Wer kann schon von sich sagen, ein Gedankengang gehöre ihm?

Bert Brecht hielt nicht viel vom Recht auf geistiges Eigentum. Wir auch nicht. Wir stellen die SoZ kostenlos ins Netz, damit möglichst viele Menschen das darin enthaltene Wissen nutzen und weiterverbreiten. Das heißt jedoch nicht, dass dies nicht Arbeit sei, die honoriert werden muss, weil Menschen davon leben.

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Wenn in Europa deutsch gesprochen wird…

von Manfred Dietenberger

Man muss eigentlich weder die vorwiegend in Südwürttemberg/Südbaden gelesene Tagesgazette Südkurier noch Wolfgang Köhler, deren Kolumnisten, kennen. Aber Köhlers Kommentar am Tag 2 nach den Wahlen in Griechenland ist von so brutaler Offenheit, dass sich niemand Illusionen zu machen braucht, die Griechen würden vom imperialistischen Deutschland noch einmal schonender behandelt werden.

Amerika 2. Juli 2012

Studierendenproteste in Québec

Vom Linksnationalismus zur sozialen Mobilisierung
von Ingo Schmidt

Anfang des Jahres erklärte die Regierung der kanadischen Provinz Québec, sie werde die Studiengebühren in den nächsten fünf Jahren um 82% anheben. Angespannte Kassenlage und steigende Kosten im Ausbildungssektor ließen leider keine andere Wahl.

Europa 1. Juli 2012

Last Exit: Monetäre Staatsfinanzierung

Die spanische Lektion
von Birger Scholz

«Die Kapitalmärkte sind für spanische Banken geschlossen», heißt es in einer aktuellen Studie der Ratingagentur Moody’s. Schon jetzt refinanzieren sich die meisten spanischen Banken bei der Europäischen Zentralbank (EZB), indem sie forderungsbesicherte Anleihen hinterlegen. Doch auch dieser Weg gestaltet sich immer schwieriger, weil den Banken langsam, aber unerbittlich, die Hypotheken ausgehen, mit denen sie die Anleihen besichern. Der Grund: Die Erholung des Immobilienmarkts bleibt aus.

Vom Totholz zur Mülltonne. Wem gehört der Abfall?

Aktualität einiger Betrachtungen des frühen Marx
von Manfred Dietenberger

Während in anderen Ländern abgetretenes Eigentum als herrenlos gilt, macht man sich in Deutschland des Diebstahls schuldig, wenn man noch verwertbaren Abfall nutzt. Über diese Rechtsauffassung debattierte vor 170 Jahren bereits der Rheinische Landtag anlässlich der Vorlage des Holzdiebstahlsgesetzes. Karl Marx entwickelte daran eine erste Kritik des bürgerlichen Eigentums. Und Daniel Bensaïd schrieb ein Büchlein darüber, das im April vom Laika-Verlag herausgebracht wurde.

«Kollege» Norbert Blüm

von Manfred Dietenberger

Vor kurzem hatte der kleine «Nobi» wieder mal einen großen Tag: Während der jetzt schon wieder abgeblasenen Warnstreikphase der IG Metall stand Ex-Bundesarbeitsminister Norbert Blüm schon am frühen Morgen vor den Werkstoren des Coburger Maschinenbauers Waldrich, um sich mit «seinen Kollegen von der IGM» zu solidarisieren und wortstark ihre Forderungen zu unterstützen.

Wachstumspakt oder europäischer Sozialismus?

von Ingo Schmidt

Wer Gabriel und Nahles dieser Tage über das Scheitern Angela Merkels reden hört, mag den Eindruck haben, sie wollten sich als Doppelspitze für den vakanten Parteivorsitz bei der LINKEN bewerben.

Handel/Banken 1. Mai 2012

Keynes kommt nicht wieder

Serie zur Schuldenkrise IV
von Ingo Schmidt

Finanzmärkte erscheinen als unheimliche Macht. Im Aufschwung verzaubert die Leichtigkeit, mit der sie bestehende Vermögen vermehren. In diesen Zeiten dürfen sogar die Habenichtse hoffen, das schnelle Geld werde ihnen den sozialen Aufstieg erlauben, der ihnen trotz – oder wegen? – harter Arbeit bislang verwehrt blieb. In der Krise verängstigt dagegen die Kraft, mit denen die Finanzwelt Hoffnungen und reale Lebenschancen in den Strudel sinkender Börsenkurse, steigender Schulden und Firmenpleiten zieht.

Gibt es einen Ausweg aus dem Schuldenlabyrinth?

Serie zur Schuldenkrise III

von Ingo Schmidt

Schuldenabbau ist das Gebot der Stunde. Darüber besteht unter monetaristischen Ökonomen Einigkeit, auch wenn ihre keynesianischen Kollegen darauf hinweisen, dass Ausgabenkürzungen in Zeiten wirtschaftlicher Flaute zu einer Abwärtsspirale aus sinkender Nachfrage, Steuerausfällen und schlussendlich steigenden Schulden führen.

Kolumne Ingo Schmidt 13. März 2012

Der Kredit und die Schaffung von Kaufkraft

Serie zur Schuldenkrise II. Die Wirtschaftsentwicklung aus der Sicht der Kreditpolitik.
von Ingo Schmidt

«Schaffung von Kaufkraft aus dem Nichts» ist aus kapitalistischer Sicht das Beste am Kredit. Kredite treiben die kapitalistische Entwicklung mächtig voran. Als Handelskredit senken sie die Zirkulationskosten, weil Unternehmen sich gegenseitig Zahlungsversprechen geben und diese gegeneinander aufrechnen. Das ist schneller und billiger als auf Barzahlung zu bestehen.

Was tun, wenn in Griechenland die Linke regiert?

von Birger Scholz

Stellen wir uns vor, die griechische Linke links der PASOK gewinnt die nächsten Wahlen. Sowas soll es in Krisensituation ja geben, wenn die Unteren nicht mehr wollen und die Oberen nicht mehr können. Was sollte die neue Linksregierung tun? Die deutsche Linke und die deutschen Gewerkschaften bitten, endlich Schluss zu machen mit Lohndumping und Leistungsbilanzüberschüssen? Und mal so nebenbei gegenüber der Troika den nötigen Druck erzeugen, damit die Kahlschlagprogramme zurück genommen werden? Nicht realistisch? Stimmt!

Kolumne Ingo Schmidt 5. Februar 2012

Wer hat Schulden und was ist das Problem dabei?

Serie zur Schuldenkrise I

von Ingo Schmidt

Wenn in den Medien von Schuldenkrise die Rede ist, geht es fast immer um Staatsschulden. Tatsache ist aber, dass die Schulden privater Haushalte und Unternehmen in den meisten Ländern mindestens ebenso hoch oder sogar höher sind als die öffentlichen Schulden.

Europa 5. Februar 2012

Wirtschaftliche Ungleichgewichte sprengen den Euro

von Birger Scholz

Keine Frage. Es steht schlecht um den Euro. Das hat mittlerweile selbst die Europäische Zentralbank (EZB) eingesehen und sagte die Feier zum zehnjährigen Jubiläum seiner Einführung still und leise ab.