Mit dem Rücken zur Wand
Mit der Zwangsverwaltung von Dutzenden kurdischer Städte kehrt die offene türkische Kolonialherrschaft nach Kurdistan zurück
von Nick Brauns
Wer gehofft hat, der gescheiterte Putsch in der Türkei und die nachfolgenden Säuberungen des Staatsapparats von Anhängern des Predigers Fethullah Gülen werde den wieder vom Krieg überzogenen Kurden im Südosten des Landes wenigstens eine Atempause ermöglichen, sieht sich getäuscht. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan nutzt die ihm durch den Ausnahmezustand verliehenen Sondervollmachten bereits nach wenigen Wochen zu einem verschärften Vorgehen gegen die zivile Organisierung der Kurden.
Jenseits von EU und Eurozone
Die schwierige Suche nach einem anderen Europa
von Ingo Schmidt
Die Linke entzweit sich mal wieder an der nationalen Frage. Soll man den Austritt aus der Eurozone oder der EU als Schritt zur Wiedergewinnung nationaler Souveränität gegenüber dem supranationalen Neoliberalismus der EU-Institutionen begrüßen, oder deren Fortbestand als kleineres Übel gegenüber einer andernfalls drohenden Eskalation konkurrierender Nationalismen und zwischenstaatlicher Konflikte unterstützen?
Polen: Was bleibt nach Franziskus?
Eindrücke nach dem Papst Besuch
von Stanislaw Obirek*
Eine große Welle von Kommentaren ergoss sich über Polen vor, während und nach dem Besuch von Papst Franziskus Ende Juli. Sie sagen viel über die Kommentatoren, weniger aber über Franziskus aus. Was er gesagt und wie er sich verhalten hat, wurde so allgemein beschrieben, dass jeder daraus lesen konnte, was er wollte.
Der lange Arm Erdogans
Über die türkisch-kurdischen Gemeinden in Deutschland nach dem Putsch
Gespräch mit Mehmet Simsek
Trotz des stillen Staatsstreichs von Erdogan und seines Marsches in den Führerstaat unterstützt die deutsche Innenpolitik weiterhin Erdogans Krieg gegen die Kurden.
Europa: Angst vor der Ungleichheit
Ausgleich der Institutionen scheitert
von Ingo Schmidt
Angst herrscht in Europa. In den Gläubigerstaaten der Eurozone die Angst, Brüssel würde vom Munde abgesparte Steuergelder zur Subventionierung eines ausschweifenden Lebensstils in Südeuropa verschwenden. In den Schuldnerstaaten die Angst, von Brüssel und Berlin erst an den Bettelstab gebracht zu werden und dann vielleicht doch noch aus dem Euro zu fliegen.
Griechenland: Ansprüche an die BRD
Parlamentsbericht verlangt Reparationen
von Paul Michel
Ein Ausschuss des griechischen Parlaments hat Ende Juli den lang erwarteten Bericht über die griechischen Reparationsforderungen gegenüber Deutschland fertiggestellt. Anfang September soll es darüber im griechischen Parlament zu einer Abstimmung kommen.
Erdogan will die Kurden aus ihren Gebieten vertreiben
Über den «zivilen Putsch» und die Entstehung einer neuen Allianz der Linken
Gespräch mit Nes’e Kartal
Gegenüber der Umwälzung des Staatsapparats, die Erdogan eingeleitet hat, nimmt sich der gescheiterte Putsch einiger Militärs geradezu stümperhaft aus. Tempo und Umfang, in denen der Staatsapparat von den mutmaßlichen Gegnern Erdogans gesäubert wird, sind atemberaubend.
Erdogan und das «Geschenk Allahs»
Der Staatsstreich hinter dem Putsch
von Emre Öngün
Der Putschversuch in der Türkei in der Nacht vom 15. auf den 16.Juli 2016 wirft zahlreiche Fragen auf: über die dahinter stehenden Kräfte, aber auch über die politische Neuordnung, die nach seiner Niederschlagung in Gang gekommen ist.
Maulwurfsarbeit
Die Gülen-Bewegung am Werk
von ak
In den westlichen Medien wird die Gülen-Bewegung gern als aufgeklärte Variante des Islam dargestellt. Dem ist nicht so, das bestätigen zahlreiche Analysen unabhängiger Journalisten, die nicht verdächtig sind, Erdogan-Anhänger zu sein.
Gülen ist kein Unschuldsknabe
Machtübernahmepläne und Bewegung
von Ezgi Basaran*
Nach dem 9. September 2011 wurde Gülen im Westen als Alternative zum aufsteigenden radikalen Islamismus gehandelt, als Verfechter des Friedens und interkulturellen Dialogs. Kenner der Gülen-Bewegung weisen diese Zuschreibung zurück. Die Journalistin Ezgi Basaran schreibt dazu auf hürriyetdailynews.com:
Rechtsruck in Großbritannien
Die UKIP-isierung der Tories
von Alan Thornett*
Die Träume derer, die im Brexit eine Verschiebung des Kräfteverhältnisses nach links gesehen haben, sind schnell zerplatzt. Die neue britische Regierung ist die rechteste seit Thatchers Zeiten.
Offener Brief an die britische Linke von einem griechischen Linken
Warum die Stimme für den Brexit keine rassistische war
von Verso*
Der griechische Dozent für Politische Theorie am Londoner King’s College, Stathis Kouvelakis, ist unseren Leserinnen und Lesern als Mitglied des Zentralkomitees von SYRIZA und engagierter Befürworter eines Austritts aus dem Euro während der sogenannten Griechenland-Krise 2010–2015 bekannt.