«Widerstand gegen die Invasoren»
Die Debatte in Frankreich
von Bernard Schmid
Auch in Frankreich wird, wie anderswo in der EU, heftig über Migranten und Geflüchtete diskutiert. Bislang sind die Flüchtlingszahlen im Land, etwa im Vergleich zur BRD, eher gering. Im laufenden Jahr, das bereits als Rekordjahr gilt, wird mit 65.000 Asylanträgen in ganz Frankreich gerechnet – während die deutsche Bundesregierung seit August die Zahl von 800.000 im Jahr verbreitet.
Flucht in Syrien und aus Syrien
Ausmaß und Ursachen
von Manuel Kellner
Der Islamische Staat (IS) ist nicht der Hauptverantwortliche für die Massenflucht aus Syrien. Die Verantwortung teilt er sich brüderlich mit dem Westen und der Assad-Diktatur.
Laut Bericht von Amnesty International vom 4.September dieses Jahres sind über die Hälfte der Bevölkerung Syriens (20 Millionen) auf der Flucht, die meisten im eigenen Land.
Wahlen in Oberösterreich
Die Flüchtlingsfrage erklärt nicht alles
von Hermann Dworczak*
Die Wahlen in Oberösterreich bescherten der ÖVP und der SPÖ katastrophale Verluste. Die Konservativen rutschten in einem ihrer Stammländer unter 40 die Sozialdemokratie gar unter 20 Prozent. Letztere hatte vor nicht allzu langer Zeit die Chance, die Schwarzen zu überflügeln- jetzt verlor sie Hochburgen wie die zweitgrößte Stadt des Bundeslandes Wels oder Lenzing (mit seiner riesigen Papierfabrik) an die blau-braune FPÖ, die 30 Prozent der Stimmen einfuhr und gerade unter ArbeiterInnen und Jugendlichen reüssierte. Die Grünen legten gerademal um ein Prozent zu.
Guter Flüchtling, schlechter Flüchtling?
Diese Einteilung gefährdet die Willkommenskultur
SoZ im Gespräch mit Claus Prölß (Kölner Flüchtlingsrat)
Während in der Bevölkerung die Bereitschaft wächst, staatliche Defizite auszugleichen und ankommende Flüchtlinge mit dem Notwendigsten zu versorgen, nutzen Nazis die Verunsicherung für rassistische Mobilisierungen. Die staatlichen Behörden reagieren aufgescheucht und kopflos. Alles, was sie an längerfristigen Konzepten hervorbringen, läuft darauf hinaus, Flüchtlinge in gute und böse, sprich: in auf dem Arbeitsmarkt verwertbare und nicht verwertbare einzuteilen.
Nadelöhr Calais
Zwei Minister, eine Übereinkunft und keine Lösung des Flüchtlingsproblems
von Angela Huemer
Seit 1999 gibt es immer wieder britisch-französische Konflikte über den Umgang mit Flüchtlingen, die über dieses Nadelöhr vom Schengen-Raum nach Großbritannien wollen. Anbei ein kleiner Überblick.
Wieviele kommen?
Einige Zahlen zu Flucht
von Angela Huemer
Das UN-Flüchtlingshochkommissariat gibt jedes Jahr einen Überblick zur Situation von Flüchtlingen auf der ganzen Welt. Die nachstehende Zusammenstellung beruht auf dem Bericht über das Jahr 2014.
59,5 Millionen Menschen können nicht dort leben, wo sie eigentlich herkommen. Davon ist die überwiegende Zahl im eigenen Land auf der Flucht, «internally displaced» heißt das im Fluchtfachchargon, nämlich 38,2 Millionen Menschen.
«Wir sind hier, weil ihr bei uns seid»
Einige Gründe, warum Afrikaner fliehen
von Klaus Meier
Warum sind so viele bereit, ihre Heimat zu verlassen und sich großen Gefahren, sogar dem Tod auszusetzen? Beim Hinterfragen der Fluchtursachen stößt man rasch auf den europäischen Imperialismus, der auch noch zu Beginn des 21.Jahrhunderts spürbar ist.
Einer von denen, die wir ertrinken lassen
Wie das Auswärtige Amt syrische Flüchtlinge behandelt
von Sophia Deeg
Wir lernten Muhammed etwa ein Jahr, nachdem er in seiner Heimatstadt Homs durch einen Kopfschuss schwer verletzt worden war, in Reyhanli kennen, wo er wie zahlreiche syrische Flüchtlinge gelandet war.
Tod auf hoher See
Routine und Worthülsen
von Angela Huemer
Vor einigen Jahren, ich glaube es war 2008/2009, versuchte ich eine Zeit lang monatlich in der SoZ zu vermelden, wie viele Flüchtlinge an einer der Grenzen Europas gestorben waren. Die Quelle dafür war Gabriele del Grandes Blog «FortressEurope».
Privatbetrieb von Flüchtlingsheimen
Geschäftemacherei auf dem Rücken von Asylsuchenden
von Angela Huemer
Die Misshandlung von Flüchtlingen in Asylheimen durch Angehörige privater Wachdienste hat unlängst Schlagzeilen gemacht. Die Täter sind Individuen, doch es sind auch Strukturen, die solche Vorfälle begünstigen. Vor rund einem Jahr beschäftigte sich die SoZ mit dem sog. Leverkusener Modell, also mit der dezentralen Unterbringung von Flüchtlingen und deren Vorteile.
Berlin: Flüchtlinge aus DGB-Haus geräumt
Heftiger Protest von Gewerkschaftsmitgliedern
Ende September besetzte eine Gruppe von Flüchtlingen das DGB-Haus am Berliner Wittenbergplatz. Mit der Aktion sollte der DGB zu einer stärkeren Unterstützung der Flüchtlinge bewogen werden. Die Aktion mündete nach einer Woche in der gewaltsamen Räumung durch 200 Polizisten. Der DGB verteidigte die Beendigung der Besetzung mit der folgenden Presseerklärung:
Misshandlung von Flüchtlingen in NRW
Von wegen «Willkommensgesellschaft»
von Manuel Kellner
Zwischen Januar 2013 und September 2014 wurden insgesamt 48 Wachleute in NRW wegen grober Misshandlung von Flüchtlingen in mehreren Flüchtlingsheimen (Bad Berleburg, Burbach, Essen, Dortmund, Hemer, Neuss und Unna-Massen) angeklagt. Doch es kommen immer neue Details ans Licht. In einem Fall steht ein Security-Mann sogar im Verdacht, eine Asylbewerberin als Prostituierte angeworben zu haben.