Wer kann schon von sich sagen, ein Gedankengang gehöre ihm?

Bert Brecht hielt nicht viel vom Recht auf geistiges Eigentum. Wir auch nicht. Wir stellen die SoZ kostenlos ins Netz, damit möglichst viele Menschen das darin enthaltene Wissen nutzen und weiterverbreiten. Das heißt jedoch nicht, dass dies nicht Arbeit sei, die honoriert werden muss, weil Menschen davon leben.

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1. Juli 2021

Lesetipp: Gemeinschaft leben

Gisela Notz: Genossenschaften. Geschichte, Aktualität und Renaissance. Stuttgart: Schmetterling, 2021. 266 S., 16,80 Euro
von Angela Klein

Weibliche Lohnabhängige fordern verstärkt Beteiligungsrechte und Gestaltungsmöglichkeiten, nicht nur über die Erwerbsarbeit, deren Bedingungen und Organisation, sondern auch über den Ertrag ihrer Arbeit und deren Sinnhaftigkeit und sie fordern Beteiligungsmöglichkeiten daran, wie sie zusammenleben und -wohnen, ihren Stadtteil, ihre Region und die Umwelt, also auch die kommunale und die «große» Politik gestalten.

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1. Juli 2021

Das Opfer eines Komplotts

Der Wikileaks-Gründer Julian Assange soll vernichtet werden – zu diesem ­Ergebnis kommt der UNO-Sonderberichterstatter Nils Melzer
von Albrecht Kieser

Nils Melzer: Der Fall Julian Assange. Geschichte einer Verfolgung. München: Piper, 2021. 336 S., 22 Euro

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1. Juli 2021

Ohne Sand keine Häuser, keine Straßen

Der Bauboom in den Städten stößt bald an Grenzen – wenn nämlich der Sand für den Beton ausgeht
von Gerhard Klas

Vince Beiser: Sand. Wie uns eine wertvolle Ressour­ce durch die Finger rinnt. München: Oekom, 2021. 320 S., 26 Euro

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1. Juli 2021

Paul B. Kleiser: Merkels Abgang. Von der Banken- zur Coronakrise

Köln, Karlsruhe: Neuer ISP Verlag, 2021. 188 S., 19,80 Euro
von ak

Die kommenden Bundestagswahlen werden eine Zäsur darstellen – allein schon deshalb weil mit Merkels Abschied die Ära der Großen Koalitionen zu Ende gehen wird. Und weil die Grünen mehr denn je in die Regierungsveranwortung drängen, und zwar ausdrücklich in der Rolle als Modernisierer des Kapitals – ein Schritt, der in der Union durchaus umstritten ist.

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Nur Online 23. Juni 2021

Die eine Welt der Schiffbauarbeiter*innen

Rezension zur Situation in Bremen und Gdansk
von Renate Hürtgen

Sarah Graber Majchrzak, Arbeit-Produktion-Protest. Die Leninwerft in Gdansk und die AG „Weser“ in Bremen im Vergleich (1968-1983), Köln 2921, 563 S., ISBN 978-3-412-51917-9

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1. Juni 2021

Wer waren die Nationalsozialisten?

Ulrich Herbert beschreibt Aufstieg und den kurzfristigen Sieg der Nazis und wie sie sich nach dem Krieg «in Luft auflösten»
von Paul B. Kleiser

Ulrich Herbert: Wer waren die Nationalsozialisten? München: C.H.Beck, 2021. 303 S., 22 Euro

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1. Juni 2021

Der Mensch – eine zerstörerische Kraft

Macht euch die Erde untertan? Das hat schlimme Folgen. Erle C. Ellis sucht im ­Gestein nach Markern für die neue Erdepoche – das Anthropozän
von Gerhard Klas

Erle C. Ellis: Anthropozän. Das Zeitalter des ­Menschen – eine ­Einführung. München: Oekom, 2020. 256 S., 18 Euro

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1. Juni 2021

Buchtipps

Klasse und ­Klassenbewusstsein
von Angela Klein

Werner Seppmann: Gibt es überhaupt noch eine Arbeiterklasse? Sozialstrukturanalyse und politische Handlungs­perspektive. Bergkamen: pad-Verlag, 2021. 77 S., 6 Euro

In dieser Broschüre hat sich Werner Seppmann noch einmal mit der Frage auseinandergesetzt: Wie lässt sich die Arbeiterklasse objektiv bestimmen? Wie tritt sie uns heute konkret entgegen?
Wer eine marxistische fundierte Klassentheorie sucht, kommt um diese Broschüre nicht herum. Seppmann argumentiert ebenso bündig wie kenntnisreich gegen den milieutheoretischen Ansatz, den er vor allem im Umkreis der Rosa-Luxemburg-Stiftung verortet. Dabei bezieht er sich positiv auf das Buch von Bernd Riexinger, Neue Klassenpolitik. «Weil die Milieutheorie nur beschreibend und nicht analytisch verfährt, verfehlt sie die entscheidenden Fragen … Besonders jene nach den Machtverhältnissen. Da … ihre Desorientierungen [aber] gebetsmühlenartig wiederholt werden, stellt sich die Frage, in welcher Weise das Klassenverständnis dadurch präjudiziert wird.»

Fichtel
von Birgit Morgenrath

Dirk Koch: Der Schützling. Stasi-Agent Adolf Kanter, ­Helmut Kohl, die Korruption und die größte Spionage-Affäre der Bundesrepublik. Bonn: Dietz, 2021. 248 S., 24 Euro

«Fichtel» nannte sich der erfolgreichste DDR-Spion in Westdeutschland – Adolf Josef Kanter saß im konservativen Herzen der deutschen Wirtschaft: Er war die rechte Hand von Flick-Manager Eberhard von Brauchitsch, schmierte fast die gesamte Bonner Politikelite mit illegalen Spendengeldern und förderte die politische Karriere Helmut Kohls. Keiner lieferte HVA-Chef Markus Wolf in Ostberlin so viele sensible Informationen. 40 Jahre lang konnte Kanter ungehindert berichten, kaltblütig, unauffällig, effizient.
Enttarnt wurde der Ausnahme-Agent 1984, verhaftet aber erst zehn Jahre später. Er war der «Schützling» der bundesdeutschen politischen Spitzen, allen voran Helmut Kohls, der ihn vor dem Zugriff der Justiz bewahrte.
Dirk Koch, ehemaliger Hauptstadtkorrespondent des Spiegel, der den Flick-Skandal aufdeckte, legt eine atemberaubende Enthüllungsgeschichte vor.

1. Mai 2021

Bekenntnisse einer Links-Konservativen

Das neue Buch von Sahra Wagenknecht ist eine Streitschrift
gegen die gesamte Linke

von Thies Gleiss

Sahra Wagenknecht: Die Selbstgerechten. Mein Gegenprogramm für Gemeinsinn und ­Zusammenhalt. Frankfurt, New York: Campus, 2021. 345 S., 24,95 Euro

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1. Mai 2021

Wider den strukturalen Marxismus

Louis Althussers Anweisung, wie Marx zu lesen sei, führt von Marx weg, denn das Element der Praxis verschwindet
von John Will*

Werner Seppmann: Das Elend der ­Philosophie. Über Louis Althusser. Kassel: Mangroven Verlag, 2020. 380 S., 27 Euro

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1. Mai 2021

Einwanderungsgesellschaft wider Willen

Die Abneigung gegen Zugewanderte hat in Deutschland Wurzeln, die bis ins Kaiserreich zurückreichen – trotzdem nimmt deren Anteil ständig zu
von Paul B. Kleiser

Maria Alexopoulou: Deutschland und die Migration. Geschichte einer Einwanderungs­gesellschaft wider Willen. Ditzingen: Reclam, 2020. 280 S., 24 Euro

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1. Mai 2021

BUCH: Max Brym: Roter Widerstand in der bayerischen Provinz

Jüchen: Romeon, 2021. 108 S., 11,95 Euro
von Nick Brauns

Bei ihrer ersten größeren Saalveranstaltung in der bayerischen Kleinstadt Burghausen im Gasthof Glöckelhofer holten sich die Nazis am 7.Juli 1932 eine blutige Nase.

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