Buchtipp – Petra Hartlieb: Meine wundervolle Buchhandlung
Köln: DuMont, 2014. 208 S., 18 Euro
von Manuel Kellner
Petra Hartlieb hatte, wie’s scheint, in Hamburg ein Leben wie ein Hund ohne Flöhe. Eine schöne Wohnung in einem angenehmen Stadtviertel, einen lieben und gut verdienenden Mann, einen Halbtagsjob, der ihr viel Zeit lässt für anderes, ihren Sohn und die gemeinsame kleine Tochter, die eine Kita besucht, wie man sie sich alternativer und besser nicht wünschen kann. Doch eines Tages brechen sie und ihr Mann über Nacht alle Zelte ab und übersiedeln nach Wien, um eine kleine Buchhandlung zu übernehmen, die geschlossen worden war und zum Verkauf steht. weiterlesen
Mario Vargas Llosa: Die Enthüllung
Berlin: Suhrkamp, 2016. 299 S., 24,70 Euro
von Ralf Leonhard*
Vargas Llosas Fantasien
Vargas Llosa nutzt seinen neuen Roman für zwei persönliche Abrechnungen: mit dem Regime von Alberto Fujimori (1990–2000) und mit der peruanischen Skandalpresse.
Gegen den bis dato kaum bekannten Agraringenieur Fujimori war der weltweit prominente Literat einst in der Stichwahl um die Präsidentschaft unterlegen. weiterlesen
Marcel van der Linden: Workers of the World. Eine Globalgeschichte der Arbeit
Frankfurt a.M.: Campus, 2017. 503 S., 39,95 Euro
von Michael Sankari
Die Übersetzung des Buches macht die Veröffentlichung, die vielen Interessierten durch die englische Ausgabe bereits bekannt war, endlich auch einem breiteren, deutschsprachigen Publikum zugänglich. Eigentlich wendet es sich an Interessierte an einer eigenen Forschungsrichtung: der «Globalgeschichte der Arbeit». Aber wer wird sich schon Marxist nennen und dann behaupten, er oder sie hätte damit nichts zu tun? weiterlesen
Sahra Wagenknecht – eine mögliche linke Populistin
Sahra Wagenknecht: Reichtum ohne Gier. Wie wir uns vor dem Kapitalismus retten. Frankfurt am Main: Campus, 2016. 294 S., 19,95 Euro
von Thomas Goes
Lenin hat einmal geschrieben, Kommunismus sei Sowjetmacht plus Elektrifizierung. In Anlehnung daran könnte man sagen: Ein fortschrittlicher linker Populismus, den wir in Deutschland dringend bräuchten, das wäre Sahra Wagenknecht plus konsequenter Antirassismus, ein klarer Bezug auf soziale Kämpfe und Internationalismus. weiterlesen
Tom Burgis: Der Fluch des Reichtums. Warlords, Konzerne, Schmuggler und die Plünderung Afrikas
Frankfurt am Main: Westend, 2016. 351 S., 24 Euro
von Paul B. Kleiser
Im vergangenen Jahr sind über 5000 Menschen beim Versuch ertrunken, aus Afrika über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. Auf die Flüchtlingsbewegungen reagieren die Europäer mit immer brutaleren Methoden der Abschottung. weiterlesen
Krimitipp: Jerôme Leroy: Der Block
Deutsch von Cornelia Wend. Hamburg: Nautilus, 2017. 320 S., 19,90 Euro
von Udo Bonn
Endlich ist es soweit. Frankreichs «Bloc Patriotique» steht kurz davon, mit Ministerämtern versorgt zu werden. Seit Wochen erlebt das Land Aufstände, die Zahl der Toten ist schon auf über 750 Menschen gestiegen, die Sender zeigen, wie von Stunde zu Stunde mehr sterben. Zwei Männer sitzen derweil in ihren Zimmern und warten. Antoine Maynard in seiner Pariser Luxuswohnung, es hätte auch etwas besseres sein können, und Stanko, sein alter Kumpel, in einem heruntergekommenen Hotelzimmer. weiterlesen
Nach Goldschätzen graben, Regenwürmer finden. Die Linke und das Regieren.
(Hrsg. Thies Gleiss u.a.) Köln: PapyRossa, 2016. 256 S., 14,90 Euro
von Anke Agnelli
Mit Alexandre Millerand, der im Jahr 1899 in Frankreich in die Regierung Waldeck-Rousseau eintrat, fing die Kontroverse an. Für Rosa Luxemburg machte er sich damit als Sozialist zur Geisel einer bürgerlichen Regierung. Seitdem wird die Teilnahme von Linken an bürgerlich dominierten Regierungen als «Millerandismus» oder «Ministerialismus» kritisiert. weiterlesen
Andreas Cassee: Globale Bewegungsfreiheit. Ein philosophisches Plädoyer für offene Grenzen.
Berlin: Suhrkamp, 2016. 282 S., 17 Euro
von Gerhard Klas
In Zeiten simpler Erklärungsversuche, wie der aktuellen sozialökonomischen Krise zu begegnen sei – nämlich mit Abschottung gegenüber Einwanderungswilligen –, ist es durchaus ratsam, den Horizont zu erweitern und den Blick auf philosophische Debatten zu werfen, die sich den Grundsatzfragen der heutigen Zeit zuwenden. weiterlesen
Krimitipp: Jerome Charyn: Winterwarnung
Deutsch von Sabine Schulz. Zürich: Diaphanes, 2017. 328 S., 24 Euro
von Udo Bonn
Erst Polizist, dann Polizeichef und dann Bürgermeister von New York: Isaac «Citizen» Sidel ist aufgestiegen, hat die Bronx vom Zugriff der Baumafia befreit und das Bildungsprogramm Merlin für arme Jugendliche durchgesetzt.
Und jetzt? Jetzt sitzt er im «weißen Gefängnis» fest, er ist POTUS, President of the United States, weiterlesen
Ulrich Grober: Der leise Atem der Zukunft. Vom Aufstieg nachhaltiger Werte in Zeiten der Krise
München: Oekom, 2016. 320 S., 19,95 Euro
von Rolf Euler
Werte und Zukunft sind Schlagworte geworden, hier ist ein Buch, das sie mit positiven Inhalten zu füllen vermag.
Ulrich Grober, bekannt durch Bücher über Nachhaltigkeit und Wandern, setzt seine Fußwanderungen fort zu Orten und Menschen, die Zukunft und Gelassenheit im Blick haben und die ersten Schritte in eine Richtung gehen, weiterlesen
Bernhard Knierim: Ohne Auto leben. Handbuch für den Verkehrsalltag
Wien: Promedia, 2016. 176 S., 14,90 Euro
von Rolf Euler
Im Nachgang zum Thema der letzten SoZ – VW, die Autogesellschaft und die Verkehrswende – empfehle ich das Buch von Bernhard Knierim: Ohne Auto leben. weiterlesen
Krimi: Joe Ide: IQ
Deutsch von Conny Lösch. Berlin: Suhrkamp, 2016. 388 S., 14,95 Euro
von Udo Bonn
Was machst du, wenn nachts ein Riesenhund in deine gesicherte Villa eindringt und dich töten will? Wenn du ihm so gerade entkommst, du aber sowieso im Grenzbereich lebst, ausgebrannt als Rapper, vollgepumpt mit legalen und illegalen Drogen, ständig unter Druck des Business, immer liefern zu müssen? weiterlesen