Zwischen internationaler Hilfe, Islam und nationaler Opposition
Kritische Anmerkungen zur syrischen Opposition
von Ghayath Naïssé
Wie oft in Revolutionen gibt es eine Kluft zwischen den aufständischen Massen und den Organisationen, die vorgeben, in ihrem Namen zu sprechen. So auch in Syrien, wo gleich zwei große Bündnisse behaupten, die Revolution zu repräsentieren: Dabei lehnt sich das eine an die westlichen imperialistischen Länder und ihre Verbündeten in der Golfregion an, das andere zeichnet sich durch versöhnlerische Positionen gegenüber dem Regime aus. Die syrische Bevölkerung aber will ihre demokratischen Ziele ebenso durchsetzen wie die nationale Unabhängigkeit verteidigen. Nachstehend werden die wichtigsten Strömungen beschrieben.
Charakter und Rolle des bewaffneten Widerstands in Syrien
von Khalil Hasbah
Die soziale Basis der bewaffneten Oppositionsgruppen speist sich aus denselben Milieus wie die revolutionäre Bewegung: marginalisierte Arbeiter, Mitglieder subalterner Klassen und die Mittelschicht, die unter der beschleunigten neoliberalen Politik seit dem Amtsantritt Basher al-Assads zu leiden hatte. Diese Gruppen haben eine Verankerung unter den Aufständischen, sind jedoch zu heterogen, als dass sie eine geschlossene Kraft im Dienst einer ausländischen Macht bilden könnten.
Die USA haben ein Interesse, Syrien zu zerstören
Michel Kilo über die zivile Opposition und die Perspektiven nach Assad
Michel Kilo ist einer der führenden linken Oppositionellen in Syrien. Er wurde 1940 in einer christlichen Familie in der syrischen Hafenstadt Latakia geboren, studierte Journalismus in Ägypten und Deutschland und schrieb für die libanesische Tageszeitung An-Nahar sowie für die in London erscheinende Al-Quds al-Arabi.
Wahlen in Ägypten
Zwischen Instabilität und sanftem Putsch
von Pedram Shahyar
Der Vertreter der islamistischen Muslimbrüderschaft Mohamed Mursi konnte die Präsidentschaftswahlen in Ägypten knapp gewinnen. Der Verlauf der Wahlen führte Ägypten allerdings wieder in chaotische Zustände und schockierte viele.
Syrien: Ein Waterloo für den arabischen Frühling?
von Leo Gabriel
Seit dem Ausbruch der Unruhen in Daraa vor etwa einem Jahr ist nicht nur Syrien, sondern auch das gesamte geopolitische Umfeld im Nahen Osten nicht mehr zur Ruhe gekommen.
Noch einmal: Linke und Syrien
Zu: «Der Verlust des proletarischen Internationalismus. Syrien und deutsche Linke», SoZ 3/2012
von Harald Etzbach
Mein in der SoZ 3/2012 erschienener Artikel zum «Verlust des proletarischen Internationalismus» hat einiges an Reaktionen hervorgerufen, positiv-zustimmende, aber auch – wie nicht anders zu erwarten – ablehnende Kritik.
Der globale Marsch auf Jerusalem
Neue Stolpersteine und neue Bündnisse
von Leo Gabriel
«Am 30.März 2012 werden wir, von allen Kontinenten kommend, uns an der palästinensischen Grenze mit Jordanien, Ägypten, Syrien und dem Libanon einfinden und zu einem friedlichen Marsch nach Jerusalem vereinigen», so lautete der internationale Aufruf zum „Global March on Jerusalem“ (GMJ), dessen erklärtes Ziel es war, «den arabischen Frühling nach Jerusalem zu bringen».
Gilad Atzmon ist keiner von uns
Palästinenser distanzieren sich von antijüdischer Palästina-«Solidarität»
von Sophia Deeg
Einem in weiten Kreisen der palästinensischen und internationalen Bewegung für die Rechte der Palästinenser wegen seiner dubiosen Verschwörungstheorien unerwünschten «Mitstreiter», Gilad Atzmon, bietet die «Palästina-Solidaritätsbewegung» – anscheinend immer noch eher eine «Israel-Empörungsbewegung» – hierzulande eine Bühne. Sein unerwünschtes Grußwort auf der Stuttgarter Palästina-Konferenz 2010 wirkt bis heute nach.
Vor 50 Jahren: Algerien wird unabhängig
von Sylvain Pattieu
Am 18.März 1962 unterzeichnete Frankreich das Abkommen von Evian, mit dem es die Unabhängigkeit Algeriens anerkannte, das seit 1830 französische Kolonie war. Die algerische Regierung proklamierte am 5.Juli offiziell die Unabhängigkeit des nordafrikanischen Landes. Damit endete ein antikolonialer Befreiungskampf, der 1954 begonnen hatte und, wie später der Vietnamkrieg, ein wichtiger Kristallisationspunkt für die Herausbildung einer radikalen Linken in Europa war.
Sanktionen gegen Syrien und Iran
von Angela Klein
Das Sanktionsregime, das Anfang des Jahres verhängt wurde, stellt die erste Phase eines regulären Kriegs gegen Iran dar. Man hofft, so heißt es zynisch, die iranische Wirtschaft werde kollabieren.
Iran: Westen auf Kriegskurs
von Angela Klein
«Er kommt, er kommt nicht, er kommt, er kommt nicht» – das Rätselraten um die Wahrscheinlichkeit eines militärischen Angriffs gegen den Iran nimmt zuweilen die Züge eines Gänseblümchenspiels an.
Was zählt, ist der demokratische Aufbruch
Der Politikwissenschaftler Fawwaz Traboulsi über die Perspektiven einer gefährdeten Revolution
im Gespräch mit Martin Glasenapp
Ende Februar trifft Martin Glasenapp von Medico international FAWWAZ TRABOULSI im altehrwürdigen Hotel Bristol nahe der Hamra, der alten Einkaufsstraße im westlichen Beirut, es gibt Tee und Gebäck. In der Ecke läuft ein libanesischer Fernsehkanal. Die Bilder aus Syrien bilden eine schier endlose Schleife: Flüchtlinge, Panzer, bewaffnete Gruppen und Rauchwolken über der Stadt Homs. Bei dieser Gelegenheit wurde das nachstehende Gespräch aufgezeichnet.