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Artikel gespeichert unter 'Film'

April 2013

Work hard play hard

Deutschland 2011. Regie: Carmen Losmann. DVD 15,99 Euro
von Angela Huemer

Vor ein, zwei Jahren saß ich mal in der S-Bahn, wohin, weiß ich nicht mehr, nur noch, dass mit mir im Viererabteil drei sich angeregt miteinander unterhaltende, korrekt und adrett gekleidete Manager saßen. Sie sprachen rasch und nicht leise. Es brauchte etwas zu merken, dass sie tatsächlich deutsch sprachen, englische Begriffe in strammer deutscher Aussprache flogen durch den Raum. Obwohl ich mich – neugierig wie ich nun mal bin – darum bemühte zu verstehen worüber sie reden, verstand ich nichts. Eine fremde Welt. (weiterlesen…)

März 2013

Sobre la misma tierra – Von der Kunst des Überlebens

Film, Kolumbien, Spanien 2011. Regie: Laura Sipán
von Angela Huemer

Der Film der jungen Regisseurin Laura Sipán führt uns an zwei sehr entgegengesetzte Orte Kolumbiens: einmal in eine entlegene Bergregion, Sur de Bolivar, in der die Bewohner auf altmodische Weise Gold abbauen, ein anderes Mal nach Cali, eine der größten Städte Kolumbiens. (weiterlesen…)

März 2013

Abraham Lincoln, der Revolutionär

Steven Spielbergs Film Lincoln rückt die Abschaffung der Sklaverei wieder in den Mittelpunkt des Verständnisses vom Amerikanischen Bürgerkrieg
von Alan Maass

Steven Spielbergs Lincoln handelt nur von einer – allerdings entscheidenden – Episode eines jahrelangen Kampfes: von der Abstimmung im Repräsentantenhaus während der letzten Monate des Amerikanischen Bürgerkriegs über den 13.Zusatzartikel zur Verfassung, der die Sklaverei für illegal erklärte. Und er handelt hauptsächlich von einem Protagonisten in diesem Kampf: Abraham Lincoln, eine der wichtigsten Persönlichkeiten im Kampf gegen die Sklaverei. Seine Geschichte ist die eines politisch Moderaten, der durch die Ereignisse eine Wandlung durchmachte, dem es gelang, sich auf die Höhe der historischen Aufgaben zu erheben, als andere in seiner Umgebung dies nicht taten, und der auf diese Weise zur Sache der Freiheit einen wichtigen Beitrag leistete. (weiterlesen…)

Februar 2013

Auf vielen Stühlen – Ein Leben in Deutschland

(Sobre varias sillas – Una vida en Alemania), Deutschland 2011 (Spanisch mit deutschen Untertiteln), Regie: Ainhoa Montoya Arteabaro
von Gaston Kirsche

Vicente Martínez, Andrea Miragaya, Rosa Fava, Encarnación Gutiérrez und José Valdueza sind fünf sehr unterschiedliche Persönlichkeiten, haben aber eine Gemeinsamkeit: Sie sind mit einem oder zwei Elternteilen aus Spanien in Deutschland aufgewachsen und leben in Hamburg. Im Dokumentarfilm erzählen sie, wie es war, als «Gastarbeiterkind» aufzuwachsen.
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Februar 2013

Das Lachen der Hannah Arendt

Hannah Arendt, Deutschland 2012. Regie: Margarethe von Trotta
von Tanja Schultz

Dieser Film war lang erwartet worden, da er in einer Reihe mit Trottas anderen großen Frauenfilmen, Bleierne Zeit, Rosa Luxemburg und Vision – Aus dem Leben der Hildegard von Bingen (stets mit Barbara Sukowa in der Hauptrolle) – steht, und weil Hannah Arendt zurzeit als kompromisslose Denkerin der Globalisierung und Menschenrechte wieder neu entdeckt wird. (weiterlesen…)

Januar 2013

Film: «in Arbeit». Die Kooperativen Placido Rizzotto und Pio La Torre

Regie: Arne Hector, Minze Tummescheit
von Angela Huemer

Arne Hectors und Minze Tummescheits Film über Kooperativen in Sizilien, die auf ehemaligen Mafia-Besitztümern entstanden, ist kein traditioneller Dokumentarfilm. Er ist der dritte Teil einer Reihe, die sich «in arbeit» nennt, «eine dokumentarische Serie, eine filmische Untersuchung zu Bedingungen, Möglichkeiten und Grenzen kollektiven Handelns», so die beiden Filmemacher im Klappentext der DVD. Wir sehen zwar einige Arbeitsvorgänge der Kooperative, wie die Weinlese, doch der eigentliche Kern des Films ist sozusagen abstrakt-theoretisch. (weiterlesen…)

Dezember 2012

Das Ding am Deich. Vom Widerstand gegen ein Atomkraftwerk

Regie: Antje Hubert. Deutschland 2012
von Gaston Kirsche

Die Wilstermarsch ist flach. Fruchtbares Land an der Unterelbe, auf halber Strecke zwischen Hamburg und der Nordsee. Durchzogen von Wettern, breiten Entwässerungsgräben. Was Wettern sind, wussten in Hamburg auf einmal viele, als 1976 bekannt wurde, dass mitten in die Marsch, direkt ans Elbufer, ein Atomkraftwerk gebaut werden sollte. (weiterlesen…)

November 2012

CINEMA! ITALIA!

von Gaston Kirsche

Neue und anspruchsvolle Produktionen laufen beim jährlichen Festival des Italienischen Films im Original mit deutschen Untertiteln, das bis zum 19.Dezember durch 29 Städte und 32 Kinos tourt. Dieses Jahr wird CINEMA! ITALIA! 15 Jahre alt. Zeit, sich nach der Pubertät in der Arbeitswelt zu orientieren: Drei von sechs Filmen stellen dieses Jahr die sozialen Verwerfungen durch die Krise in den Mittelpunkt. (weiterlesen…)

Oktober 2012

Film: Chris Marker 1921–2012

von Angela Huemer

«Er erzählte mir von Sei-Shônagon, einer Ehrendame der Prinzessin Sadako, Anfang des 11.Jahrhunderts der Heian-Periode. Shônagon hatte eine Manie für Listen: die Liste der ‹eleganten Dinge›, der ‹trostlosen Dinge› oder aber der ‹Dinge, die es nicht wert sind, getan zu werden›. Eines Tages hatte sie die Idee, die Liste aufzustellen der ‹Dinge, die das Herz schneller schlagen lassen›.» (weiterlesen…)

September 2012

Residenzpflicht

Dokumentarfilm 2012, Regie: Denise Garcia Bergt

von Tanja Schultz

Das Babylon in Berlin ist ein bewährter Premierenort für deutsche Erstaufführungen, es war sehr gut besucht und erfüllt von einer besonderen Atmosphäre: Denn es war ein besonderes Publikum anwesend, viele Aktivisten, die in dieser Produktion mitwirkten, sahen sich nach langer Zeit wieder. Man darf nicht vergessen, viele der Aktivisten unterliegen ihrerseits der Residenzpflicht… (weiterlesen…)

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