Reichstagsbrand
Eine immer noch aktuelle Kontroverse
von Helga W. Schwarz
Alexander Bahar, Wilfried Kugel: Der Reichstagsbrand. Geschichte einer Provokation. Köln: PapyRossa, 2013. 360 S., 17,90 Euro
Barbara Kalender, Jörg Schröder: Kriemhilds Lache.
Neue Erzählungen aus dem Leben. Berlin: Verbrecher Verlag, 2013. 272 S., 26 Euro
von Dieter Braeg
In der Wexstraße in Berlin wird viel erzählt und auch an allen anderen ehemaligen Wohnorten von Barbara Kalender und Jörg Schröder war das so. Zu Kalender & Schröder gehört der März-Verlag, der viele von uns in den Nachkriegsjahren, als wir noch jung waren und angepasst werden sollten, mit seinen Büchern von einem ordentlichen Lebensweg abhielt.
Terra nera
Italien 2012, Regie: Simone Ciani, Danilo Licciardello (Englisch, Französisch mit deutschen Untertiteln)
von Angela Huemer
Ein Film über Ölsandabbau durch Großkonzerne in Kanada und im Kongo.
Dominique Manotti: Zügellos
Hamburg: Argument, 2013. 286 S., 18 Euro, und:
Charlotte Otter: Balthasars Vermächtnis. Hamburg: Argument, 2013. 316 S., 13 Euro
von Udo Bonn
Zwei lesenswerte Kriminalromane, von denen einer in Frankreich, der andere in Südafrika spielt.
«Das Lagerthema ist die Kernfrage unserer Epoche»
Eine Ausstellung über den russischen Autor und Lagerchronisten Warlam Tichonowitsch Schalamow
von Jochen Gester
Noch bis zum 8.Dezember zeigt das Literaturhaus Berlin eine Ausstellung über den russischen Schriftsteller Warlam Schalamow, einen literarischen Chronisten des stalinistischen Lagersystems. Die Ausstellung schafft einen emotional bewegenden Zugang zur Biografie Schalamows, der dreimal verhaftet wurde und insgesamt 17 Jahre Lagerhaft durchstand. Parallel dazu werden zahlreiche Veranstaltungen mit Filmen und Lesungen zu Schalamow und Schriftstellerkollegen wie Alexander Solshenizyn, Jewgenija Ginzburg, Ossip Mandelstam, Boris Pasternak, Iwan Tschistjakow, Andrej Sacharow, Lew Kopelew und Heinrich Böll angeboten.
Võ Nguyên Giáp 1911–2013
von Pierre Rousset
Am 4.Oktober starb in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi im Alter von 102 Jahren General Võ Nguyên Giáp. Seit den 30er Jahren antikolonialer und kommunistischer Aktivist, wurde er als militärisch-politischer Führer berühmt durch seine Rolle in der Schlacht von Diên Biên Phu, die das Ende des französischen Kolonialreichs einläutete. Neben Hô Chí Minh war Giáp der einzige international renommierte Führer der KP Vietnams.
Für Irlands Freiheit
100 Jahre «Irish Volunteers»
von Florian Osuch
Vor 100 Jahren entstanden die «Irish Volunteers». Aus der 1913 gegründeten Organisation ging später die historische IRA hervor.
Seit Generationen treten in Irland Menschen für Demokratie und Selbstbestimmung ein. Die Geschichte des Freiheitskampfs ist jedoch tragisch. Bislang blieb nahezu jede Erhebung erfolglos. Noch immer hat Irland keine vollständige Souveränität. Großbritannien kontrolliert mit dem nordirischen Staatsgebilde bis heute einen beachtlichen Teil der Insel.
Was tun mit Kommunismus?
Auf der Suche nach der besseren Zukunft
von Ale Schmitz
Hat jemand die Zukunft gesehen? Zwei Berliner Gruppen wollen mit Sammelbänden die «Utopie», bzw. das «Ei des Kommunismus» entdecken. Träumen, wachen, kämpfen. Keine Angst mehr haben. Nicht nur dabei sein, sondern auch dagegen. Guevara, Adorno, Bloch – deren Slogans gibt es immer noch, auch wenn viele 68er schon in Rente sind.
Zur Kritik gängiger linker Krisentheorien
Guenther Sandleben, Jakob Schäfer: Apologie von links. Köln: Neuer ISP Verlag, 2013. 145 S., 14,80 Euro
von Thomas Märk
Die Krise ist keineswegs vorbei. Die Wirtschaft befindet sich inmitten eines langwierigen Krisenprozesses, der sich nach kurzer Unterbrechung voraussichtlich weiter zuspitzen wird. Krisentendenzen weisen in Richtung eines Zusammenbruchs, nicht nur des Finanzsystems, sondern der Wirtschaft insgesamt. Dies sind nur drei der Thesen, die die beiden Autoren Guenther Sandleben und Jakob Schäfer in ihrem Buch «Apologie von links. Zur Kritik gängiger linker Krisentheorien» vertreten. Darin legen sie sich so ziemlich mit allen an, die gemeinhin als kritische Ökonomen gelten.
«Ich schrieb mich selbst auf Schindlers Liste»
Die Geschichte von Hilde und Rose Berger
von Peter Nowak
Kürzlich hat der Gießener Psychosozial-Verlag einen Band mit der Lebensgeschichte der mittlerweile verstorbenen Hilde und Rose Berger veröffentlicht und damit das Schicksal der jüdischen Familie Berger in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Der Band enthält mehrere Interviews, die die Geschwister zwischen 1978 und 1997 in den USA gaben, sowie einen von Hilde Berger 1980 verfassten Bericht über ihr Leben und ihr politisches Engagement in Berlin.
Der hessische Landbote 2013
Stuttgart: Peter-Grohmann-Verlag, 2013. 40 S., 3,50 €
von Rolf Euler
Der Hessische Landbote ist wieder erschienen!
Das ist die wohl überraschendste Neuerscheinung anlässlich des 200.Geburtstags des Dichters und Kritikers der herrschenden Zustände. «Der Hessische Landbote 2013» ist ein Aufruf, vielleicht auch in Anlehnung an Stéphane Hessels «Empört Euch!», der im Untertitel von sich sagt: «anstiften will zur Auflehnung».
Der Funke zur Eigenmächtigkeit
Zum plötzlichen Tod von Lorenz Brandlmeier (1960–2013)
von Christiane Niesel und Angelika Prömm
Am 2.Oktober 2013 starb völlig unerwartet mit 53 Jahren Lorenz Brandlmeier. Er zog 1990 aus Oberbayern nach Köln, ins Zentrum der Kunst und Musik und der damals für ihn viel versprechenden Vereinigten Sozialistischen Partei, VSP.