Bergt
von Tanja Schultz
Das Babylon in Berlin ist ein bewährter Premierenort für deutsche Erstaufführungen, es war sehr gut besucht und erfüllt von einer besonderen Atmosphäre: Denn es war ein besonderes Publikum anwesend, viele Aktivisten, die in dieser Produktion mitwirkten, sahen sich nach langer Zeit wieder. Man darf nicht vergessen, viele der Aktivisten unterliegen ihrerseits der Residenzpflicht…
Krimi von Pete Dexter: God’s Pocket
Frankfurt: S.Fischer, 2012, 368 S., 9,99 Euro
von Udo Bonn
Was Hell’s Kitchen für die irischstämmigen New Yorker war, ist in Philadelphia God’s Pocket.
Die Bahn und der Holocaust
Räder müssen rollen in den Tod
von Dieter Braeg
Sie fuhr die Menschen in den Tod. Die Bahn. Ab 1933 war sie wichtigster Handlanger und Transporteur der deutschen NS-Diktatur. In diesem Jahr feiern die ‹Reichsbahn›-Erben ihr 175.Jubiläum. Es ist höchste Zeit, dass sie sich der eigenen Geschichte stellen. Unter dem Titel «Verdrängte Jahre» wird nun, unter Mitwirkung von Lehrlingen der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB), im Foyer der ÖBB Infrastruktur in Wien eine Ausstellung zur Geschichte der österreichischen Eisenbahn im Nationalsozialismus gezeigt.
Vor zwanzig Jahren starb Marlene Dietrich
von Peter Fisch
Vor 20 Jahren, am 6.Mai 1992, starb Marlene Dietrich, dereinst die betörende Hollywood-Diva, die mit dem Film „Der blaue Engel“ ihre Karriere begonnen hatte und nach dem Krieg, bis zu ihrem Tod, in Paris lebte.
Ein sympathischer Radikaler
Der peruanische Revolutionär Hugo Blanco
von Gert Eisenbürger
Der Mann ist eine lebende Legende. Diese bei einem Menschen mit einem beeindruckenden Lebenswerk gern genutzte Floskel geht jedoch am Kern dessen vorbei, was Hugo Blanco, geboren 1934, auszeichnet.