Die «Kriege gegen den Terror»
Teurer als der Zweite Weltkrieg
Die Kriege, die die NATO seit Anfang der 90er Jahre geführt hat, endeten allesamt mit Zuständen größerer Instabilität und Verarmung, mit enormen wirtschaftliche Rückschlägen für die direkt betroffenen Staaten, mit großen Menschenopfern und mit enormen finanziellen Kosten – auch für die NATO-Staaten selbst.
Transatlantische Freihandelszone
Chance für einen Neustart der globalisierungskritischen Bewegung
von Ingo Schmidt
Seit Juli verhandeln die NAFTA-Mitglieder USA, Kanada und Mexiko mit der EU, deren Beitrittskandidaten und den EFTA-Staaten Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein über eine ‚Transatlantic Trade and Investment Partnership’ (TTIP). Die Überlegungen dazu reichen bis in die 1990er Jahre zurück, als neben regionalen Handelsabkommen mit der Welthandelsorganisation WTO auch ein globales Rahmenwerk für Handel und Investitionen geschaffen wurde.
EU-USA-Freihandelsabkommen TTIP
Eine transatlantische Verfassung für die Konzerne
von Pia Eberhardt
Genfood, Hormonfleisch und Chlorhühnchen auf den Tellern. Kaum noch Tests zur Überprüfung der Sicherheit von Chemikalien. Niedrigere Arbeits- und Sozialstandards. Das könnte das geplante Freihandelsabkommen TTIP (Transatlantic Trade and Investment Partnership) zwischen der EU und den USA Verbrauchern und Beschäftigten bescheren. Seit Juli laufen die Verhandlungen.
Alter Summit und griechische Linke
Eine Woche in Athen
von Michael Aggelidis
Michael Aggelidis* hat zusammen mit Franka Holland und Manuel Kellner am Alter Summit in Athen teilgenommen. Der Vorbereitungskreis für den Summit hatte schon im Vorfeld ein Manifest erarbeitet, das dort dann «verabschiedet» wurde. Die Reise bot hauptsächlich Gelegenheit, mit SYRIZA-Linken zu sprechen.
FIND–FIX–FINISH!
Die gezielte Tötung als neue Form von Krieg und Bürgerkrieg – Teil 3 und Schluss: Drohne und Ausnahmezustand
von Wolfgang Ratzel
Stell dir vor, du bist ein Systemfeind und liegst im Bett, kuschelig, warm und träumst halbwach in der Dämmerung des neuen Tages. Da kracht die Tür aus dem Rahmen, wooooaammm!! «Polizei! Polizei!» Aus dem Dunkeln erscheinen vermummte Gestalten: «Keine Bewegung!» «Hände auf die Decke!» «Wir wollen deine Hände sehen!» Kreuzweise sind Maschinenpistolen auf dich gerichtet. Du legst die Hände auf die Decke. Der erste Vermummte reißt dich aus dem Bett, verdreht dir die Arme, Handschellen klicken. Dein Kopf ist zur Erde gewandt.
Das Weltsozialforum
Ein Instrument der Vergangenheit oder auch für die Zukunft?
von Esther Vivas
Seit dem Ersten Weltsozialforum (WSF) im Januar 2001, gedacht als Kontrapunkt zum Weltwirtschaftsforum in Davos und deshalb zeitgleich mit ihm, ist viel Zeit vergangen. Das WSF ist aus der Bewegung gegen die kapitalistische Globalisierung entstanden und zeitweise zu einer Antikriegsbewegung geworden.
Das WSF in Tunis
Eine Veranstaltung mit Perspektive
von Johann Schögler
Vom 26. bis 30.März 2013 fand in Tunis das diesjährige Weltsozialforum (WSF) statt. Zum ersten Mal war es in einem arabischsprachigen Land zu Gast – eine notwendige Konsequenz aus den Umbrüchen zwischen Marokko und dem Arabisch-Persischen Golf seit Anfang 2011.
FIND–FIX–FINISH!
Die gezielte Tötung als neue Form von Krieg und Bürgerkrieg
Teil 2: Über den Drohnenkrieg gegen den inneren Feind
von Wolfgang Ratzel
Stell dir vor, du bist eine Systemfeindin oder ein Systemfeind; du erwachst nach einer lauen Sommernacht; du räkelst und streckst dich in den Morgen. Als du aber deine Augen aufschlägst, blinzelst du nicht in gleißende Sonnenstrahlen, sondern in etwas, das aussieht wie ein Spielzeug-Helikopter, feingliedrig, winzig, putzig, mit vier leise sirrenden Kleinstrotoren; lustig rot-gelb gestreift; mit zwei winzigen röhrchenhaften Öffnungen, die an einen Mund erinnern, der dir etwas mitteilen will.
Totgesagte leben länger
Das Weltsozialforum in Tunis 2013 war ein interkultureller Erfolg
von Leo Gabriel
«Ist das Weltsozialforum überhaupt relevant?», lautete die vom US-amerikanischen Politologen Immanuel Wallerstein aufgeworfene Gretchenfrage, die das Weltsozialforum seit seiner Gründung im Januar 2001 in Porto Alegre, Brasilien, begleitet. An dieser Frage rieben sich immer wieder diejenigen, die das WSF als eine Art weltweiter Avantgarde eines in sich tief gespaltenen Globalisierungsprozesses sehen wollen, mit jenen, die es als gigantischen Treffpunkt hunderter, ja tausender Initiativen ansehen, die den vorherrschenden neoliberalen, kriegstreiberisch-gewalttätigen, umweltzerstörerischen, von Rassismus und Sexismus geprägten Systemen eine realistische Alternative entgegensetzen wollen.
Weltsozialforum in Tunis
Verbindungen zu aktuellen Kämpfen vor Ort
Das Weltsozialforum begreift sich nicht nur als Forum der Debatte, es will auch aktuelle Kämpfe länderübergreifend vernetzen. In Tunis ergab sich dazu Gelegenheit in Bezug auf einen Call-Center-Streik und auf den Kampf von Flüchtlingen in einem tunesischen Lager.
60.000 TeilnehmerInnen, darunter 80 Prozent aus dem Inland, also aus Tunesien selbst. 1750 beteiligte Initiativen und Organisationen aus Tunesien, 454 französische, 350 marokkanische Organisationen, 200 ägyptische und 160 brasilianische: So lauten einige Zahlen zum diesjährigen Weltsozialforum (WSF), das Ende März in Tunis stattfand.
Gezielte Tötung – die Zukunft von Krieg und Bürgerkrieg
Find–Fix–Finish!
von Wolfgang Ratzel
«Stell dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin.» Dieser Wunschtraum der Friedensbewegungen aller Länder könnte bald globale Wirklichkeit werden, aber anders als gedacht: Es geht nämlich keiner hin, weil Drohnen, Mikro- und Nanoroboter «hingehen». Diese Zukunft des Krieges als Schattenkrieg der gezielten Tötung ist bei einigen, aber längst nicht bei allen, Aufrufen zu den Ostermärschen angekommen.
Zehn Jahre nach dem 1.Europäischen Sozialforum in Florenz
Ein neuer Anlauf mit Hindernissen
von Angela Klein
Zwei Jahre nach dem letzten Europäischen Sozialforum in Istanbul hat das Nachfolgetreffen sozialer Bewegungen, «Florenz 10+10» vom 8. bis 11.November, wichtige Erwartungen nicht erfüllt, in Teilbereichen aber Fortschritte gebracht.
Über 4000 Teilnehmende, 300 Netzwerke und Organisationen aus 28 Ländern ganz Europas – das war mehr, als die Organisatoren erhofft hatten.